Search GPT Quellen KI Suche Bild Welt seriös unseriös

Quellen von Search GPT: Die KI-Suche von OpenAI ist absolut unseriös!

Fabian Peters
OpenAI / Logos: Axel Springer / Montage: BASIC thinking

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OpenAI hat eine eigene Suchmaschine an den Start gebracht. Viele Medien überschlagen sich mit Lob und beschwören bereits das Ende von Google und Co. herbei. Ein kritische Einordnung? Fehlanzeige! Dabei genügt ein Blick auf die Quellen, um festzustellen: Search GPT ist unseriös! Ein Kommentar. 

Mit GPT Search hat ChatGPT nun eine Suchfunktion. Sie soll klassischen Suchmaschinen Konkurrenz machen. Das Problem: Die Suchergebisse sind nicht nur unausgewogen, sondern geprägt von Populismus, Sensationsschlagzeilen und Hetze – und das hat einen Grund.

Search GPT ist nicht seriös – das ist der Grund

Im Dezember 2023 haben OpenAI und der Axel Springer Verlag eine globale Partnerschaft geschlossen. Das selbsterklärte Ziel: „unabhängigen Journalismus“ im KI-Zeitalter stärken. ChatGPT liefert Nutzern seither Zusammenfassungen ausgewählter Nachrichteninhalten von BILD, WeltBusiness Insider und Politico.

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Aufgrund der Integration von GPT Search enthält das Sprachmodell nun aber auch Quellenangaben und Links. Um den Zugang zu entsprechenden Informationen zu gewährleisten, hat Open AI außerdem Partnerschaften mit anderen Nachrichten- und Datenanbietern geschlossen, darunter Associated Press, Condé Nast, der Financial Times, Reuters und Le Monde.

Diese Partnerschaften sollen Rechtsstreitigkeiten vorbeugen. Doch ChatGPT Search durchsucht, verarbeitet, zitiert und verlinkt nicht nur auf die Inhalte seiner Medienpartner, sondern auch andere Nachrichtenwebsites. Die Kooperationen erscheinen insofern fragwürdig. Das Unternehmen betont zwar, dass die Inhalte ausgewognen seien, doch die Realität spricht eine andere Sprache.

Aber was soll schon schiefgehen, wenn Search GPT überwiegend von Nachrichtenwebsites dominiert wird, deren Geschäftsmodell auf Populismus, Sensationsschlagzeilen, Hetz und Angstmacherei basiert? Wir haben einen kleinen Test gemacht.

Suchergebnisse von ChatGPT: BILD und Welt dominieren

Unsere Suchanfragen samt Ergebnissen (Stand 6. November 2024):

  • Prompt: “Suche aktuelle Informationen zur VW-Krise”. Quellen: Welt, AutoBild, Welt, AutoBild, AutoBild, ZDF
  • Prompt: “Suche aktuelle Informationen zur deutschen Asylpolitik”. Quellen: Bundesregierung, Welt, Welt, ZDF
  • Prompt: „Suche aktuelle Informationen zur US-Wahl“: Quellen: BILD, BILD, WirtschaftsWoche, Wikipedia, Das Erste

Zugegeben: Die Quellenangaben sind nicht bei allen Suchanfragen so auffällig einseitig. Doch Ausgewogenheit sieht definitiv anders aus. Denn egal ob Politik, Sport oder Gesellschaft: Die Suchergebnisse von ChatGPT werden von Springer-Medien dominiert.

Das Sprachmodell verbreitet also Inhalte, die aktiv zur Spaltung der Gesellschaft beitragen, indem sie Narrative bedienen. So ist die BILD beispielsweise die Zeitung mit den meisten Rügen beim Presserat, während die Welt regelmäßig mit Kampagnen-Journalismus in Erscheinung tritt – und teilweise sogar Verschwörungstheorien bedient.

Seit dem Release von ChatGPT, entsteht zudem vermehrt der Eindruck, dass zahlreiche Medien alles in den Himmel loben, was Entwicklerunternehmen OpenAI fabriziert. Getreu dem Motto: „BILD der deine Meinung“. Deshalb ist es umso wichtiger, sich aktiv mit dem Thema KI auseinanderzusetzen und Search GPT kritisch zu betrachten – von einer Regulierung ganz zu schweigen.

Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Kommentar. Das ist eine journalistische Darstellungsform, die explizit die Meinung des Autors und nicht des gesamten Magazins widerspiegelt. Der Kommentar erhebt keinen Anspruch auf Sachlichkeit, sondern soll die Meinungsbildung anregen und ist als Meinungsbeitrag durch Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).