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Neue Richtlinien: TikTok will todbringende Challenges einschränken

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geschrieben von Maria Gramsch

TikTok passt seine Community-Richtlinien an und will die Plattform so sicherer machen. Eingeschränkt werden sollen auch die TikTok Challenges, die in der Vergangenheit schon häufig in der Kritik standen.

Die Nutzerzahlen von TikTok steigen und steigen. Erst im September 2021 hat die chinesische Kurzvideo-App den Meilenstein von einer Milliarde monatlich aktiver User geknackt.

In dieser Woche konnte die Plattform erneut eine Hürde bei den monatlich aktiven Nutzer:innen nehmen. Denn in den USA hat TikTok diese Woche erstmals 150 Millionen aktive User pro Monat gezählt. Im Jahr 2020 waren es noch 100 Millionen.


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Was sind TikTok Challenges?

Teil des Erfolgsrezepts von TikTok sind seine Challenges. Es handelt sich dabei oft um kleinere Mutproben oder auch um Tanz-Challenges. Doch in der Vergangenheit kam es im Zusammenhang mit TikTok Challenges auch immer wieder zu Verletzungen oder gar Todesfällen.

Nun hat die Plattform angekündigt, ihre Community-Richtlinien anpassen zu wollen. Dabei sollen auch TikTok Challenges stärker eingeschränkt werden. Grund könnte die anhaltende Kritik aus den westlichen Ländern sein. Auch muss TikTok-Chef Shou Zi Chew in dieser Woche Rede und Antwort vor dem US-Kongress stehen.

Was plant TikTok mit den neuen Community-Richtlinien?

Mit den neuen Community-Richtlinien will TikTok seine Plattform „zu einem sichereren Ort machen“. Die Richtlinien seien „von zentraler Bedeutung“, wenn es um die Moderation von Inhalten geht.

So können wir fair handeln, die Menschenwürde unserer Nutzer*innen schützen und ein Gleichgewicht zwischen freier Meinungsäußerung und der Vermeidung von Schäden finden.

In den kommenden Monaten wolle TikTok seine Moderator:innen schulen, damit die neuen Standards umgesetzt werden können. Die neuen Community-Richtlinien treten dann am 21. April für alle Nutzer:innen auf der Plattform in Kraft.

Wie ändert sich die Lage für TikTok Challenges?

In den neuen Community-Richtlinien geht TikTok explizit auf „gefährliche Handlungen und Challenges“ ein. Die Plattform begrüße zwar die meist „lustigen und kreativen Trends“. Jedoch würden manche Aktivitäten „ein erhebliches Verletzungsrisiko“ bergen.

Die Plattform hat bisher vor allem Videos von der Plattform entfernt, die zu schweren Verletzungen oder zum Tod führen können. Bei weniger gefährlichen Inhalten hieß es bisher, dass diese „möglicherweise nicht zulässig“ sind.

Das soll sich nach der Anpassung jedoch ändern. Künftig gestatte TikTok keine Inhalte, die „gefährliche Handlungen und Challenges zeigen oder bewerben“. Videos sind dann auch nicht mehr für den Für-dich-Feed zulässig, wenn sie zu „mäßigen körperlichen Schäden führen können“.

Dazu zählen Mutproben, Spiele, Tricks, die unsachgemäße Verwendung gefährlicher Werkzeuge, der Verzehr gesundheitsschädlicher Substanzen oder ähnliche Aktivitäten, die zu erheblichen körperlichen Schäden führen können.

Inhalte, die „mit hoher Wahrscheinlichkeit nachgeahmt werden und zu körperlichen Schäden führen könnten“ werden mit einer Altersbeschränkung versehen.

TikTok Challenges: Nicht immer nur lustige Herausforderungen

Auf der chinesischen Kurzvideo-Plattform kursieren leider nicht nur lustige Tanz-Challenges. Auch Herausforderungen wie die „Tide Pod Challenge“ oder die „Pee Your Pants Challenge“ haben ihren Weg zu TikTok gefunden.

Doch auch immer wieder werden TikTok Challenges auch mit tödlichen Unfällen von Kindern in Zusammenhang gebracht. So beispielsweise bei der „Benadryl Challenge“, bei der Nutzer:innen mit einer Überdosis des Anti-Allergie-Medikaments high werden. In Oklahoma ist ein 15-jähriges Mädchen an dieser Challenge gestorben.

Und auch in Italien gab es einen ähnlichen Fall vor wenigen Jahren. Dabei hatte sich ein zehnjähriges Mädchen für die „Blackout Challenge“ mit einem Gürtel bewusstlos gewürgt. Die Ärzte mussten später ihren Hirntod feststellen.

Erst Anfang Januar hatte TikTok sich genau wegen solcher Inhalte erneut Kritik von EU-Kommissar Thierry Breton eingehandelt. Er kritisierte die Plattform, weil sich für Nutzer:innen „schädliche und manchmal sogar lebensbedrohliche Inhalte“ hinter „scheinbar lustigen und harmlosen Funktionen“ verstecken.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.