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Internes Memo: Disney plant Stellenabbau und Einstellungsstopp

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Unsplash.com/ Seif Ak
geschrieben von Beatrice Bode

Disney-CEO Bob Chapek will offenbar zahlreiche Angestellte entlassen. Das geht aus einem internen Memo an die Führungskräfte des Unternehmens hervor. Demnach plant der Unterhaltungskonzern auch einen  Einstellungsstopp. Die Hintergründe.

Die Tech- und Unterhaltungsbranche steckt in der Krise. In der vergangenen Wochen entließen beispielsweise Twitter und Meta Tausende Mitarbeiter:innen.

Auch bei den Streamingdiensten sieht es nicht besser aus. So entließ Netflix im vergangenen Juni rund 300 Angestellte, um Kosten zu senken. Nun müssen offenbar auch zahlreiche Beschäftigte von Disney um ihre Jobs bangen.

Disney will zahlreiche Mitarbeiter entlassen

Der US-Konzern plant offenbar den Abbau von Stellen sowie einen Einstellungsstopp. Das geht aus einem internen Memo an die Führungskräfte von Disney hervor, das CNBC vorliegt.

Darin schreibt CEO Bob Chapek, dass er sich zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 über die Kostenmanagementbemühungen austauschen wolle. Das wichtigste Ziel sei es demnach, ab dem Jahr 2024 die Rentabilität von Disney Plus zu erreichen.

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, habe Chapek eine Taskforce für die Kostenstruktur gebildet und die nächsten Schritte bereits festgelegt.

Im Zuge dieses Evaluierungsprozesses werden wir alle betrieblichen und personellen Möglichkeiten prüfen, um Einsparungen zu erzielen, und wir rechnen mit einem gewissen Personalabbau im Rahmen dieser Überprüfung.

Disney-CEO plant Einstellungsstopp

Außerdem plant Chapek einen gezielten Einstellungsstopp. Auch Geschäftsreisen solle es vorerst nicht mehr geben, wenn sie nicht unbedingt nötig sind. Besprechungen sollen – sofern möglich – derweil weitestgehend virtuell stattfinden. Zudem habe die Taskforce bereits diverse Disney-Inhalte und Marketingsausgaben geprüft.

Wir werden zwar keine Abstriche bei der Qualität oder der Stärke unserer konkurrenzlosen Synergiemaschine machen, aber wir müssen sicherstellen, dass unsere Investitionen sowohl effizient sind als auch einen greifbaren Nutzen für das Publikum und das Unternehmen bringen.

Disneys Streamingdienste verlieren 1,47 Milliarden US-Dollar

Die Maßnahmen scheinen eine Reaktion auf  die enttäuschenden Quartalszahlen des Unternehmen zu sein. Die Disney-Aktie verlor zuletzt wiederum erheblich an Wert und erreichten ein neues 52-Wochen-Tief.

Disneys Streamingdienste weisen seit dem letzten Quartal außerdem einen Verlust von 1,47 Milliarden US-Dollar auf. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Defizit dabei fast verdoppelt. .

Disney steht vor unbequemen Entscheidungen

Im Gegensatz zu Netflix hatte Disney zuvor keinen Stellenabbau angekündigt. Dem Memo nach zu urteilen diskutierten die Führungskräfte die Kürzungen bislang auch nur intern.

Ich bin mir bewusst, dass dies für viele von Ihnen und Ihre Teams ein schwieriger Prozess sein wird. Wir werden schwierige und unbequeme Entscheidungen treffen müssen.

Chapek zeigt sich allerdings positiv. Disney habe in seiner 100-jährigen Geschichte viele Herausforderungen gemeistert, schreibt er in dem Memo. Ob die betroffenen Mitarbeitenden die Situation auf die gleiche Weise bewerten werden, ist allerdings wohl eher unwahrscheinlich.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist freie Autorin und Videografin. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Nach einem Zwischenstopp als Content Creator und Reporterin bei Antenne Thüringen landete sie vor einigen Jahren als Cutterin bei der 99pro media GmbH. Vor einiger Zeit hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und ist in die Dominikanische Republik gezogen, um dort als Taucherin die Rettung der Korallenriffe zu unterstützen. Von dort aus schreibt sie nun als freie Autorin für BASIC Thinking.

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