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Digitaler Stress: So kannst du schlechte Nachrichten besser bewältigen

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Adobe Stock/ Paolese
geschrieben von Fabian Peters

Durch die Digitalisierung verbreiten sich schlechte Nachrichten immer schneller und sind dadurch präsentiert. Doch viele Menschen haben Probleme damit, diese Infromationsflut zu bewältigen. Ihr Leiden: Digitaler Stress. Forscher empfehlen dagegen ein einfaches wie probates Mittel.

Ob Klimawandel, Krankheiten, Proteste oder Krieg: Schlechte Nachrichten verbreiten sich aufgrund der Digitalisierung immer schneller und sind deshalb präsenter. Doch das ist nicht nur Tatsachen geschuldet, sondern auch dem Umgang damit.

Denn vor allem im Online-Journalismus sind Schockmeldung schier allgegenwärtig. Ein Skandal jagt den nächsten, eine Panik-Überschrift übertrumpft die andere. Der Grund: Klicks. Denn die sorgen bei fast allen Online-Medien automatisch für mehr Umsatz – digitale Werbeanzeigen und Partner-Links sei dank.


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Digitaler Stress, oder: Der Drang nach schlechten Nachrichten

Viele Menschen fühlen sich von dieser Nachrichtenflut jedoch überfordert. Sie belastet sie sogar. Trotzdem legen sie ihr Smartphone nicht beiseite. Denn der Drang nach Horrormeldung ist offenbar groß. Viele verbringen ihre Freizeit deshalb sogar mit sogenanntem Doomscrolling – dem gefühlt endlosen Suchen und Lesen von schlechten Nachrichten.

Ein Beispiel dazu: Laut einer Studie des Instituts für digitale Resistenz überkommt 60 Prozent der Befragten ein negatives Gefühl, wenn sie durch Instagram scrollen. Doch woher rührt der Drang nach schlechten Nachrichten, die letztlich nur belasten?

Laut Anastasia Kozyreva, Forscherin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, haben negative und emotionale Nachrichten gewissermaßen Jahrtausende lang den Zweck erfüllt, vor potentiellen Gefahren und Risiken zu warnen. Der Drang danach beruhe gewissermaßen auf einem evolutionären Schutzmechanismus.

Seit dem Internetzeitalter und der Digitalisierung kehre sich dieser einstige Vorteil jedoch um. Kozyreva dazu: „Wir hatten ja keine Zeit, uns an die digitale Umwelt anzupassen.“ Als Beispiel führt sie die sozialen Medien an, die unsere Aufmerksamkeit binden „indem sie Neugier, Empörung oder Wut wecken“.

So kannst du Informationsflut und Fake News bewältigen

Das Problem sei aber, dass die Aufmerksamkeitsfähigkeit des Menschen begrenzt ist. Anastasia Kozyrevas appelliert deshalb: „Wir brauchen dringend Strategien, um zumindest ein gewisses Maß an Kontrolle zurückzugewinnen.“

Eine davon sei die Methode des kritischen Ignorieren. Heißt konkret: Eine Einstellung, bewusst nichts wissen zu wollen. Denn wer bestimmte Informationen und Nachrichten gezielt ausblende, kann negative Nachrichten besser verarbeiten. Kritisches Ignorieren sei mittlerweile sogar ebenso wichtig wie kritisches Denken.

Digitaler Stress: Kritisches Ignorieren kann hilfreich sein

Um das Ignorieren zu erleichtern, kann es beispielsweise helfen, Apps stummzuschalten oder vom Smartphone oder Startbildschirm zu verbannen. Die Devise: Alles was zu sehr ablenkt, sollte beseitigt werden. Auch eine Begrenzung der Bildschirmzeit kann dabei hilfreich sein.

Neben Schockermeldung sind jedoch auch immer mehr Fake News eine Ausgeburt der Digitalisierung. Um diese zu identifizieren kann das sogenannte laterale Lesen hilfreich sein. Heißt konkret: Inhalte und Autoren sollten in einem weiteren Browser-Tab über Suchmaschinen geprüft werden.

Kritisches Ignorieren heißt jedoch nicht, Nachrichten und schlechten Nachrichten grundsätzlich zu meiden. Es geht vielmehr darum, dass man für sich selbst überlegt qualitative Inhalte und Quellen auswählt. Kozyreva dazu: „Ohne die Fähigkeit, bewusst zu entscheiden, was wir im Netz ignorieren […], lassen wir zu, dass andere die Kontrolle über unsere Augen und unseren Verstand übernehmen.“

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).

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