Doctolib KI-Modelle, Künstliche Intelligenz, KI, Nutzerdaten, Gesundheitsdaten

Doctolib will KI-Modelle mit Nutzer- und Gesundheitsdaten trainieren

Maria Gramsch
Doctolib

Der IT-Dienstleister Doctolib hat seine Datenschutzrichtlinien angepasst und will anhand von Nutzerdaten künftig KI-Modelle trainieren. Die Hintergründe.

In der Arztpraxis ist das Telefon ständig besetzt oder es nimmt einfach niemand ab? Dieses Szenario haben vermutlich viele Patienten schon das ein oder andere Mal erlebt.

Mehr als ein Drittel der Deutschen greift deshalb gern auf den Online-Terminservice zurück, den zahlreiche Arztpraxen inzwischen anbieten. Nicht selten kommt dabei die aus Frankreich stammende Plattform Doctolib zum Einsatz.

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In Deutschland nutzen nach Angaben des Unternehmens inzwischen 20 Millionen Menschen Doctolib, um beispielsweise Arzttermine zu vereinbaren. Dabei kommen auch zahlreiche Nutzerdaten zusammen, die der IT-Dienstleister künftig einsetzen möchte, um KI-Modelle zu trainieren.

Welche Daten nutzt Doctolib für seine KI-Modelle?

Doctolib hat seine aktualisierten Datenschutzhinweise bereits veröffentlicht. Diese sollen ab dem 22. Februar in Kraft treten. Darin beruft sich das Unternehmen auf sein berechtigtes Interesse als Verantwortlicher der Verarbeitung.

So sollen künftig Nutzerdaten wie Geschlecht, Geburtsmonat und -jahr der Nutzerinnen in das KI-Training einbezogen werden. Aber auch die Antworten auf freiwillige Umfragen der Plattform sowie Rückmeldungen der Nutzer zur Videosprechstunde zählen dazu.

In einer E-Mail an Nutzer schreibt Doctolib, das Unternehmen entwickle „fortlaufend neue daten- und KI-gestützte Produkte“. Dazu zählen demnach unter anderem Erinnerungen an Rezepterneuerungen oder neue Funktionen bei Patientennachrichten.

Weitere Informationen zu den Änderungen sollen Nutzer zeitnah in ihren Accounts erhalten. „Dort haben Sie auch die Möglichkeit, Ihre Einwilligung zu erteilen“, heißt es in der E-Mail weiter.

Kommen auch Gesundheitsdaten zum Einsatz?

In den aktualisierten Datenschutzhinweisen von Doctolib heißt es zur Verwendung von personenbezogenen Gesundheitsdaten, dass hierfür die „ausdrückliche Einwilligung des Nutzers“ eingeholt wird.

Doctolib listet hier auch auf, um welche Gesundheitsdaten es dabei gehen wird. Unter anderem will das Unternehmen für das Training von KI-Modellen Suchdaten, die Terminhistorie, medizinische Notizen oder vom Nutzer auf der Plattform eingegebene medizinische Informationen nutzen.

Aber auch Gesundheitsdaten, die von Gesundheitsfachkräften im Rahmen der Nutzung der Doctolib-Dienste über den Nutzer erhoben wurden, können hier mit einfließen.

Doctolib und seine KI-Bemühungen

Bereits seit einiger Zeit versucht Doctolib im Bereich Künstliche Intelligenz Fuß zu fassen. Dafür hat das Unternehmen im vergangenen Jahr bereits zwei KI-Firmen übernommen.

Dazu zählt zum einen das Unternehmen Aaron.ai, das einen KI-gestützten Telefonassistenten anbietet. Aber auch das auf Spracherkennung im medizinischen Bereich spezialisierte Unternehmen Typeless gehört seit 2024 zu Doctolib.

Mit der Übernahme von Typeless hatte Doctolib auch die Einführung eines digitalen medizinischen Assistenten für Ende 2024 angekündigt. Dieser ist bisher jedoch noch nicht erschienen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.