Technologie

Was ist PQ3? Alle Infos zum neuen Messaging-Protokoll von Apple

Was is PQ3, iMessage, Messaging-Protokoll
Apple
geschrieben von Fabian Peters

Apple hat mit PQ3 ein neues Messaging-Protokoll in seine Nachrichten-App iMessage integriert. Es soll die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verbessern und gegen Quantenangriffe schützen. Die Hintergründe. 

Apple hat ein neues neues Messaging-Protokoll in seine Nachrichten-App iMessage integriert. Das Unternehmen setzt damit weiterhin auf die Postquantenverschlüsselung (PQC) und erweitert sie auf die Sicherheitsstufe drei. Das neue Protokoll mit dem Namen PQ3 soll Konversationen über iMessage dabei noch sicherer machen.

Was ist PQ3?

PQ3 ist ein sogenanntes Post-Quantum-Kryptografie-Protokoll, das die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Apple-Geräten besser schützen soll. Der Hintergrund: Die Weiterentwicklung und zunehmende Verbreitung von Quantencomputern könnte es Hackern künftig ermöglichen, Nachrichten, die mit klassischen Messaging-Protokollen verschlüsselt werden, relativ einfach zu entschlüsseln.


Neue Stellenangebote

Growth Marketing Manager:in – Social Media
GOhiring GmbH in Homeoffice
Content Marketing Expert / Social Media Expert Publications (w|m|d)
zeb.rolfes.schierenbeck.associates gmbh in Münster
Senior Communication Manager – Social Media (f/m/d)
E.ON Energy Markets GmbH in Essen

Alle Stellenanzeigen


Apple setzt mit PQ3 deshalb auf die Quantenverschlüsselung von Nachrichten. Die Technologie verändert die Algorithmen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit einem öffentlichen Schlüssel dabei so, dass sie vor potenziellen Quantenangriffen geschützt sind, gleichzeitig aber auch auf normalen Computern funktioniert.

Wie funktioniert PQ3?

Klassische Instant-Messaging-Apps und -Dienste nutzen standardmäßig sogenannte asymmetrische Verschlüsselungsverfahren. Das heißt, dass sie sowohl einen öffentlichen als auch einen privaten Schlüssel verwenden. Der öffentliche Schlüssel sorgt dabei dafür, dass gesendete Nachrichten verschlüsselt werden.

Der private Schlüssel generiert anschließend einen symmetrischen Sitzungsschlüssel, um die Nachricht auf dem Gerät des Empfänger zu entschlüsseln. Dieses Sicherheitsniveau ist derzeit in den meisten Fällen ausreichend. Apple will die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit PQ3 jedoch bereits jetzt verbessern.

Der Grund: Hacker könnten bereits jetzt riesige Datenmengen in Form von verschlüsselten Nachrichten abfischen, um sie künftig mithilfe von Quantencomputern zu entschlüsseln. Um das zu verhindern, soll PQ3 den Schlüsselaustausch mit einer zusätzliche Post-Quantum-Komponente schützen.

Apple führt neues Messaging-Protokoll für iMessage ein

Apple stellt das Messaging-Protokoll PQ3 über die Software-Update iOS 17.4, iPadOS 17.4, macOS 14.4 und watchOS 10.4 zur Verfügung. Die Umstellung erfolgt aber schrittweise. Heißt konkret: Zunächst sollen alle Chats auf PQ3-fähigen Geräten automatisch umgestellt auf das Protokoll umgestellt werden.

Im Laufe des Jahres 2024 will Apple sein bisheriges Messaging-Protokoll für die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dann vollständig durch PQ3 ablösen. Die Umstellung auf das System ist zwar durchaus löblich. Doch Apple ist nicht das einzige Unternehmern, das auf Postquantenverschlüsselung setzt.

Der Messaging-Dienst Signal hat mit PQXDH beispielsweise bereits im Herbst 2023 ein ähnliches Protokoll eingeführt. Doch auch wenn Post-Quantum-Kryptografie-Protokoll mehr Sicherheit versprechen, sollte man sich nicht ausschließlich darauf verlassen.

Denn Protokolle wie PQ3 schützen nur den Transport von Nachrichten. Sobald diese auf einem Gerät angekommen sind, können Hacker diese weiterhin mit Spyware abgreifen. Der Schutz der eigenen Geräte sollte deshalb nicht vernachlässigt werden.

Auch interessant: 

Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).

Kommentieren