Die beiden chinesischen Unternehmen CATL und Changan wollen noch in diesem Jahr das erste serienreife E-Auto mit Natrium-Ionen-Batterie auf die Straße bringen. Der sogenannte Salz-Akku soll sicher und günstig sind und Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius standhalten.
Changan Automobile und Batteriehersteller CATL haben in Yakeshi das weltweit erste Serienfahrzeug mit Natrium-Ionen-Batterien präsentiert. Das Modell soll Mitte 2026 auf den Markt kommen und verfügt über eine Naxtra-Batterie von CATL. Diese Technologie wird markenübergreifend bei AVATR, Deepal, Qiyuan und UNI eingesetzt. Der Start könnte den Übergang zu einem Ökosystem mit zwei sich ergänzenden Batterietechnologien markieren.
Die Naxtra-Akkus erzielen eine Energiedichte von 175 Wattstunden pro Kilogramm. In reinen Elektroautos ermöglicht das System derzeit Reichweiten von rund 400 Kilometern. Weiterentwicklungen sollen künftig Reichweiten zwischen 500 und 600 Kilometern ermöglichen. Damit würde die Technologie über 50 Prozent der Reichweiten-Anforderungen des globalen Marktes abdecken.
Natrium-Ionen-Batterie verspricht hohe Leistung bei Kälte
Bei Temperaturen von minus 30 Grad Celsius liefern die Natrium-Ionen-Zellen fast die dreifache Entladeleistung im Vergleich zu LFP-Batterien. Selbst bei minus 40 Grad Celsius behalten sie über 90 Prozent ihrer Kapazität bei. Eine stabile Stromabgabe ist sogar bei extremen Bedingungen von bis zu minus 50 Grad Celsius gewährleistet. Für Hybridfahrzeuge bietet die Technik eine elektrische Reichweite zwischen 300 und 400 Kilometern.
Die Belastungsprüfungen umfassen extreme mechanische Einwirkungen wie Quetschen, Bohren oder Sägen. Dabei entstanden weder Rauch noch Feuer, während die Stromversorgung stabil bleibt. Das Ergebnis demonstriert die Zuverlässigkeit im Fahrzeugsektor. Die Batterien sind speziell für den Einsatz unter schwierigsten klimatischen Bedingungen konzipiert.
CATL plant in diesem Jahr zudem, den Aufbau von über 3.000 Choco-Swap-Stationen in 140 Städten. Davon entstehen gezielt mehr als 600 Stationen in den kalten nördlichen Regionen Chinas. Dieses Netzwerk soll Fahrern einen schnellen und zuverlässigen Zugang zu Energie sichern. Die Infrastruktur unterstützt die tiefe Integration der Technik über mehrere Fahrzeugmarken hinweg.
Forschungsaufwand und industrielle Skalierung
Der globale Markt für Natrium-Ionen-Batterien könnte bis 2034 auf 6,83 Milliarden US-Dollar ansteigen. Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Verwendung reichlich vorhandener Rohstoffe für die Produktion. Diese Ressourcen helfen dabei, globale Lieferketten zu diversifizieren und Abhängigkeiten zu reduzieren. Zudem gilt das Verfahren als umweltfreundlich in der Herstellung und beim Recycling.
Die gezielte Forschung an der Natrium-Ionen-Technologie begann bei CATL im Jahr 2016. Rund 1,45 Milliarden US-Dollar flossen in die Entwicklung und Erprobung von fast 300.000 Testzellen. Ein Team aus über 300 Fachkräften, darunter 20 promovierte Wissenschaftler, bildete die wissenschaftliche Basis. Diese Vorarbeit ermöglicht nun die industrielle Fertigung in großem Maßstab.
Mit der aktuellen Vorstellung verlässt die Technologie endgültig die Laborphase. Changan Automobile und CATL überführen die Forschungsergebnisse in eine skalierbare Massenproduktion. Die Batterien sollen sich als globale Standardlösung für die weltweite Elektromobilität etablieren. Damit wird die Natrium-Technik zu einer tragfähigen Alternative für den breiten Massenmarkt.
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