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Mobvoi TicWatch Pro 3 Ultra 4G/LTE – Starke Wear OS-Smartwatch im Test

Mobvoi TicWatch Pro 3 Ultra 4G_LTE Smartwatch OLED LCD Wear OS Test Review
geschrieben von Ümit Memisoglu

TicWatch Pro 3 Ultra 4G/LTE – Spezifikationen:

  • Bezeichnung: TicWatch Pro 3 Ultra 4G/LTE
  • Betriebssystem: Wear OS by Google
  • Doppeldisplay: 1,4″ AMOLED + FSTN-Display mit 454 x 454 Pixeln, 326 ppi
  • Qualcomm Snapdragon Wear 4100 + Mobvoi-Dual-Prozessor-System
  • 1 GB RAM, 8 GB interner Speicher
  • 577 mAh Akku
  • Bluetooth 5.0, WLAN 802.11b/g/n, NFC, GPS: Beidou, Glonass, Galileo, QZSS
  • Sensoren: Beschleunigungsmesser, Gyrosensor, HD PPG-Herzfrequenzsensor, SpO2-Sensor, Außerkörperlicher Sensor mit geringer Latenz, Barometer
  • Haltbarkeit: IP68, Schwimmbadschwimmen/MIL-STD-810G
  • Armband: 22 mm
  • Edelstahlgehäuse – Edelstahl und hochfestes Nylon mit Glasfaser
  • Abmessungen: 47 x 48 x 12,3 mm
  • Gewicht: 41 g

TicWatch Pro 3 Ultra 4G/LTE – Lieferumfang und Design:

Die TicWatch Pro 3 Ultra gibt es in zwei Versionen. Einmal die TicWatch Pro 3 Ultra GPS, die es schon seit einigen Monaten gibt, und einmal die TicWatch Pro 3 Ultra ohne GPS im Namen. Um letzteres geht es hier, denn das ist die neueste Smartwatch des Herstellers, die auch 4G/LTE unterstützt. Die Namensgebung ist etwas unglücklich gewählt, da es so wirkt, als ob die GPS Version mehr kann. Dem ist aber nicht so, da bis auf das Armband und dem 4G/LTE Feature alles genau gleich ist.

Was diese Version besonders interessant für mich gemacht hat ist auch tatsächlich das Armband. Dieses bestand vorher nur aus Fluorkautschuk und war, wie die Uhr selbst schwarz, also eher langweilig. Die aktuelle Kombination aus echtem Leder außen und Fluorkautschuk im Inneren ist jedoch deutlich spannender. Somit wirkt die TicWatch Pro 3 Ultra nach Außen hin deutlich eleganter, behält aufgrund des Innenmaterials seine Sportlichkeit bei. Damit ist es angenehmer zu tragen und kann Schweiß gut vertragen. Würde ich wirklich gerne öfter bei anderen Herstellern sehen. Wichtig ist zu erwähnen, dass es sich bei dem Band um ein klassisches 22 mm Band handelt. Drittherstellerbänder dürften daher auch problemlos passt.

Mobvoi TicWatch Pro 3 Ultra 4G_LTE Smartwatch OLED LCD Wear OS Test Review

Woraus das Gehäuse der TicWatch Pro 3 Ultra besteht, war mir zu Beginn nicht ganz klar. Das liegt daran, dass es aus zwei unterschiedlichen Materialien besteht: Edelstahl und hochfestes Nylon mit Glasfaser. Das erklärt, warum es die Edelstahl wirkt, sehr robust ist und gleichzeitig auch sehr leicht. Entgegen meinen Erwartungen gefällt mir das außerordentlich gut. So gut, dass ich sie aktuell täglich trag. Optisch erkennt man ihr nichts an, es ist widerstandsfähig und ich spüre sie kaum am Arm. Ich kann normalerweise nicht mit einer Uhr einschlafen. Hier habe ich bereits einige Male beim Aufstehen gemerkt, dass ich sie nicht abgenommen habe. Hier hilft natürlich auch das erwähnte Armband.
Hinzu kommt, dass die TicWatch Pro 3 Ultra nach IP68 Zertifiziert ist, also wirklich eine vollständige Zertifizierung für Wasserfestigkeit hat. Mobvoi selbst gibt hier auch Schwimmbadschwimmen als möglich an. Salziges Meerwasser müsst ihr wie bei jedem anderen Gerät auch meiden. Auch ist es nach MIL-STD-810G zertifiziert. Das mag viel oder gar nichts bedeuten, denn es reicht bei dieser Zertifizierung nur eines von vielen Kriterien zu erfüllen. Was hier erfüllt wird, ist unklar.

