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So viel Geld verschwendest du, wenn du dein Smartphone nicht entsorgst

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Unsplash.com / Benjaminrobyn Jespersen
geschrieben von Marinela Potor

Weil wir oft unser altes Smartphone nicht sachgemäß entsorgen, verschwenden wir Ressourcen, viel Geld und schaden auch noch dem Klima. Das zumindest sagt eine aktuelle Studie. Die wichtigsten Erkenntnisse.

In Deutschland hat jede:r im Schnitt ein altes Smartphone zu Hause herumliegen, das eigentlich noch brauchbar ist, aber nicht benutzt wird. Das hat eine internationale Studie von Rebuy, einer Plattform von gebrauchten Elektronikartikeln ermittelt.

Insgesamt liegen damit in Deutschland 84,7 Millionen Mobiltelefone ungenutzt herum. In allen untersuchten 27 Ländern waren es sogar 771 Millionen alte Geräte. Und genau damit schaden wir dem Klima, verschwenden Ressourcen und auch noch Geld.

Smartphone nicht entsorgen ist Verschwendung

Wieso verschwendest du mit ungenutzten Geräten überhaupt Geld und Ressourcen? Weil all diese Millionen Geräte theoretisch recycelt, verschenkt oder wiederaufbereitet werden und somit erneut in den Umlauf gebracht werden könnten.

Anstatt also neue Geräte produzieren zu müssen, könnte man diese „abgelegten“ Smartphones nutzen und damit viel Geld sparen.

Nach Berechnungen von Rebuy würden diese ungenutzten Geräte allein in Deutschland einem Geldwert von 214,1 Millionen Euro entsprechen. Wenn wir also, anstatt diese Geräte weiterzunutzen, stets neue kaufen, verschwenden wir damit über 200 Millionen Euro.

So viel wie 206 Jahre Schweinefleischkonsum

Gleichzeitig würde eine Wiederverwertung dieser Schubladen-Geräte in Deutschland bis zu 77,3 Tonnen CO2 einsparen. Zum Vergleich: Das wäre in etwa so viel CO2 wie du in acht Jahren erzeugen würdest oder durch 206 Jahre Schweinefleischkonsum entstehen würde.

Ein nachhaltigerer Umgang mit unseren Smartphones würde aber auch weitere Vorteile mit sich bringen. Zum einen ließen sich dadurch Ressourcen einsparen, sowohl durch das Recyceln der Geräte als auch durch das Wiederaufbereiten.

2.549 Tonnen ungenutzter Elektroschrott

Beim Recycling könnte man wertvolle Rohstoffe wieder nutzbar machen und dadurch den Bedarf an neuen Rohstoffen mindern. Auch beim Wiederaufbereiten fallen weniger Rohstoffe an als bei einer Neuproduktion. All dieses Potenzial wird aber verschenkt.

Denn weil viele Deutsche ihr altes Smartphone eben nicht entsorgen, liegen schätzungsweise 2.549 Tonnen Elektroschrott ungenutzt herum.

Smartphone nicht sachgemäß entsorgen: Giftstoffgefahr

Gleichzeitig besteht auch die Gefahr, dass die Geräte einfach im Haushaltsmüll landen und somit Giftstoffe wie Blei, Arsen oder Quecksilber in die Umwelt gelangen.

Würde man das auf die ungenutzten Smartphones in Deutschland umrechnen, würde sich eine Giftmenge von rund 29 Tonnen ergeben, die möglicherweise in der Natur landen könnten. Und leider landen in Deutschland zu viele alte Elektrogeräte immer noch verbotenerweise im Hausmüll.

Viele Geschenke, wenig Second Hand

Im internationalen Vergleich steht Deutschland beim Smartphone-Entsorgen und Wiederverwenden eher im Mittelfeld. So sind in Lettland und Ungarn beispielsweise 46 Prozent aller Smartphones in einem Haushalt Second-Hand-Geräte oder geschenkte Geräte. In Deutschland liegt die Quote bei lediglich 31 Prozent.

Immerhin: 40 Prozent der Haushalte in Deutschland verschenken alte Geräte weiter. Damit liegt Deutschland beim Schenken hinter Dänemark, Frankreich und Polen auf Platz vier.

Gleichzeitig liegt Deutschland im Rebuy-Vergleich mit 2.549 Tonnen Gesamt-Elektroschrott auf Platz drei. Noch mehr E-Waste wird nur im Vereinigten Königreich (2.695 Tonnen) und den USA (7.124 Tonnen) erzeugt.

Deutsche denken zu wenig über Elektroschrott nach

Die Studie zeigt, dass in Deutschland das Bewusstsein über die Wiederverwertung und Entsorgung von Elektroschrott noch ausbaufähig ist. Das zeigt auch die aktuelle Sammelquote fürs Land. So liegt die aktuelle E-Waste-Sammelquote bei 43,3 Prozent und damit weit unter der geforderten Quote von 65 Prozent.

Das sei eine unglaubliche Verschwendung, sagt Philipp Gattner, CEO von Rebuy. Denn auf der einen Seite hätten rund drei Milliarden Menschen auf der Welt gar kein Mobiltelefon, während hierzulande Millionen abgelegte Geräte herumlägen.

Viele dieser Geräte funktionieren wunderbar, aber sind einfach nicht das neueste Modell oder liegen nicht im aktuellen Trend. So viele von uns in den wohlhabenden Ländern vergessen, was für ein Luxus und Privileg es ist, auf Knopfdruck mit unseren Lieben sprechen zu können oder Zugriff auf eine unbegrenzte Wissensenzyklopädie zu haben.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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