SEAL: Forscher entwickeln KI, die denken kann – und nie aufhört zu lernen

Felix Baumann

Forscher des MIT haben eine selbstlernende KI entwickelt, die sich an ihre Umgebung anpassen können soll. Das sogenannte SEAL-Modell sei in der Lage fortlaufend zu lernen und sogar selbst zu denken.

KI-Modelle können mittlerweile mehr als nur Texte schreiben. Sie können Bilder und Videos generieren, Code programmieren und sogar Musik komponieren. Doch eine entscheidende Sache blieb ihnen bislang verwehrt: Die Fähigkeit, aus Erfahrungen zu lernen. Doch genau das möchten Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ändern.

Mit einem neuen Ansatz namens SEAL (Self-Adapting Language Models) wollen sie ein Sprachmodell schaffen, das ständig dazulernen soll – und zwar ohne Preisgabe von neuen Trainingsdaten. Die Idee der Forscher: Eine KI, die sich selbst Notizen macht, neue Erkenntnisse gewinnt und ihr „Gedächtnis“ jederzeit anpasst.

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Sie soll eigene Trainingsdaten auf Basis dessen generieren können, was sie gerade gelernt hat. Das sei vergleichbar mit einem Schüler oder Studenten, der eine Zusammenfassung schreibt, um den Inhalt besser zu verstehen.

KI-Modell SEAL soll nie aufhören zu lernen 

Ein Beispiel: Wenn das KI-Modell SEAL etwa eine Information über das Apollo-Raumfahrtprogramm erhält, soll sie selbst neue Zusammenhänge dazu generieren. Diese selbst erzeugten Informationen könne sie dann nutzen, um sich selbst zu „trainieren“. Anschließend soll das Modell prüfen, ob es mit dem neuen Wissen bessere Antworten geben kann.

Klappt das, behält sie die Veränderung bei. Das Ganze erinnert an das Prinzip „Learning by Doing“ – in der digitalen Version. Das System ist aber bisher nicht perfekt. Eine große Herausforderung bleibt das sogenannte „katastrophale Vergessen“. Der Hintergrund: Wenn die KI etwas Neues lernt, kann es passieren, dass sie altes Wissen verliert.

Das ist ein Grund, warum Maschinen und Menschen sich in ihrer Art zu lernen noch deutlich unterscheiden. Außerdem benötigt SEAL sehr viel Rechenleistung. Wie genau die Forscher das Lernen in sinnvollen Abständen einplanen wollen, ist ebenfalls nicht ganz klar.

Selbstlernende KI mit Zukunftspotenzial

Trotzdem: Die Richtung scheint zu stimmen. Denn wenn Sprachmodelle in Zukunft selbstständig weiterlernen können, könnte das viele Anwendungen verbessern. Vom persönlichen Chatbot, der sich an Nutzer-Vorlieben erinnert, bis zu KI-Assistenten, die sich ständig auf neue Aufgaben einstellen.

Die Idee, dass Maschinen mit der Zeit schlauer werden als der Mensch, rückt damit ein Stückchen näher. Dennoch bleibt offen, inwieweit die Technologie mit Falschinformationen gefüttert werden kann – genauer gesagt sich selbst damit füttern könnte. Denn gibt die KI einfach weiter, was sie vom Menschen lernt, könnten Erkenntnisse entstehen, die nicht der Wahrheit entsprechen.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.