Auf der rechten Seite hat die TicWatch Pro 3 Ultra zwei Tasten. Diese lassen sich nur drücken und leider nicht als Krone zur Navigation nutzen, was sicherlich nett gewesen wäre.

TicWatch Pro 3 Ultra – Display:

Mobvoi TicWatch Pro 3 Ultra 4G_LTE Smartwatch OLED LCD Wear OS Test Review

Auf der Vorderseite der TicWatch Pro 3 Ultra befinden sich, wie für die TicWatch üblich, zwei Displays. 1,4 Zoll groß, wo das AMOLED Display mit einer Auflösung 454 x 454 Pixeln sehr scharf ist und mit einer schönen, flüssigen Darstellung und sehr guten Schwarzwerten daherkommt. Die Helligkeit ist dabei gut genug um auch bei Sonnenlicht den Bildschirminhalt gut sehen zu können. Mit dem AMOLED-Display kommt kommt auch eine Always on Funktion, aber seien wir mal ehrlich: Auf diese kann und sollte man verzichten. Denn über dem AMOLED-Display befindet sich das sekundäre FSTN-LCD-Display, der sich aktiviert, sobald das AMOLED Display abschaltet. Das funktioniert völlig ohne Übergang, weshalb es wie ein einziges Display wirkt. Auf den Bildern über meine Kamera ist die Art des Displays schwer darzustellen, ist aber scharf und lässt sich perfekt ablesen mit einem Überblick über die wichtigsten Infos. Hebt man den Arm (und schaltet es nicht zwischenzeitlich aus), leuchtet das LCD auch auf, was eine Sichtbarkeit bei Nacht garantiert. Wenn kurz zuvor jedoch eine Benachrichtigung kam, öffnet sich beim Heben des Armes automatisch das AMOLED-Display mit der entsprechenden Benachrichtigung. Ich kann auf diese sekundäre Anzeige tatsächlich nicht mehr verzichten. Auch weil das enorm an Akku spart, da ich das Hauptdisplay selten aktivieren muss.

Mobvoi TicWatch Pro 3 Ultra 4G_LTE Smartwatch OLED LCD Wear OS Test Review

TicWatch Pro 3 Ultra – System und Funktionalität:

Die TicWatch Pro 3 Ultra ist, wie fast alle Wear OS Smartwatches in seiner Funktionalität durch das System selbst beschränkt. Alle Funktionen die Wear OS bietet, nutzt TicWatch Pro 3 Ultra auch voll aus, macht aber auch etwas mehr draus, da Mobvoi hier wenigstens mit eigenen Apps das Angebot und die Funktionalitäten erweitert. Gerade was diverse Trackingfeatures betrifft. Ansonsten hat man aber auch aktuelle Standard-Tracking Features für Puls, Schritte, zurückgelegte Strecke/Entfernung (via GPS, auch ohne Smartphone), Schlaftracking etc.

Egal ob Ihr mit Google Assistant oder diversen Apps euer smartes Zuhause steuern, telefonieren, Benachrichtigungen lesen, Nachrichten antworten, beim Laufen Musik hören, per Google Pay bezahlen wollt etc. Hier kann es alles, was andere Wear OS-Smartwatches auch können. Auch kommt die TicWatch Pro 3 Ultra mit einem Lautsprecher daher, was nicht jede Smartwatch hat. Dieser ist ganz praktisch für Wecker, Benachrichtigungen und Google Assistant. Gelegentlich auch zum Telefonieren oder für diverse Sportübungen. Grundsätzlich bin ich mit Wear OS hier sehr zufrieden, unabhängig davon, ob dass die neueste Version noch der Galaxy Watch vorbehalten zu sein scheint und für die TicWatch erst im nächsten Jahr kommt. Einfach, weil alles perfekt optimiert ist und ich hier aktuell das flüssigste Ergebnis habe.

