CATL-Shenxing-Batterie

CATLs neue LFP-Batterie lädt in 3:44 Minuten von 10 auf 80 Prozent

Felix Baumann
Bild: CATL

Elektroautos in unter vier Minuten laden: CATL will genau das mit der dritten Generation seiner Shenxing-Batterie ermöglichen. Der weltgrößte Akkuhersteller setzt dabei bewusst nicht auf größere Batterien, sondern auf extremes Schnellladen bei gleichzeitig hoher Lebensdauer. Wir erklären, wie die neue LFP-Zelle mit 15C-Laderate funktioniert und warum CATL parallel 4.000 Lade- und Tauschstationen aufbaut.

Auf dem Super Technology Day in Peking präsentierte CATL die dritte Generation seiner Shenxing Superfast Charging Battery. Unter optimalen Bedingungen steigt der Ladestand des Energiespeichers Unternehmensangaben zufolge in nur 3 Minuten und 44 Sekunden von 10 auf 80 Prozent.

Selbst bei einer extremen Kälte von minus 30 Grad Celsius soll eine Ladung von 20 auf 98 Prozent in etwa neun Minuten möglich sein. Diese Geschwindigkeit werde durch eine Spitzenladerate von 15C ermöglicht. Die Fokussierung auf die Ladegeschwindigkeit bei Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) folgt einer gezielten technologischen Strategie.

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Da LFP-Akkus laut Wu Kai, leitendem Wissenschaftler von CATL, nahe an der theoretischen Grenze der Energiedichte liegen, sei das Schnellladen der optimale Weg für eine ausgewogene Entwicklung. Das ermögliche praxisgerechte Reichweiten durch sehr kurze Ladestopps anstelle von immer größeren und schwereren Batteriepaketen.

Wie CATL trotz 15C-Laderate die Batterie vor Alterung schützt

Ein zentraler Aspekt der Entwicklung ist die Kontrolle der Hitzeentwicklung während des Ladevorgangs. Ein Temperaturanstieg der Batterie um zehn Grad Celsius kann laut der Arrhenius-Gleichung die internen Nebenreaktionen verdoppeln und so die Lebensdauer der Zellen erheblich verkürzen.

Die neue Batterie vermindert dieses Risiko durch eine verbesserte Wärmeableitung und eine präzise Steuerung. In der Folge soll die Kapazität des Speichers selbst nach 1.000 vollständigen Zyklen noch bei über 90 Prozent liegen. Robin Zeng, Vorsitzender von CATL, betonte die Bedeutung der Innovationsqualität für den globalen Markt. Er erklärte, dass der Erfolg chinesischer Technologie maßgeblich auf der Glaubwürdigkeit der Marke basiere.

4.000 Stationen bis 2026: CATLs Plan für Laden und Akkutausch

Das Unternehmen plant den Aufbau einer umfassenden Infrastruktur mit 4.000 integrierten Anlagen bis Ende 2026. Diese Stationen nutzen das „Choco-Swap“-System und die neue „Choco-Swap #26“-Batterie, die auf einer 800V-Hochvolt-Architektur basiert. Damit sei das System mit einer breiten Palette moderner Fahrzeuge der Segmente B bis C kompatibel.

Die Anlagen fungieren gleichzeitig als Stationen für den Batteriewechsel und als Hochleistungsladepunkte. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, Energie aus den Stationsbatterien während Spitzenlastzeiten direkt an die Ladesäulen abzugeben. Das soll die Auslastung der Ausrüstung auf über 85 Prozent steigern.

Wie die Fixkosten auf ein Fünftel sinken sollen

Die Fixkosten für den Bereich des Schnellladens sinken laut Herstellerangaben durch diesen integrierten Ansatz auf ein Fünftel vergleichbarer Systeme. Für Nutzer bedeutet das eine flexiblere Energieversorgung durch die Kombination von Laden und Akkutausch. Das System wäre dadurch nicht mehr allein von der Verfügbarkeit freier Ladesäulen abhängig.

Durch eine effizientere Energieumwandlung in den Stationen verringert sich laut CATL zudem der Leistungsverlust um mehr als 13 Prozentpunkte gegenüber konventionellen Anlagen. Letztlich soll die nahtlose Verbindung von ultraschnellem Laden und schnellem Batterietausch die Reichweitenangst minimieren. Dieser duale Ansatz könnte Elektroautos für Langstrecken und kältere Regionen deutlich alltagstauglicher machen.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.
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