Die deutsche Autoindustrie erlebt im Juni 2026 einen historischen Moment. Erstmals sind reine E-Autos bei den Neuzulassungen die führende Antriebsart. Verbrenner verlieren hingegen weiter an Boden, und davon profitiert auch die Umwelt.
Der Automarkt in Deutschland startet stark in den Sommer, nachdem im Frühling ein kleines Tief durchgestanden werden musste. Insgesamt wurden im Juni 296.378 Pkw neu zugelassen. Das ist eine Steigerung von 15,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, und auch gegenüber dem Mai geht es spürbar bergauf. Ein essenzieller Treiber dieser positiven Entwicklung sind E-Autos, die erstmals die meistverkaufte Antriebsart sind.
E-Autos vorne: Wachablösung bei Neuzulassungen im Juni 2026
Noch nie zuvor waren reine Elektroautos in Deutschland die am häufigsten zugelassene Antriebsart. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt meldet, kamen im vergangenen Monat 84.057 Stromer neu auf die Straße. Das ist ein Zuwachs von 78,2 Prozent im Vergleich zum selben Zeitpunkt im Vorjahr. E-Autos kommen damit auf einen Anteil von 28,4 Prozent. Über das gesamte erste Halbjahr konnte die Antriebsart um 48,0 Prozent zulegen.
Einen kleinen Haken gibt es: Die Führung ist nur legitim, wenn man Hybridantriebe getrennt betrachtet. Reguläre Hybride kommen auf 28,1 Prozent und die als Zwischenlösung geltenden Plug-in-Hybride auf 10,9 Prozent. Insgesamt sind es also 39,0 Prozent. Klassische Verbrenner fallen weiter zurück und erreichen nur noch 20,5 Prozent – das ist ein Minus von 16,8 Prozent. Diesel kommen gerade einmal auf 11,4 Prozent.
Der Trend wirkt sich natürlich auch auf die Klimabilanz aus. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß eines Neuwagens sinkt um 13,6 Prozent auf 92,6 Gramm pro Kilometer.
Hersteller liefern sich ein spannendes Rennen
Bei den Herstellern bleibt an der Spitze alles beim Alten: Volkswagen führt das Ranking mit 51.058 Neuzulassungen und einem Marktanteil von 17,2 Prozent problemlos an. Damit verkauft die Automarke VW fast doppelt so viele Fahrzeuge wie der Zweitplatzierte. Dahinter gibt es jedoch ein ziemliches Gerangel, denn gleich vier Vertreter liegen sehr eng beieinander. Das sind die fünf Marken mit den meisten Zulassungen im Juni:
- VW: 51.058 Neuzulassungen (17,2 Prozent Marktanteil)
- BMW: 26.119 Neuzulassungen (8,8 Prozent)
- Skoda: 24.963 Neuzulassungen (8,4 Prozent)
- Mercedes: 23.728 Neuzulassungen (8,0 Prozent)
- Audi: 19.097 Neuzulassungen (6,4 Prozent)
BMW (+18,6 Prozent) und Audi (+17,1 Prozent) können jeweils zweistellig zulegen, Mercedes immerhin um 5,9 Prozent. Die erfolgreichste Importmarke ist weiterhin Skoda – ein Plus von 23,5 Prozent deutet darauf hin, dass der Hersteller vermutlich bald die zweitstärkste Kraft im Land sein wird. Skoda gehört zum dominanten VW-Konzern. Das Gleiche gilt für Seat, das 17.472 Neuzulassungen und ein Plus von 31,0 Prozent verzeichnet.
Den größten Zuwachs in der Top 20 kann jedoch Tesla vorweisen – für den US-Konzern geht es gleich 317,6 Prozent nach oben. Ein weiterer Gewinner ist der chinesische Hersteller BYD, der sich um 273,7 Prozent verbessern kann. Beide Unternehmen profitieren vom Boom der Elektromobilität. Das trifft auch auf die chinesischen Vertreter Leapmotor (+366,2 Prozent) und XPeng (+284,2 Prozent) zu.
Des einen Freud ist natürlich des anderen Leid. Deutliche Rückgänge muss unter anderem Opel hinnehmen (-14,8 Prozent). Auch Toyota, der größte Autohersteller der Welt, verliert in Deutschland an Boden (-20,5 Prozent). Weitere Hersteller mit Negativtrend sind Hyundai (-5,2 Prozent) und Porsche (-3,6 Prozent).
E-Autos noch immer mit niedrigem Bestand
Der Neuwagenmarkt mag auf den ersten Blick dynamisch erscheinen, doch der Wandel auf den deutschen Straßen vollzieht sich nur langsam. Zu Jahresbeginn waren rund 49,5 Millionen Pkw angemeldet. Der Anteil reiner Elektroautos am Gesamtbestand lag am 1. Januar 2026 trotz des Wachstums erst bei 4,1 Prozent.
Die aktuellen Neuzulassungen lassen erahnen, dass diese Zahl in einem halben Jahr deutlich höher ausfallen könnte. Trotzdem wird es noch sehr lange dauern, bis Elektroautos auch den Bestand auf den Straßen der Bundesrepublik dominieren werden. Die Richtung stimmt aber zumindest.
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