Solltet Ihr übrigens iOS nutzen wird die TicWatch Pro 3 Ultra nur teilweise unterstützt. Grundsätzlich was nicht funktioniert sind Anrufe und das Beantworten von eingehenden Nachrichten auch wenn sie ganz normal angezeigt werden. Da ich normalerweise beides nicht nutze, sehe ich es als unkritisch, aber was für mich gilt, mag nicht für alle gelten. Ersteres ginge aber trotzdem, wenn man die neue Funktion der TicWatch Pro 3 Ultra nutzt: 4G/LTE. Hier sollte man sich nicht zu früh freuen (bzw. freue ich mich nie darüber, weil für mich auch nicht allzu relevant). Die Konnektivität funktioniert nämlich nur über Vodafone OneNumber. Das Smartphone wird für die meisten Leute also noch benötigt.

Neben der Wear OS App hat Mobvoi auch eine eigene App für das Tracking. Zwar könnt ihr auch Google Fit nutzen, aber ich halte die Herstellerapp für etwas zuverlässiger. Die Screenshots hier wurden während des Testes auf iOS gemacht. Hier gefällt mir, dass die Verlinkung zu Apple Health tatsächlich funktioniert. Das ist nicht selbstverständlich.

Exkurs: Mobvoi Home Treadmill

Mobvoi Home Treadmill Laufband Test Review

Irgendwie musste ich die Smartwatch testen und da meine sportliche Leistung draußen bei Kälte, Wind und Regen eher gering ausfällt, hat sich häuslicher Sport doch besser angehört. Jederzeit Anfangen und Aufhören, keine Menschen, kein Wetter etc. Hier kommt das neue eigene Laufband des Herstellers ins Spiel: Das Mobvoi Home Treadmill. In diesem kurzen Exkurs berichte ich darüber gleich mit.

Das Mobvoi Home Treadmill besteht überwiegend aus Kunststoff, ist aber sehr stabil. Er ist vollständig auf- und zuklappbar, sodass es auch unter das Bett passen könnte. Könnte deshalb, da man hier Armlehnen links und rechts dazu abschrauben müsste. Hier würde ich mir für eine nächste Iteration eine Option ohne Schrauben wünschen. Das das Kabel so kurz ist, hat Vor- und Nachteile. Man ist in der Regel aber doch schon auf ein Verlängerungskabel angewiesen.

Ein „Sicherheitsgurt“ für mehr Sicherheit beim Laufen ist mit dabei. Diesen befestigt man am Körper und wenn man sich zu weit entfernt gibt die magnetische Verbindung nach. Geschieht das, hält das Laufband sofort an. Also nicht wie beim Ausschalten, wo es konstant langsamer wird bis zum Stillstand. Das ist kein Mechanismus um sofort aufzuhören, sondern eher für unkontrollierte Stürze aufgrund von Unfällen oder ähnlichem gemacht, damit man sich nirgendwo einklemmt.

Am abschraubbaren Halter kann ein Smartphone platziert werden, wobei dieses sich ein wenig schwer mit Covern tut, aber das Smartphone fest im Griff hat. Die Fernbedienung ist allgemein sehr praktisch, da ich mich nicht immer nach vorne lehnen muss und die volle Kontrolle über das Gerät habe. Das erfüllt dieselben Funktionen, wie das Touch-System an der Armlehne. Man kann zum Glück hier nicht einfach auf eine Zahl wie 12 Tippen, sondern wirklich nur Start/Stop, Plus und Minus bedienen. Das sorgt für mehr Sicherheit.

Es gibt ein weiteres Display am Boden, was euch übrigens noch die trainierte Zeit und Kalorienzahl anzeigt. Letzteres könnt ihr ignorieren, aber die Zeit und die theoretisch zurückgelegte Reichweite sind schon praktisch. Das Material ist recht angenehm, ich konnte keine Gerüche beim Laufen feststellen und auch mit ordentlichen Socken kann man vernünftig laufe. Wichtig ist jedoch eine vernünftige Dämpfung mit einer Mate unter dem Laufband, denn sonst vibriert tatsächlich das ganze Haus und das Haus der Nachbarn. Das ist bei fast allen Laufbändern gleich.

