Wirtschaft

Start-up-Check! Das sind die smarten Pflanzensensoren von Fyta

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Fyta
geschrieben von Christoph Hausel

In der Serie „Start-up-Check!“ nehmen wir regelmäßig die Geschäftsmodelle von Start-ups unter die Lupe. Wer steckt hinter dem Unternehmen? Was macht das Start-up so besonders und was gibt es zu kritisieren? Heute: Fyta aus Berlin.

Start-ups: Das klingt nach Erfindergeist, Zukunftstechnologien, neuen Märkten. Doch in der Realität erweisen sich viele der Neugründungen leider oft als eine Mischung aus einer E-Commerce-Idee, planlosen Gründern und wackeligen Zukunftsaussichten.

Dabei gibt es sie durchaus: Die Vordenker, die an den großen Problemen tüfteln und Geschäftsmodelle revolutionieren. Diese zu finden und vorzustellen, ist die Aufgabe des Formats Start-up-Check. Heute: Fyta aus Berlin.


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Smarte Pflanzenpflege: Was ist Fyta?

Das ist Fyta:

  • Unternehmenssitz: Berlin
  • Gründung: 2018
  • Gründerinnen: Claudia Nassif und Sylvie Basler
  • CEOs: Claudia Nassif, Alexander Schmitt
  • Zahl der Mitarbeiter: 15
  • Produkt: Fyta Beam (Pflanzensensor)

Heim-Botanik goes digital: Hier kommt Fyta, der intelligente Pflanzensensor. Er erfasst Raumklima, Lichtverhältnisse, Nährstoffgehalt des Bodens, Zimmer-Temperatur oder die Feuchtigkeit des Substrats und verhindert dadurch, dass der x-te IKEA-Benjamin mal wieder die Grätsche macht.

Vor diesem Dschungel an Möglichkeiten standen auch die Fyta-Gründerinnen und Pflanzenliebhaberinnen Claudia Nassif und Sylvie Basler, als sie sich auf ihre Expedition zur Erforschung der Gesundheit ihrer Zimmerpflanzen begaben.

Aus Sicht ihrer unglücklichen Indoor-Gewächse verlief die nicht so richtig erfolgreich. Hängende Blüten, ausfallende Blätter und braune Stellen ließen nämlich klar erkennen: Damit stimmt irgendwas nicht. Eine eigene Lösung musste her.

Was ist Fyta Beam?

Dabei stand die Frage im Vordergrund, wie Pflanzen es auch zu Hause in Innenräumen schaffen zu überleben. Ganz einfach: mit smarter Technologie. Und so entstand schließlich der Pflanzensensor Fyta Beam. Das kleine Messgerät besitzt zwei Sensoren, steckt im Topf einer Pflanze und erfasst dort deren Gesundheitsdaten in grundsätzlich fünf Messkategorien:

  1. Volumetrischer Wassergehalt (VWC) in Prozent
  2. Elektrische Leitfähigkeit (EC) in mS/cm
  3. Photosynthetisch aktive Strahlung (PAR) in µmol/m2/sec und Tage
  4. Tageslichtintegral (DLI) in mol/m2/Tag und
  5. Umgebungstemperatur

Diese Daten sendet der Sensor an die Fyta-App (für Android), die Pflanzenfreundinnen und -freunde zum Beispiel per Smartphone fortwährend über die Gesundheit ihrer Pflanze informiert. Braucht das Gewächs Wasser, reicht die Luftfeuchtigkeit aus oder muss die Temperatur erhöht werden? Dazu erhalten Hobbybotanikerinnen und -botaniker eine Textnachricht aus der Fyta-App , was eine optimale Versorgung der Gewächse ermöglicht.

Intelligente App-KI, intelligenter Sensor

Die App ist so smart, dass sie auch unterschiedliche Pflanzenarten erkennt. Das ist notwendig, weil beispielsweise eine Sukkulente deutlich weniger Wasser benötigt als ein Gummibaum. Dabei unterstützt proprietäre, von Fyta selbst entwickelte KI.

Darüber lassen sich Pflanzen zum einen identifizieren und dem stabförmigen Fyta Beam, der in der Blumenerde steckt, zuweisen. Zum anderen ermittelt KI darüber hinaus auch ein individuelles Pflanzenprofil, aus dem sich schließlich per Soll-Ist-Vergleich der konkrete Pflegeaufwand ableitet.

