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Google will journalistische Inhalte aus seiner Suche ausschließen

Fabian Peters
unsplash.com/ sarah b

Google will journalistische Inhalte offenbar testweise aus seiner Suche ausschließen. 2,6 Millionen Nutzer in insgesamt neun EU-Ländern sollen davon betroffen sein. Medienorganisationen zeigen sich entsetzt und fordern einen sofortigen Abbruch des Experiments. 

Im Rahmen eines Tests will Google journalistische Inhalte in neun EU-Ländern aus seiner Suche ausschließen. Das geht aus einem Bericht der Medien- und Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) hervor. Demnach wären insgesamt 2,6 Millionen Nutzer in Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, den Niederlanden, Polen und Spanien betroffen.

Google will journalistische Inhalte aus Suche ausschließen

Laut ROG will der US-Konzern untersuchen, wie sich das Fehlen von Medieninhalten auf die „Attraktivität” der Marke Google auswirkt. Gemeinsam mit weiteren europäischen Presseorganisationen fordert Reporter ohne Grenzen einen unverzüglichen Abbruch des Experiments. Antoine Bernard, Leiter der Advocacy-Abteilung von RGO, dazu:

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Die symbolische Wirkung des Google-Tests ist verheerend – journalistische Inhalte würden aus den Suchergebnissen verschwinden. Wir stehen an der Seite der europäischen Presseverleger und setzen uns dafür ein, dass deren Inhalte auf digitalen Plattformen fair vergütet werden. Das Ende des Google-Tests ist eine unabdingbare Voraussetzung dafür.

In einem offenen Brief schreiben die unterzeichnenden Organisationen von einem Warnzeichen für die europäischen Demokratien und von einer Gefahr für die nachhaltige Informationsfreiheit „Made in Europe“. Die Verleger und Journalisten seien zutiefst besorgt über den Google-Test.

Welches Ziel verfolgt Google?

Reporter ohne Grenzen zufolge verfolgt Google das Ziel, Presseinhalte für rund 2,6 Millionen Menschen in Europa auf unbestimmte Zeit von seinen Diensten zu entfernen. Angeblich wolle das Unternehmen so seine Markenattraktivität messen. Den Kritikern zufolge stellt das Experiment jedoch eine „Bedrohung für die finanzielle Nachhaltigkeit einer freien europäischen Medienlandschaft, für den europäischen Journalismus als Ganzes und für die Stabilität der europäischen Demokratien dar“.

Durch sein Beinahe-Monopol bei der Online-Suche habe der US-Konzern großen Einfluss auf viele Bürger innerhalb der EU. Für sie stellt die Google-Suche einen wichtigen Zugang zu Informationen und Medieninhalten dar.

In einer Zeit, in der die Gesellschaft und Informationen immer häufiger manipuliert werden würden, müsse ein Unternehmen wie Google laut ROG Verantwortung übernehmen und aufhören das Recht der Menschen auf einen Zugang zu journalistischen Inhalten zu untergraben.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).