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Luca-Analyse: Das sind die wahren Corona-Hotspots in Deutschland

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Unsplash.com / Brian McGowan
geschrieben von Christian Erxleben

Die Corona-Inzidenzen und die Corona-Infektionen befinden sich in Deutschland im Spätherbst 2021 auf einem Rekordniveau. Doch wo stecken sich Menschen wirklich mit dem Coronavirus an? Eine Analyse der Luca-App zeigt die wahren Corona-Hotspots in Deutschland.

Corona-Inzidenz steigt auf Rekordniveau

Die vierte Welle der Corona-Pandemie ist in Deutschland angekommen. Am 15. November 2021 durchbrach die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland erstmals die 300er-Marke. Exakt liegt sie bei 302,9.

Und auch andere Kennzahlen sind alarmierend hoch. So sind laut dem Robert-Koch-Institut 13,9 Prozent aller Intensivbetten in Deutschland mit Corona-Patienten belegt. Derweil liegt die Infektionsrate bei 6,07 Prozent und die Todesfälle nähern sich der Marke von 100.000 Toten.


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Analyse der Luca-App zeigt: Das sind die größten Corona-Hotspots in Deutschland

In den Zeiten der Krise haben die Entwickler der Luca-App alle Warnungen analysiert, die die deutschen Gesundheitsämter an die Nutzer:innen der Luca-App herausgegeben haben.

Die Analyse der Daten erfolgte komplett anonymisiert. Demnach lassen sich keine Rückschlüsse auf einzelne Personen ziehen. Insgesamt gab es im Oktober 2021 über die Luca-App 181.072 Corona-Warnungen.

Die Verteilung ist dabei eindeutig:

  • Clubs und Diskotheken (49,09 Prozent)
  • Bars (23,21 Prozent)
  • Restaurants (10,87 Prozent)
  • Veranstaltungen (7,78 Prozent)

Das heißt: Die mit Abstand größten Corona-Hotspots in Deutschland sind Clubs, Diskotheken und Bars, die für über 72 Prozent aller Corona-Warnungen in Deutschland verantwortlich sind. Das Infektionsrisiko in Restaurants fällt dagegen mit rund zehn Prozent deutlich niedriger aus.

Einzelhandel, Kino und Schwimmbäder sind keine Corona-Hotspots in Deutschland

Insgesamt zeigt die Analyse der anonymisierten Luca-Daten deutlich, dass der Einzelhandel, Festivals im Freien, Theater, Museen, Cafés, Kinos, Schwimmbäder und Sport mit je rund einem Prozent keine Treiber der Corona-Pandemie sind.

Und selbst Veranstaltungen mit 7,78 Prozent sind ein verhältnismäßig geringer Treiber für Corona-Hotspots. Das zeigt auch, dass engmaschige Kontrollen und Zugangskonzepte wie 2G (geimpft, genesen) oder 3G Plus (geimpft, genesen, PCR-Test) auch Großveranstaltungen erlauben.

Etwaige Schließungen von Cafés, Kultureinrichtungen oder Schwimmbädern und Spas lassen sich zumindest aufgrund der Luca-Analyse nicht mehr rechtfertigen.

38 Millionen Menschen nutzen die Luca-App

So sagt auch Patrick Hennig, CEO von Cultur4Life, dem Entwickler der Luca-App:

Mit den Zahlen wollen wir einen weiteren wichtigen Datenpunkt liefern, um Politiker:innen, Betreiber:innen aber auch Bürger:innen dabei zu unterstützen, ihre Entscheidungen auf Basis möglichst guter und vollständiger Informationen zu treffen.

Dass die Daten aus der Analyse der Luca-App repräsentativ sind, zeigt auch ein Blick auf die Zahlen. Demnach gibt es im November 2021 über 38 Millionen registrierte User der Luca-App in Deutschland.

Ebenso sind 323 von 375 Gesundheitsämtern in Deutschland an das Luca-System angeschlossen. Hinzu kommen dann noch einmal 420.000 Betriebe, die auf die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung setzen.