Auf Basis des Fyta Beams entwickelten Nassif und Basler eine beeindruckende Produktpalette, die sich insbesondere an Endverbraucher richtet. Neben des Fyta Beams in unterschiedlicher Anzahl beinhalten die Produkt-Sets unter anderem auch ein WiFi-Hub, über welches sich auch eine große Anzahl an Zimmerpflanzen beziehungsweise Sensoren verknüpfen lassen.

Fyta Beam ist auch B2B-fähig

Entscheidend aber ist, dass der Fyta Beam selbst wissenschaftliche Anforderungen erfüllt. Dadurch ist das Unternehmen grundsätzlich in der Lage, auch Wissenschafts- und Industrie-Anwendungen zu unterstützen. Verantwortlich dafür ist eigenen Angaben zufolge die Impedanzspektroskopie.

Damit realisiert die proprietäre Technologie eine extrem hohe Messgenauigkeit, die etwa Forschungs- und Entwicklungsvorhaben erfordern. Auf diese Weise macht Fyta Beam auch Sensoren-Netzwerke industriellen Ausmaßes wirtschaftlich sinnvoll.

Laut Fyta lassen sich Netzwerke von bis zu 500 Sensoren realisieren, in denen die Datenübertragung per Bluetooth und WiFi erfolgt. Per API-Zugang und benutzerfreundlichem Dashboard, das unter anderem CSV- und Excel-Datendownloads bereitstellt, können auch große Projekte gemanagt werden.

Erfolgsprognose: Starkes Marketing fängt höheren Verkaufsdruck auf

Der Preis eines Fyta Beams liegt bei 40 Euro. Damit liegt das Produkt in der Preis-Range des Wettbewerbs. Da muss das Marketing stimmen. Und das beherrscht das Unternehmen aus dem Effeff. Dafür sprechen vier Punkte:

  • Online ist das Unternehmen mit seiner sympathischen Story sehr gut positioniert
  • Alleinstellungsmerkmal in Form der proprietären Fyta-Beam-Technologie
  • Bei Google, Amazon und Co. besetzt der Pflanzensensor im Vergleich zum Wettbewerb Spitzenpositionen, die eine hohe Sichtbarkeit gewährleisten
  • Und im stationären Handel – etwa im DIY-Segment –  ist das Produkt ebenfalls erhältlich

Im Grunde also gute Voraussetzungen, auch wenn in Zeiten, in denen der Euro bei den Verbrauchern für solche Gadgets nicht ganz so locker in der Tasche sitzt. Noch dazu, wenn gleich mehrere Zimmerpflanzen getrackt werden sollen.

In diesem Zusammenhang mit dem Produkt auch auf B2B-Kunden aus Industrie und Wissenschaft zuzugehen, ist insofern ein konsequenter Schritt. Mit der proprietären Technologie, die sich vergleichsweise einfach skalieren lässt, sollte es Fyta gelingen, auch diesen Markt zu erschließen.

Fazit: Die smarten Pflanzensensoren von Fyta

Etwas Sorgen bereiten allerdings die Marketingkosten, die bei Produktinnovationen traditionell hoch sind. Sie schlagen gerade bei Start-ups ganz besonders zu Buche. Zusätzliche Investoren wären hier hilfreich.

Es mag auf dem Weg nach oben etwas holprig werden, aber der Gründergeist von Nassif und Schmitt und deren innovativem Team, die ihre Kreativität längst unter Beweis gestellt haben, werden dieses Startup sicher durch unruhige Zeiten steuern. Deshalb gibt es für Fyta starke sieben von zehn Punkten.

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Über den Autor

Christoph Hausel

Christoph Hausel, studierter Jurist und erfahrener Kommunikationsprofi, ist Co-Owner & Managing Director von ELEMENT C. Zudem steht er zahlreichen Acceleratoren als Mentor und Experte zur Seite: next media accelerator, MediaLab Bayern und Wayra. 2002 gründete er die Kommunikationsagentur ELEMENT C. Damals als reine PR-Agentur konzipiert, fokussiert sich ELEMENT C seit 2005 auf die interdisziplinäre Verknüpfung von PR und Design, um ein langfristiges Markenbewusstsein zu schaffen.

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