Supercomputer Jupiter Forschungszentrum Jülich

Jupiter: Forschungszentrum Jülich stellt schnellsten Supercomputer Europas vor

Maria Gramsch
Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

Das Forschungszentrum Jülich hat Europas ersten Exascale-Supercomputer feierlich eingeweiht. Der Supercomputer mit dem Namen Jupiter erreicht mehr als eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde und gilt damit als schnellster seiner Klasse in ganz Europa.

Bereits seit dem Jahr 1964 gibt es die sogenannten Supercomputer, also Hochleistungsrechner, die extrem komplexe Berechnungen viel schneller ausführen können als herkömmliche Computer. Von den weltweit 500 leistungsstärksten Supercomputern befanden sich mit Stand Juni dieses Jahres 41 in Deutschland. Platz drei hinter den USA mit 175 Supercomputern und China mit 47.

Nun ist ein besonders rechenstarkes Exemplar hinzugekommen. Denn das Forschungszentrum Jülich hat Europas ersten Exascale-Supercomputer vorgestellt. Der Supercomputer Jupiter soll auf dem Campus des Forschungszentrums in Nordrhein-Westfalen extreme Rechenleistungen erbringen und somit Europas schnellstes Exemplar sein.

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Supercomputer Jupiter arbeitet mit 24.000 Nvidia-Chips

Im Dezember 2023 haben die Bauarbeiten für Europas ersten Exascale-Rechner begonnen. Laut dem Forschungszentrum Jülich nutzen bereits jetzt mehr als 100 nationale und internationale Projekte den Supercomputer. Jupiter kommt derzeit in Bereichen wie der Extremwettervorhersage, der Medikamentenforschung sowie der Entwicklung klimaneutraler Technologien zum Einsatz.

Das Forschungszentrum Jülich erhofft sich durch den neuen Supercomputer „bahnbrechende Fortschritte“ in der Klima-, Energie-, Medizin- und Materialforschung. Jupiter werde unter anderem die Genauigkeit von Klima- und Wettersimulationen verbessern, vor allem bei lokalen Extremwetterereignissen wie Starkregen und Hitzeperioden.

Das System soll außerdem die Entwicklung nachhaltiger Energiesysteme beschleunigen. Auch komplexe Systeme wie das Gehirn, Proteine oder Zellen sollen mit Jupiter beschleunigt erforscht werden, um schneller neue Therapien entwickeln zu können.

Dafür kommen in dem Supercomputer 24.000 Chips des US-Herstellers Nvidia zum Einsatz. Diese ermöglichen eine Leistung von einer Trillion Rechenoperationen pro Sekunde (1 ExaFLOP/s). Jupiter ist damit das erste System Europas, das diese Marke knacken wird. Im weltweiten Vergleich belegt der Supercomputer Platz vier.

Auch bei der Energieeffizienz will das Forschungszentrum Jülich neue Maßstäbe setzen. Demnach ist Jupiter unter den fünf schnellsten Supercomputern das weltweit energieeffizienteste Exascale-System. Dabei wird unter anderem die im Betrieb erzeugte Abwärme durch eine Warmwasserkühlung in das Wärmenetz auf dem Campus in Jülich eingespeist.

Jupiter bildet das Herzstück für KI-Fabrik

Das Forschungszentrum Jülich arbeitet derzeit außerdem an dem Ausbau der Jupiter AI Factory als „zentrales Element des europäischen KI-Ökosystems“. Jupiter soll dabei mit seinen etwa 50 Containermodulen auf mehr als 2.300 Quadratmetern Fläche das Herzstück bilden.

Dabei erreicht der Supercomputer bei KI-Anwendungen sogar mehr als 40 ExaFLOP/s. Damit steht er „weltweit an der Spitze der leistungsstärksten Systeme für Künstliche Intelligenz“, so das Forschungszentrum.

Jupiter soll künftig wissenschaftliche Simulationen mit bislang unerreichter Komplexität und Detailtiefe ermöglichen. Auch das Training und die Anwendung größter Modelle der Künstlichen Intelligenz kann der Supercomputer leisten.

Der Betrieb des Supercomputers wird dabei in den kommenden sechs Jahren laut dem Forschungszentrum 500 Millionen Euro kosten.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.