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Können wir unsere Smartphones künftig per Herzschlag entsperren?

Beatrice Bode
unsplash.com/Rodion Kutsaev

Forschende aus Frankreich haben ein neues System entwickelt, mit dem User ihr Smartphone per Herzschlag entsperren können. Für den sogenannten HoldPass müssen sie ihr Telefon einfach nur in der Hand halten. 

Smartphones mithilfe von Face-ID zu entsperren ist seit einigen Jahren gängige Praxis. Seitdem die Gesichtserkennung auf dem Markt ist, gehört sie zu den Favoriten der biometrischen Sicherungen.

Trotzdem versuchen Hacker immer wieder, bestehende Authentifizierungssysteme zu knacken. IT-Spezialist:innen und Wissenschaftler:innen weltweit arbeiten deshalb stetig an neuen Methoden, um unsere Geräte noch besser vor Fremdzugriffen zu schützen.

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So auch eine Forschungsgruppe der Universität Toulouse in Frankreich. Sie haben das System HoldPass erfunden, bei dem Smartphones sich allein durch den Herzschlag des Users entsperren lassen. Dazu müssen sie es einfach nur in der Hand halten.

Smartphone per Herzschlag entsperren: So funktioniert HoldPass

HoldPass basiert auf der sogenannten Ballistokardiografie. Sie misst die Herzfrequenz anhand der mechanischen Körperschwingungen aus der Herzbewegung.

Das Team der Universität Toulouse nutzt diese Technik für ihr neues Entsperrungssystem. Dabei wird der Herzschlag als biometrisches Merkmal verwendet. Der Herzzyklus leitet eine Vibration durch den Körper, die über die Hand auf das Smartphone übertragen wird.

HoldPass kann die vom Herz ausgelösten Vibrationen der Hand erfassen und verarbeiten. Und das mithilfe der Beschleunigungsmesser sowie Gyroskopsensoren, die in handelsüblichen Mobiltelefonen verbaut sind. Somit reagiert das Smartphone direkt auf die Herzaktivität der Person, die es in den Händen hält.

HoldPass befindet sich noch in der Entwicklungsphase

Während die Herzaktivität bereits bei der biometrischen Authentifizierung zum Einsatz kam, gilt die Erfassung des Herzschlags über die Hand-Ballistokardiografie per Standardsensoren handelsüblicher Mobiltelefone noch als Neuland.

Das Problem dabei: Die Authentifizierung per Vibration der Hand ist zwar möglich, allerdings ist das Signal sehr schwach. Außerdem ist es laut Forschenden schwierig, die Vibration speziell auf die Entsperrung eines Smartphones auszurichten – schließlich schlägt das Herz unentwegt und auch unsere Hände sind in ständiger Bewegung.

HoldPass muss sich daher der doppelten Herausforderung stellen, relevante Merkmale zu identifizieren, die zur Unterscheidung eines Nutzers verwendet werden können, die a) ausrichtungsfrei sind und b) in Echtzeit auf einem Smartphone berechnet werden können.

Die Forschungsgruppe behauptet allerdings auch, dass HoldPass als Authentifizierungsmethode sehr genau sei, wenn sie zielgerichtet eingesetzt werden könne.

HoldPass ist nicht die erste Methode dieser Art

Auch chinesische Forscher:innen schlugen bereits vor, den Herzschlag als biometrisches Merkmal zur Authentifizierung zu verwenden. Dazu müssen User ihre Smartphones allerdings auf ihre Brust legen. Doch genau das will die französische Gruppe mit HoldPass umgehen.

Wissenschaftler:innen der Universität von New South Wales in Australien entwickelten wiederum das System VeinDeep. Infrarot-Tiefensensoren lesen dabei die einzigartigen Venenmuster auf dem Handrücken einer Person und entsperren so das Smartphone.

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Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.