Das Laufen an sich ist recht angenehm. Der Motor ist nicht allzu laut und es gibt mehr als genug Geschwindigkeitseinstellungen für alle. Grundsätzlich würde ich es überwiegend zum gehen verwenden, aber mit bis zu 12 km/h erreicht man ordentliche Laufgeschwindigkeiten. So ordentlich, dass ich empfehle immer die Griffe bei hohen Geschwindigkeiten zu verwenden, da das Laufband natürlich für klassische Heimnutzer gemacht ist und deshalb nicht dieselbe Länge oder Breite wie bei Fitnesstudiobändern gegeben ist. Sicherheit geht immer vor. Ich wünschte nur die Armlehne wäre noch höher. Für meine Schwester z.B. kein Problem. Für mich etwas zu niedrig.

Dennoch: Sehr praktisch. Sicherlich für den Winter eine gute Anschaffung. Etwa beim Disney+, Netflix, Crunchyroll etc. schauen. So kommt selbst bei extrem langsamen Geschwindigkeiten Bewegung rein, die vielen von uns aktuell fehlt. Kosten tut das Mobvoi Home Treadmill Laufband 499 Euro und ist in Schwarz und Silber erhältlich. Zurück zur TicWatch Pro 3 Ultra.

TicWatch Pro 3 Ultra – Akkulaufzeit:

Diesen Abschnitt können wir recht kurz halten: Braucht ihr eine Smartwatch mit extrem starker Akkulaufzeit und Wear OS ist euch egal: Eine aktuelle Huawei Watch. Ist euch Akkulaufzeit und Wear OS wichtig: TicWatch Pro 3 Ultra. Warum? Wear OS Smartwatches sind allgemein was Akku betrifft sehr schwach. Das liegt grundsätzlich am System und der verbundenen Hardware. Hiervon ist die Huawei Watch losgelöst, ist aber auch in seiner Funktionalität eingeschränkt. Die TicWatch 3 Pro löst das ganze jedoch sehr elegant mit Hilfe des vergleichsweise sehr großen Akkus (TicWatch: 577 mAh, Fossil Gen 5: 300 mAh), dem besseren Energiemanagement und der LCD als sekundäres Display. Damit spart es enorm Akku und verspricht eine Akkulaufzeit von bis zu 45 Tage.

Mobvoi TicWatch Pro 3 Ultra 4G_LTE Smartwatch OLED LCD Wear OS Test Review

Diese Angabe gilt natürlich, wenn man fast alle Funktionen deaktiviert. Sind alle Funktionen aktiv sind drei volle Tage drin. Über Nacht habe ich etwa auch nur 9% verbraucht. Andere Smartwatches wie die Fossil Gen 5 sind hier eher 24 Stunden Smartwatches. Daher sind drei Tage extrem entspannt, da ich nicht täglich laden muss und auf Tagestrips nicht bei der Nutzung geizen muss. Der Normale Nutzer, der nicht alle Funktionen aktiv lässt und braucht, kommt sicher auf eine Woche. Übrigens: Chi Charging wird nicht unterstützt. Der Ladeprozess ist sehr schnell. Genau gemessen habe ich es nicht.

TicWatch Pro 3 Ultra – Preis und Verfügbarkeit

TicWatch Pro 3 Ultra 4G/LTE ist bereits im Handel erhältlich und kostet 359,99 Euro, die GPS Variante 299,99 Euro. Daher folgender Tipp: Habt ihr kein Vodafone Netz und wollt in Zukunft auf kein Vodafone Netz haben und das Armband ist euch egal: Die GPS Variante passt perfekt zu euch. Andernfalls die 4G/LTE Variante, die ich aber selbst tatsächlich nur wegen dem Armband attraktiver finde, weshalb es meine erste Wahl ist.

Finden könnt Ihr die Uhr auf der Herstellerseite, diversen online Händlern und einigen Technik-Shops bzw. Uhren-Shops. Eventuell auch im Fossil Store in eurer Nachbarschaft.

Mobvoi TicWatch Pro 3 Ultra 4G_LTE Smartwatch OLED LCD Wear OS Test Review

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Über den Autor

Ümit Memisoglu