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Batterie ohne Lithium: Deutsches Start-up vor Energierevolution?

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© 2023 CMBlu Energy AG
geschrieben von Beatrice Bode

Ein deutsches Start-up hat eine Batterie ohne Lithium entwickelt. Der Akku besteht aus natürlichen Materialien und könnte die Zukunft der nachhaltigen Energiespeicherung werden. Die Hintergründe.

Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen: Das ist das erklärte Ziel der Bundesregierung auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045. Eine emissionsfreie Zukunft wünscht sich auch das deutsche Energie-Start-up CMBlue. Um das zu erreichen, stellt das Unternehmen Batterien mit hohen Kapazitäten und aus natürlich Rohstoffen her – frei von seltenen Erden oder Lithium. Und die Nachfrage boomt.

Batterie ohne Lithium schont Ressourcen und ist vollständig recyclebar

Die sogenannte Organic-SolidFlow-Batterie sei die erste beliebig skalierbare grüne Batterie, so der Hersteller. „Derzeit am Markt verfügbare Batteriesysteme sind gekennzeichnet durch hohe Kosten, Sicherheitsprobleme und ökologische beziehungsweise ethische Bedenken. Sie basieren auf knappen Ressourcen, die unter hohem Energieaufwand und unter problematischen Bedingungen abgebaut und über lange Lieferketten rund um den Globus transportiert werden.“


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Der Energiebedarf steigt allerdings – vor allem im Bereich der Elektromobilität. Das hat unter anderem Engpässe in der Verfügbarkeit von Rohstoffen zur Folge. Die CMBlue-Batterien seien jedoch anders, erklärt CEO Peter Geigle. „Unsere Technologie basiert auf überall verfügbaren, voll recyclebaren organischen Materialien. Unsere Elektrolyte sind nicht brennbar und gewährleisten einen absolut sicheren und zuverlässigen Betrieb.“

Die erfolgreiche Energiewende erfordere Speicherkapazität im Terawattstundenbereich, erklärt der Gründer außerdem. „Nur mit sehr großen Speicherkapazitäten kann der Anteil von Wind- und Solarenergie im Strommix weiter gesteigert und der CO2-Ausstoß reduziert werden.“

Start-up erhält Multi-Millionen-Investition

Wie groß die Nachfrage nach Energiespeichern wirklich ist, lässt sich zudem am Erfolg des kleinen Unternehmens ablesen. „Die Projekte werden immer größer“, so Geigle gegenüber dem Handelsblatt. So groß, dass sie kaum noch zu bewältigen seien.

Um das zu ändern, hat sich CMBlue mit dem Bauunternehmen Strabag zusammengetan. Die Österreicher investierten kürzlich 100 Millionen Euro in die nachhaltige Speichertechnologie. Das Geld soll in die weitere Skalierung der Produktion fließen und außerdem das Wachstum des Batterieherstellers unterstützen. Auch standardisierte Lagerhäuser für Strom stehen auf dem Plan. Auf diese Weise will der Bauriese zum Komplettanbieter für Energieservices werden.

CMBlue existiert seit 2014. Derzeit zählt das Start-up über 190 Mitarbeiter:innen in Deutschland und den USA, davon arbeiten über 100 in der Forschung und Entwicklung. Aktuell setzt das Unternehmen gemeinsam mit Kooperationspartnern mehrere Pilotprojekte zur Validierung der Großspeicherlösungen in Europa und den USA um, unter anderem im österreichischen Burgenland, in Wisconsin, Arizona und dem Uniper-Kraftwerk Staudinger bei Hanau.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.