nicht telefonieren wollen angst Smartphone stress

Stressfaktor Smartphone: Warum Telefonieren vielen Menschen Angst macht

Maria Gramsch
Bild: DepositPhotos

Das Telefon klingelt. Doch statt abzuheben, starren viele Menschen nur auf das Display und warten, bis es aufhört. Was früher Alltag war, löst heute bei Millionen Menschen Stress aus. Eine aktuelle Studie der Uniklinik Heidelberg untersucht, ob hinter der sogenannten Telefonphobie eine eigenständige Angststörung steckt. Die Ergebnisse zeigen: Besonders Millennials sind betroffen und es gibt einen klaren Zusammenhang mit unserer Smartphone-Nutzung. 

Seit der Einführung des ersten iPhones im Jahr 2007 hat das Smartphone den Alltag vieler Menschen grundlegend verändert. Was zunächst als technisches Prestigeobjekt galt, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zum ständigen Begleiter für so gut wie alle Lebenslagen.

Heute tragen die meisten Menschen ihr Smartphone nahezu rund um die Uhr bei sich und nutzen es oft mehrere Stunden täglich. Allein in Deutschland besitzen inzwischen mehr als 71 Millionen Menschen ein Smartphone, im Jahr 2016 waren es noch rund 51 Millionen.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Wie das Smartphone unsere Kommunikation verändert hat

Durch Messenger-Dienste, soziale Netzwerke und die permanente Erreichbarkeit hat das Smartphone allerdings nicht nur den Zugang zu Informationen beschleunigt. Auch die Art, wie Menschen kommunizieren, hat sich dadurch grundlegend verändert.

Für immer mehr Menschen führen aber genau diese vielfältigen Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren, zu Überforderung, Stress und einem veränderten Umgang mit zwischenmenschlichem Kontakt. Besonders spontane Telefonate empfinden viele inzwischen als unangenehm oder belastend, obwohl die digitale Kommunikation gleichzeitig so selbstverständlich geworden ist wie nie zuvor.

Warum haben Menschen Angst vorm Telefonieren?

Das Telefonieren löse vor allem durch die damit einhergehende Spontanität bei vielen Menschen Stress aus, erklärt Nadine Wolf von der Uniklinik Heidelberg gegenüber n-tv.de. Wolf und ihr Team untersuchen aktuell in einer Studie, wie sich die exzessive Smartphonenutzung und der Verzicht auf das Smartphone auf Veränderungen der Gehirnaktivität auswirken.

Die schriftliche Kommunikation hat im Vergleich zum Telefonieren den Vorteil, dass sie sich besser kontrollieren und zeitlich steuern lässt. Beim Telefonat hingegen können unvorhergesehene Rückfragen auftreten, die zu Symptomen von Stress und Angst führen können.

Das bestätigt auch eine Studie aus dem Jahr 2019. Dabei wurden in Großbritannien 500 Büroangestellte zu dem Thema befragt. Insgesamt gaben 62 Prozent der Befragten an, dass sie beim Klingeln des Telefons unter anrufbedingter Angst leiden.

Ein Drittel gab dabei als Grund die Sorge an, nicht zu wissen, wie sie mit einer Anfrage umgehen sollen. Weitere 15 Prozent befürchten, am Telefon zu blockieren und nicht weiter zu wissen.

Bei den Millennials treten diese Ängste vermehrt auf. Ganze 76 Prozent der Befragten haben angstbesetzte Gedanken, wenn sie das Telefon klingeln hören, bei Kollegen aus der Baby-Boomer-Generation waren es nur 40 Prozent.

Ist Telefonphobie eine eigene Form der sozialen Angststörung?

In der Studie am Universitätsklinikum Heidelberg soll auch geklärt werden, ob Telefonphobie eine eigenständige Art der sozialen Angststörung darstellt:

Ist es wirklich eine Angst, die eigenständig zu betrachten ist, oder ist sie Bestandteil sozialer Angststörungen und tritt bei Menschen mit ausgeprägteren Persönlichkeitsmerkmalen wie Unsicherheit oder Ängstlichkeit auf?

Dabei sei beim Aufschieben eines lästigen Telefonats jedoch noch keine Angststörung zu befürchten. „Problematisch wird es, wenn ich im Alltag Beeinträchtigungen erlebe und merke, das hat wirklich eine Auswirkung auf mein Leben, sei es im persönlichen oder beruflichen Kontext“, so Wolf.

Laut ihr könne man sich das Unwohlsein beim Telefonieren allerdings abtrainieren. Denn durch das Üben sozialer Interaktionen und bewusstes Üben in alltäglichen Gesprächssituationen lasse sich die damit verbundene Stressreaktion schrittweise reduzieren.

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

Auch interessant:

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Marketing Manger (m/w/d) – Social Media &...
Acura Zahnärzte GmbH in Frankfurt am Main
Online Marketing Manager (m/w/d) für niederlä...
PLATINUM GmbH & Co. KG in Bingen am Rhein
Expertin / Experte Social Media und Online-Ma...
Universitätsklinikum Tübingen in Tübingen
IT Administrator (w/m/d)
PSP Peters, Schönberger & Partner mbB in München
Praktikum Employer Branding & Social Medi...
Jungheinrich Aktiengesellschaft in Hamburg
Werkstudent Marketing (m/w/d) Technical Demo ...
ALLIED VISION TECHNOLOGIES GMBH in Gilching bei Münc...
Mitarbeiter Systembetreuung / Digitalisierung...
Rask Brandenburg GmbH in Wismar
Praktikant:in (m/w/d) Marketing / Social Medi...
ifp consulting GmbH & Co.KG in Garching bei München,...
Teile diesen Artikel
Folgen
Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
Keine Kommentare