Ein Start-up aus den USA will Benzin direkt aus der Luft herstellen. Mit CO2 und Strom sollen bis zu vier Liter am Tag möglich sein. Durch den Einsatz von Erneuerbaren Energien könnte die Kraftstoffproduktion so komplett klimaneutral werden.
Der Kraftstoffverbrauch hat in Deutschland in den vergangenen Jahren zwar kontinuierlich abgenommen. Dennoch wurden im Jahr 2025 rund 13,6 Millionen Tonnen Ottokraftstoffe sowie 26 Millionen Tonnen Dieselkraftstoffe verbraucht.
Trotz des rückläufigen Kraftstoffverbrauchs zeigen die Zahlen, wie groß die Herausforderung für die Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung bleibt. Mit insgesamt fast 40 Millionen Tonnen Benzin und Diesel im Jahr 2025 ist der Verkehrssektor weiterhin stark von fossilen Energieträgern abhängig und zählt zu den größten Emittenten.
Als Schlüssel zur Verringerung der Emissionen im Verkehrssektor gelten alternative Antriebslösungen, wie beispielsweise die Elektromobilität. Doch ein Start-up aus den USA verfolgt einen anderen Ansatz und will herkömmliches Benzin direkt aus aus der Luft herstellen.
Diese Maschine wandelt CO2 in Benzin um
Die Anlage des US-Start-ups Aircela nutzt eine wässrige Lösung mit Kaliumhydroxid, um direkt aus der Umgebungsluft CO2 zu filtern und dieses zu binden. Die Umgebungsluft wird dabei über einen Ventilator in das Gerät eingesaugt.
In einem nächsten Schritt wird mit der Hilfe von Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Das Wasser kann dabei direkt über die Hausleitung angeschlossen werden.
Der entstehende Sauerstoff wird nicht benötigt und daher sicher freigesetzt. Den Wasserstoff wiederum nutzt die Anlage für den letzten Produktionsschritt, die Kraftstoffsynthese.
In diesem letzten Schritt kombiniert die Maschine den Wasserstoff und das CO2 zu Methanol. Anschließend wird dieses Methanol in einem zweistufigen katalytischen Prozess in Benzin umgewandelt.
Es handle sich laut Aircela um „sofort einsatzbereites Benzin“. Dieses sei „vollständig kompatibel mit bestehenden Motoren“.
Wie leistungsfähig ist die Anlage?
Aircela hat die Anlage für Privathaushalte entwickelt, weshalb sie auf einem einfachen Plug-and-play-System basiert. Nutzer benötigen für den Einsatz kein technisches Wissen.
Es handelt sich außerdem um ein modulares System, das je nach Bedarf erweitert werden kann und sich sowohl für den Einsatz in Privathaushalten als auch in größeren Anwendungen eignet.
Mit einem Modul können laut Aircela etwa vier Liter Benzin am Tag produziert werden. Dabei zieht das System rund zehn Kilogramm CO2 aus der Luft.
Allerdings benötigt die Maschine von Aircela für den Prozess der Umwandlung in Benzin auch einiges an Energie. Für die vier Liter Benzin verbraucht die Anlage rund 75 Kilowattstunden Strom. Das Start-up arbeitet daher daran, die Energieverluste der Maschine zu reduzieren.
Aktuell arbeitet Aircela mit Beta-Partnern zusammen, um das System unter realen Bedingungen in verschiedenen Umgebungen und Anwendungsfällen zu testen. Auf den Markt kommen sollen die Maschine in zunächst begrenzter Verfügbarkeit in ausgewählten US-Märkten ab Ende 2026.
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