ChatGPT Shopping Research OpenAI Produktempfehlungen

Shopping Research: ChatGPT wird zum Kaufberater

Fabian Peters
Bild: OpenAI

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OpenAI hat eine Shopping-Funktion für ChatGPT eingeführt. Nutzer sollen über Shopping Research zu ihren Anfragen Produktempfehlungen in Form von Bildkacheln angezeigt bekommen – inklusive Bewertungen, Preisen und entsprechenden Beschreibungen. Eine kommentierende Analyse. 

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ChatGPT: Was ist Shopping Research?

  • Shopping Research basiert auf einer speziellen Version von GPT-5 mini. Das Modell soll vertrauenswürdige Websites identifizieren, zuverlässige Quellen zitieren und Informationen quellenübergreifend zusammenfassen können. Laut OpenAI wird die Funktion seit dem 24. November 2025 schrittweise freigeschaltet und soll allen Nutzern zur Verfügung stehen.
  • Die Idee: Nutzer sollen über ChatGPT Shopping-Fragen stellen und automatisch Produktvorschläge angezeigt bekommen. Alternativ kann die Funktion über das Eingabemenü angesteuert werden. Shopping Research zeigt Produkte in Form von Kacheln an. Hinzu kommen aktuelle Informationen wie Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen und etwaige Besonderheiten.
  • OpenAI zufolge können Nutzer Einfluss auf die Auswahl der Funktion nehmen, etwa, indem sie Artikel mit „nicht interessiert“ markieren. Per Klick auf ein Produkt erfolgt eine Weiterleitung zur Website des entsprechenden Händlers. Künftig sollen Käufe auch direkt innerhalb von ChatGPT möglich sein – etwa über eine Kooperation mit PayPal.

Kapitalismus-Offensive von OpenAI

Ob Werbeanzeigen, App-Integrationen oder Produktempfehlungen: ChatGPT rückt immer mehr von einer offenen Wissenswelt hin zu einer kommerziellen Realität. Diese Entwicklung ist zwar nachvollziehbar, da sich OpenAI schließlich irgendwie finanzieren muss.

Doch die Kommerzialisierung schreitet so rasant voran, dass die anfängliche Magie verpuffen könnte. Zwar haben KI-Halluzinationen den Hype um ChatGPT bereits ein Stück weit eingezäumt.

Doch die Kapitalismus-Offensive könnte scheitern, da OpenAI inhaltliche Fehler bislang nicht in den Griff bekommen hat. In der Theorie mag Shopping Research zwar für viele Nutzer äußerst praktisch sein.

Aber die Funktion zeigt nur Websites, die OpenAI Zugriff gewähren. Amazon dürfte aufgrund von Crawling-Blockaden nicht dazugehören. Resultat könnte ein Shopping-Berater sein, der große Auswahl verspricht, aber eine kuratierte Realität abbildet, in der einige lauter schreien dürfen als andere.

Stimmen

  • OpenAI hat die Funktion in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) wie folgt angekündigt: „Wir stellen Ihnen Shopping Research vor, eine neue Funktion in ChatGPT, die Ihnen bei der Suche nach den richtigen Produkten hilft. Sie bietet Ihnen alle Vorteile einer gründlichen Recherche, verfügt jedoch über eine interaktive Benutzeroberfläche, mit der Sie intelligentere Kaufentscheidungen treffen können.“
  • Isa Fulford, Leiterin des Deep Research-Teams bei OpenAI, auf die Frage, welche Shops und Websites Shopping Research berücksichtigt: „Wir respektieren alle robots.txt-Dateien. Unser Produkt greift auf alles zu, was uns den Zugriff auf ihre Website ermöglicht, und auf nichts, was uns nicht zugänglich ist.“
  • Der unabhängige E-Commerce-Experte Juozas Kaziukėnas glaubt, dass das Fehlen von Amazon nur geringe Auswirkungen haben wird: „Zum Glück für OpenAI gibt es viele andere Einzelhändler und Optionen, von denen diese Informationen bezogen werden können. Es gibt nur sehr wenige Produkte auf Amazon, die nicht auch anderswo erhältlich sind.“

Shopping Research könnte Ergebnisse verfälschen

Shopping Research bedroht einerseits das Geschäftsmodell von Website-Betreibern, die Produktvergleiche oder Produkttests durchführen und über Affiliate-Links Provisionen erhalten. Da ChatGPT direkt an Händler weiterleitet, könnten solche Formate an Bedeutung verlieren.

Andererseits könnten viele Online-Shops an Sichtbarkeit verlieren, wenn ChatGPT sie – aus welchen Gründen auch immer – nicht berücksichtigt. Wie bei der fehlerhaften Ausgabe von Antworten könnten KI-Halluzinationen etwa das Shopping-Erlebnis verfälschen.

Noch ist deshalb fraglich, ob die Funktion wirklich eine ausgewogene Alternative zu anderen Vergleichen oder Produktempfehlungen darstellt. Die Intention von OpenAI dürfte aber klar sein, denn: Das Unternehmen benötigt dringend Einnahmen, da man bislang keinen Gewinn macht.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).