Poke-to-Drive Rad Mobilität Autos Antrieb

Rad neu erfunden? Poke-to-Drive soll Autos 75 Prozent leichter machen

Maria Gramsch
SurfacePlan

Mit „Poke-to-Drive“ steht die Automobilwelt vor einer potenziellen Revolution: Eine völlig neue Antriebsweise über das Rad könnte Fahrzeuge um bis zu 75 Prozent leichter machen und so die Effizienz massiv erhöhen.

Die Erfindung des Rads vor mehr als 5.000 Jahren gilt als einer der Meilensteine in der Menschheitsgeschichte. Durch das Rad wurden Transporte effizienter und der Handel an Land über weite Strecken erst möglich. Das Rad legte den Grundstein für technische und gesellschaftliche Entwicklungen und gilt daher auch bis heute als Symbol für Fortschritt und Bewegung.

Kein Wunder also, dass der Ausspruch „das Rad neu erfinden“ sinnbildlich für überflüssige Innovationen steht – schließlich hat sich das Prinzip des Rads über tausende Jahre etabliert. Dennoch plant der US-Erfinder David Henson genau das – mit seinem neuartigen Rad „Poke-to-Drive“.

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Mit seinem „SurfacePlan“-Radkonzept will Henson das Rad tatsächlich neu denken. Damit könnte er die Mobilität von Grund auf verändern und das Gewicht von Autos um bis zu 75 Prozent reduzieren.

So soll das „Poke-to-Drive“-Rad funktionieren

Henson will mit seinem neuartigen Rad den Antriebsstrang von Fahrzeugen ersetzen und stattdessen die Kraft direkt auf die Straße übertragen. „Herkömmliche Antriebsstränge verschwenden Energie, indem sie die Kraft über Kolben, Wellen, Zahnräder und Achsen übertragen, bevor sie schließlich die Reifen erreicht“, heißt es auf der Website von SurfacePlan.

Durch die große Anzahl an Teilen erhöhe sich das Gewicht des Fahrzeugs und damit auch die Verluste. Elektrofahrzeuge hätten die Effizienz zwar bereits verbessert, seien aber immer noch auf indirekte Kraftübertragung und eine schwere Bauweise angewiesen.

Henson sieht die Lösung dieses Problems in einem intelligenten Rad, das mit der Hilfe von Aktuatoren an der Reifenoberfläche die Schubkraft direkt auf die Straße überträgt. Diese Konstruktion würde die Speichen des Rades durch kolbenartige Linearantriebe ersetzen.

Das KI-gesteuerte „Poke-to-Drive“-System bietet laut Henson programmierbare Reifenprofile sowie leichtere Fahrzeuge. Das Gewicht des Fahrzeugs könne so um 50 bis 75 Prozent reduziert werden

Diese Vorteile soll das Rad bringen

Das intelligente Rad des US-Erfinders könnte also genau dort ansetzen, wo heute in der Mobilität noch recht viel Energie verloren geht. Präzise Aktuatoren an der Reifenoberfläche würden die Schubkraft direkt auf die Straße bringen und so ineffiziente Antriebsverbindungen überflüssig machen.

Henson verspricht sich dadurch einen geringeren Energieverbrauch, vor allem auch, weil Fahrzeuge dadurch wesentlich leichter konstruiert werden könnten. Auch Einpersonen-Pods, die miteinander verbunden werden können, seien so denkbar.

Doch von einer Serienreife ist die Vision noch weit entfernt, denn noch existiert „Poke-to-Drive“ vor allem als Konzept. Henson hat sich Idee und Konzept patentieren lassen. Nun soll ein Crowd-Investment-Programm das nötige Kapital bringen, um Hensons Vision in eine reelle Entwicklung zu übertragen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.