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Apps in ChatGPT: Gezwungen, um zu bleiben?

Fabian Peters
OpenAI

OpenAI hat die Integration von zahlreichen namhaften Apps in ChatGPT angekündigt. Nutzer sollen über den Chatbot unter anderem Playlists erstellen, Produkte kaufen oder Flüge buchen können. Die Funktion verspricht zwar viel Komfort, ist in Sachen Datenschutz aber nicht unbedenklich.

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Hintergrund: Apps in ChatGPT

  • Laut OpenAI fügen sich Apps in ChatGPT natürlich in Unterhaltungen ein. Der Chatbot soll sie entweder zum richtigen Zeitpunkt selbst vorschlagen oder Nutzer können sie gezielt durch Namensnennung aufrufen. Das Versprechen: mehr Komfort – etwa durch das Erstellen von Playlists, der Suche nach Hotels oder Produktbestellungen.
  • Die Apps von Booking, Canva, Coursera, Figma, Expedia, Spotify und Zillow sind ab sofort in allen ChatGPT-Versionen verfügbar – allerdings nur in den jeweiligen Märkten und außerhalb der EU. Weitere Partner wie Uber wurden bereits angekündigt. OpenAI hat zudem angekündigt, die Funktion zeitnah auch für EU-Nutzer verfügbar zu machen.
  • ChatGPT soll Nutzer dazu auffordern, eine Verbindung herzustellen, wenn eine App erstmals im Chat verwendet wird. Sie würden Informationen darüber erhalten, welche Daten mit den Anbietern geteilt werden. Diese bekommen unter anderem Zugriff auf personenbezogene Informationen, Dateien, Kontakte oder Kalender. Auch OpenAI erfährt über die direkte Nutzung von Apps in ChatGPT mehr über seine Nutzer, schiebt die Verantwortung aber von sich.

Einordnung: ChatGPT als App für Alles?

Eine App für alles: Diesen Wunsch hegte bislang eigentlich Elon Musk, nachdem er Twitter (mittlerweile X) für satte 44 Milliarden Euro übernommen hatte. OpenAI kommt dem reichsten Mann der Welt nun aber offenbar zuvor.

Denn mit Apps in ChatGPT verwandelt das Unternehmen seinen Chatbot in einen potenziellen Alleskönner. Das Pendeln zwischen Browser-Tabs, Streamingdiensten, Buchungsportalen oder Anrufen soll damit der Vergangenheit angehören.

Das Versprechen: mehr Nutzerkomfort. Das Ziel: mehr Interaktion in ChatGPT. Was zweifellos Bequemlichkeit mit sich bringt, hat vor allem wirtschaftliche Hintergründe.

Spotify und Co. dürften etwa hoffen, ihr Angebot attraktiver zu machen. OpenAI spekuliert derweil auf Nutzerbindung. Das übergeordnete Ziel aller: Daten! Denn Daten sind das Futter für Algorithmen.

Stimmen

  • OpenAI-Chef Sam Altman erklärte auf dem OpenAI Dev Day 2025: „Wir möchten, dass ChatGPT Menschen dabei hilft, Fortschritte zu erzielen, produktiver und kreativer zu sein, schneller zu lernen und alles, was sie in ihrem Leben erreichen möchten, besser zu machen. [Apps innerhalb von ChatGPT] werden eine neue Generation interaktiver, anpassungsfähiger und personalisierter Apps ermöglichen, mit denen man chatten kann.“
  • Sten Garmark, Global Head of Consumer Experience bei Spotify, freut sich: „Die Vision von Spotify war schon immer, überall dort zu sein, wo Sie sind. Durch die Integration von Spotify in ChatGPT schaffen wir eine leistungsstarke neue Möglichkeit für Fans, mit den Künstlern und Kreativen, die sie lieben, ins Gespräch zu kommen, wann immer sie Inspiration verspüren.“
  • Ich finde: „Wenn ChatGPT zur Schaltzentrale von Apps wird, verschwimmt die Grenze zwischen Komfort und Kontrolle. Nutzer erhalten zwar eine bequeme Schnittstelle, geben aber deutlich mehr über sich und ihr Verhalten preis.“

Ausblick: Apps in ChatGPT

Apps in ChatGPT werden zeigen, wie schnell aus einem bequemen Assistenten ein digitaler Gatekeeper werden kann. Denn: Wenn ChatGPT zur Bühne für Spotify, Booking, Uber und Co. wird, steht weniger die Frage im Raum, was man nutzt – sondern wie oft. Der digitale Dialog wird dann kontrollieren, welche Produkte, Reisen und Ideen uns begegnen.

Ein Chat(GPT)-Fenster könnte dann für viele die letzte Instanz zwischen Begeisterung und Kontrollverlust sein. Doch während OpenAI und seine App-Partner feiern, wird im Hintergrund eine algorithmische Abhängigkeit erwachsen, die Nutzer besser kennen wird als ihr Kalender.

Für die Wirtschaft bedeutet das: neue Märkte, neue Datenströme, neue Machtgefüge. Nutzer werden hingegen immer mehr zum Rohstoff einer neuen Form der Interaktion – charmant verpackt, durchaus hilfreich, aber kapitalistischer denn je.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).