Geothermie Bohrung Quaise Energy Erdwärme

Geothermie: Unternehmen will Löcher schmelzen statt bohren

Maria Gramsch
Quaise Energy

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Geothermie spielt aktuell noch eine eher untergeordnete Rolle bei den Energieträgern. Sie birgt allerdings gleichzeitig großes Potenzial für die Energiewende. Ein US-amerikanisches Start-up hat eine Technologie entwickelt, um hierfür künftig Löcher in die Erde zu schmelzen statt zu bohren. Damit sollen Tiefen von bis zu 20 Kilometern erreicht werden.

Die Geothermie stellt eine erneuerbare Energiequelle mit hoher Versorgungssicherheit dar. Denn bei diesem Energieträger wird die Wärme aus dem Erdinneren genutzt, die ganzjährig und rund um die Uhr verfügbar ist.

Wird die Geothermie richtig genutzt, ist sie sogar nahezu emissionsfrei. Künftig könnte sie fossile Heizsysteme ersetzen, so zur Reduktion der Treibhausgase beitragen und die Energiewende vorantreiben.

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Doch bisher spielt die Geothermie eine eher untergeordnete Rolle bei der Energieversorgung. Bei der Bruttostromerzeugung in Deutschland im Jahr 2024 kam die Geothermie nur auf 0,2 Terrawattstunden. Zum Vergleich: Mit Windkraft wurden im selben Jahr mehr als 140 Terrawattstunden erreicht.

Bei der Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahr 2024 belegte die oberflächennahe Geothermie zusammen mit der Umweltwärme immerhin Platz zwei mit 13,95 Prozent. Feste Biomasse konnte sich hier mit 68,41 Prozent jedoch klar absetzen. Die tiefe Geothermie kommt derweil nur auf 0,91 Prozent.

Hohe Investitionskosten für die Erkundung von Gebieten und die Bohrungen erschweren den Ausbau der tiefen Geothermie. Ein Start-up aus dem US-amerikanischen Texas will das mit einer neuen Art von Bohrung jedoch ändern.

Schmelzen statt bohren: So soll Geothermie verfügbar werden

Das US-Start-up Quaise Energy will mit seinem Millimeterwellen-Bohrsystem künftig Löcher in die Erde schmelzen, statt sie zu bohren. So soll es künftig möglich sein, bis zu 20 Kilometer unter die Erdoberfläche zu bohren, um die Erdwärme zu nutzen.

Das Unternehmen aus Texas hat auf dem Weg dahin nun einen Meilenstein verkündet. Denn erstmals konnte mit der Millimeterwellen-Technologie eine Tiefe von 100 Metern erreicht werden.

Die Bohrmethode von Quaise Energy, die am MIT entwickelt wurde, nutzt dabei keine mechanischen Bohrer. Stattdessen wird mit einem hochfrequenten Mikrowellenbohrer das Gestein geschmolzen und verdampft.

Das ermöglicht laut dem Unternehmen den Zugang zu extrem heißen Gesteinen mit Temperaturen von etwa 400 Grad Celsius. So könne ein Vielfaches der Energie herkömmlicher Geothermie erzeugt werden. Quaise will so Projekte im Netzmaßstab realisieren, die mit der Leistungsabgabe großer fossiler Kraftwerke mithalten können.

„Die Erde verfügt über enorme Reserven an sauberer Energie – Energie, die die Art und Weise, wie wir unsere Welt mit Strom versorgen, grundlegend verändern könnte, wenn wir sie erreichen könnten“, erklärt CEO Carlos Araque. „Quaise hat nun gezeigt, dass die Millimeterwellen-Technologie etwas leisten kann, was keine andere Technologie kann: in Rekordzeit perfekt saubere Löcher durch einige der härtesten Gesteinsarten der Erde bohren.“

Dieser Meilenstein bringt uns unserem Ziel näher, Geothermie zu einer praktischen Lösung für die Stromversorgung von Gemeinden praktisch überall zu machen.

Pilotkraftwerk soll 2028 in Betrieb gehen

Nach dem erfolgreichen Feldtest will Quaise nun an einem Bohrer mit zehnmal mehr Leistung arbeiten. So soll bis 2028 bereits ein Pilotkraftwerk in den USA entstehen.

„Unsere Fortschritte in diesem Jahr haben alle Erwartungen übertroffen“, führt Araque aus. „Wir bohren derzeit schneller und tiefer, als irgendjemand für möglich gehalten hätte.“

Damit habe Quaise bewiesen, dass „die Millimeterwellen-Technologie das einzige Werkzeug ist, mit dem das für die Geothermie der nächsten Generation erforderliche superheiße Gestein erreicht werden kann“. So könne das Unternehmen langfristig den „Weg zu einer neuen Energiequelle“ eröffnen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.