Impfen gehen und eigenes Handeln überdenken

Eine erfolgreiche Kontaktnachverfolgung alleine genügt selbstverständlich noch nicht, um die Corona-Pandemie nachhaltig in den Griff zu bekommen.

Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus impfen lassen. Aktuell liegt die Impfquote lediglich bei rund 70 Prozent. Die Ständige Impfkommission empfiehlt einen Wert von 80 bis 85 Prozent zum Schutz der Gesellschaft.

Ebenso ist es wichtig, dass sich auch Geimpfte regelmäßig testen lassen. Sie dürfen sich nicht auf ihrem Status ausruhen, weil auch sie das Virus weiterverbreiten können. Insgesamt ist es essenziell, das eigene Handeln zu hinterfragen und das Gefahrenpotenzial abzuschätzen.

Hinweis: Die Analyse befasst sich nicht mit Schulen, Universitäten und anderen Orten, an denen die Luca-App nicht zum Einsatz kommt. Nichtdestotrotz ist die Untersuchung aufschlussreich, um die Treiber von Corona-Infektionen in der freien Wirtschaft und bei Veranstaltungen grob zu analysieren.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

9 Kommentare

  • Eine interessante Auswertung. Die Schlussfolgerungen hinsichtlich der Pandemietreiber scheinen jedoch verfrüht.
    Das es kaum Infektionen im Einzelhandel gibt, kann auch dadurch erklärt werden, das die Nutzung der Luca-App sowohl beim Einzelhändler selbst als auch bei deren Kunden eine Seltenheit darstellt.

    • Sehe ich genauso. Wo muss man sich schon außer in Klubs, Bars und Restaurants mit der Luca-App registrieren? Ich kenne keinen Einzelhändler oder Supermarkt, wo sich jemand damit registriert. Noch an Schulen oder am Arbeitsplatz. Was soll also anderes herauskommen?

      • Hallo Auch ohne Namen,

        da hast du natürlich recht. Allerdings beziehen sich sowohl der Artikel als auch die Analyse ausschließlich auf die Bereiche und Branchen, in denen die Luca-App zum Einsatz kam. Darüber hinaus gehende Statistiken wären natürlich super interessant. Allerdings finden wir auch diese erwähnenswert 🙂

        Herzliche Grüße,
        Fabian

  • Interessant zu wissen wäre wie alt die durchschnittlichen Luca-App User sind. Denn wenn es sich vorrangig um die Gruppe 18-30 handelt ist das Ergebnis nicht representativ.

  • interessanter Auswertung

    allerdings fehlen aus meiner Sicht in erster Linie Unternehmen und natürlich Schulen und Kitas (ja, ich weiß dass Kindergartenkinder die LUCA App nicht nutzen 😉

    wäre bestimmt hilfreich und vielleicht gibt es dazu zeitnah auch Untersuchungen

    • Lieber Tomski,

      natürlich fehlen in dieser Analyse Auswertungen für Bereiche und Branchen, bei denen die Luca-App nicht zu Anwendung kam. Allerdings finden wir die Ergebnisse dennoch durchaus interessant.

      Herzliche Grüße,
      Fabian

  • Also genau dort, wo Ungeimpfte nur getestet hinkommen.
    Und wo Geimpfte (und Genesene) bisher die einzigen waren, die ungetestet, also auch mit Viren, hinein durften!

    • Hallo Meise,

      dieser Rückschluss ist allerdings nicht die einzige Option. Ebenso wäre es beispielsweise möglich, dass die Zugangskontrollen sehr schlecht sind. Zumal 2G im Oktober 2021 noch kaum die Regel war.

      Liebe Grüße
      Christian

  • Intuitiv glaube ich das zwar gerne.
    Auch ich fragte mich aber spontan, ob denn die Luka-App noch außerhalb der drei führenden Hauptfelder im Einsatz ist.
    Das wäre eine starke Verzerrung, und das sollte einschränkend auch im Artikel stehen. Vielleicht habt ihr zu den bedingten Wahrscheinlichkeiten ja sogar irgendwo noch passende Daten.

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