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Schwimmende Solaranlagen könnten ganze Länder mit Strom versorgen

Maria Gramsch
Adobe Stock / ungvar

Immer mehr Haushalte decken ihren Strombedarf zumindest teilweise mit Solarenergie. Doch schwimmende Solaranlagen auf Gewässern könnten sogar ganze Länder mit Strom versorgen.

Die Zahl der Balkonkraftwerke in Deutschland nimmt stetig zu. Im Jahr 2023 wurden bereits 275.000 neue Balkonkraftwerke in Betrieb genommen – das Dreifache im Vergleich zum Vorjahr.

Doch nicht nur im kleinen Rahmen steigt die Bedeutung von Solaranlagen. Denn viele Staaten investieren derzeit in schwimmende Solaranlagen. Mit diesen könnten laut einer Studie der Bangor University sogar mehrere Länder ihren Strombedarf decken.

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Schwimmende Solaranlagen könnten ganze Länder versorgen

Für ihre Untersuchung haben die Forschenden Klimadaten von weltweit rund einer Million Gewässern analysiert. Ziel war es, das globale Energieerzeugungspotenzial dieser auf Gewässern installierten Photovoltaikanlagen zu ermitteln.

Dabei kamen die Forschenden der Bangor University zu dem Schluss, dass schwimmende Solaranlagen auf diesen Gewässern weltweit 14.906 TWh Strom erzeugen könnten.

Bei einer konservativen Abdeckung der Wasseroberfläche in Höhe von zehn Prozent mit schwimmenden Solaranlagen würde demnach ausreichend Energie erzeugt, um „einen beträchtlichen Teil des Strombedarfs einiger Länder zu decken“. Im Durchschnitt lag die Zahl bei 16 Prozent.

Außerdem hätten die schwimmenden Solaranlagen Umweltvorteile gegenüber Photovoltaikanlagen an Land. Denn das Wasser könnte die aufliegenden Paneele besser kühlen. Auch die Verdunstung in den Gewässern könnten die Paneele reduzieren.

Allerdings müssten laut den Forschenden die Gesamtumweltauswirkungen der schwimmenden Solaranlagen noch weiter erforscht werden.

Diese Länder könnten ihren gesamten Strombedarf decken

Laut der Auswertung könnten fünf Länder sogar ihren gesamten Strombedarf durch schwimmende Solaranlagen decken. Zu diesen zählen unter anderem Äthiopien mit 129 Prozent sowie Neuguinea und Ruanda.

Für viele Länder in Afrika, der Karibik, Südamerika und Zentralasien liegt der Prozentsatz zwischen 40 und 70 Prozent. In europäischen Ländern ist dieses Potenzial geringer. Finnland kommt beispielsweise auf 17 Prozent, Dänemark nur auf sieben.

Welche Gewässer eignen sich für schwimmende Solaranlagen?

Für ihre Überlegungen haben die Forschenden bestimmte Parameter festgelegt. Ein Gewässer, dass für schwimmende Solaranlagen in Frage kommt, muss sich demnach in einem Umkreis von zehn Kilometern um ein Bevölkerungszentrum befinden.

Als ein solches Bevölkerungszentrum werden Regionen mit mindestens 1.000 Einwohner:innen angesehen. Dabei darf die Bevölkerungsdichte nicht unter 400 Menschen pro Quadratkilometer liegen.

Auch dürfen sich die Gewässer nicht in einem Naturschutzgebiet befinden sowie maximal sechs Monate im Jahr zufrieren. Außerdem dürfen die Gewässer natürlich auch nicht austrocknen.

Für ihre Berechnung haben die Forschenden maximal zehn Prozent der Wasseroberfläche bedeckt. Dabei kamen die schwimmenden Solaranlagen auf eine Maximalfläche von 30 Quadratkilometern.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.