Amazon, Rechenzentrum, Atomkraftwerk

Amazon betreibt Rechenzentrum über benachbartes Atomkraftwerk

Felix Baumann
Talen / Cumulus

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Amazon hat für seinen Web Service ein neues Rechenzentrum in Betrieb genommen. Es befindet sich direkt neben einem Atomkraftwerk, aus dem mit der notwendigen Energie versorgt wird. 

Mit jedem Tag, der vergeht, wächst auch die Menge an Informationen und Daten im Internet. Prognosen zufolge könnten im Jahr 2027 bis zu 284,3 Zettabyte Daten im Internet kursieren. Doch wie lässt sich, dass diese Informationen nachhaltig gespeichert werden? Schließlich benötigen riesige Rechenzentren meist gigantische Mengen an Energie.

Amazon Web Services, die Cloud-Sparte von Amazon, erprobt deshalb einen neuen Ansatz. Das Unternehmen erwarb für 650 Millionen US-Dollar den Datenzentrumscampus Cumulus Data Assets von Talen Energy. Das neu erworbene Rechenzentrum zeichnet sich insbesondere durch den genutzten Energiemix aus.

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Denn der Betrieb erfolgt zu 100 Prozent durch den Output eines angrenzenden Kernkraftwerks. Dieses hat eine Leistung von 2,5 Gigawatt (GW) und erstreckt sich in Pennsylvania über ein 1.200 Hektar großes Areal.

Amazon nutzt für Rechenzentrum Energie aus Atomkraftwerk

Das Kernkraftwerk mit dem Namen „Susquehanna Steam Electric Station“ zählt zu den sechs größten Kernkraftanlagen der USA. Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1983 produziert es täglich 63 Millionen Kilowattstunden Strom. Die Anlage verfügt über zwei Siedewasserreaktoren von General Electric, deren Betriebsgenehmigungen bis 2042 und 2044 laufen.

Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Amazon und Talen Energy wird der Energieversorger dem neuen Datenzentrum von Amazon Atomstrom zum Festpreis liefern. Amazon vereinbarte vertragliche Mindeststromabnahmeverpflichtungen, die in Schritten von 120 Megawatt über mehrere Jahre ansteigen. Zudem hat der Konzern die einmalige Option, die Verpflichtungen bei 480 MW zu deckeln sowie zwei zehn-Jahres-Optionen für Verlängerungen, die an die Erneuerung der Kernkraftlizenzen gebunden sind.

Betrieb aus 100 Prozent nachhaltiger Energie?

Mit diesem Konzept möchte Amazon Web Services den eigenen Energiebedarf zu 100 Prozent mit sauberer Energie decken. Es ist allerdings weiterhin umstritten, inwieweit Atomstrom langfristig eine nachhaltige Energiequelle darstellt.

Die Wahl fiel deshalb auf die Susquehanna Steam Electric Station, da sie bereits in Betrieb ist. Außerdem übernimmt Amazon den Datenzentrumscampus schlüsselfertig.

Langfristig könnte der lokale Energiebedarf von Rechenzentren also direkt vor Ort zur Verfügung stehen. Es muss sich noch zeigen, inwieweit eine solche Vereinbarung zum Klimaschutz beiträgt und was nach dem Ende der Betreiberlizenz 2044 passiert.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.