Balkonkraftwerk 7.000 Watt

Balkonkraftwerk mit 7.000 Watt: Für wen lohnt sich die neue VDE-Regel?

Maria Gramsch
Symbolbild: DepositPhotos

Balkonkraftwerke dürfen jetzt bis zu 7.000 Watt Modulleistung haben. Das erlaubt eine neue VDE-Richtlinie erstmals offiziell. Doch die Einspeiseleistung bleibt weiterhin bei 800 Watt gedeckelt. Ob sich die deutlich größere Anlage für deinen Haushalt tatsächlich rechnet, hängt vor allem von einem Faktor ab: wie viel des erzeugten Stroms du selbst verbrauchst oder speicherst. Wir zeigen, wo die neue Regelung echte Vorteile bringt und wo sie nur auf dem Papier gut klingt.

Die Einspeiseleistung von Balkonkraftwerken in Deutschland ist klar geregelt und wurde zuletzt Anfang 2024 angepasst. Statt der bis dahin geltenden Grenze von 600 Watt sind seitdem bis zu 800 Watt für einfache Plug-and-Play-Anlagen zulässig.

Leistungsstärkere Anlagen gehören dennoch bereits bei vielen Balkonkraftwerken zum Standard. Denn in Kombination mit einem Speichersystem wird überschüssiger Solarstrom später im Haushalt nutzbar.

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Der VDE (Verband der Elektrotechnik) hat mit seiner neuen Richtlinie VDE-AR-N 4105 den Rahmen erweitert und macht so nun auch deutlich leistungsstärkere Anlagen möglich. Erstmals wurden Balkonkraftwerke mit bis zu 7.000 Watt Modulleistung in den Regelrahmen aufgenommen.

Das bedeutet in der Praxis, dass nun deutlich größere Modulflächen installiert werden können, diese aber nicht automatisch in die komplexen Anforderungen klassischer PV-Anlagen rutschen. Gleichzeitig bleiben jedoch entscheidende Einschränkungen bestehen, wie beispielsweise die tatsächlich erlaubte Einspeiseleistung.

Die neue Freiheit ist damit vor allem ein Türöffner auf dem Papier. In der Praxis ist sie stark davon abhängig, wie gut Anlage, Haushalt und die vorhandene Speicher-Infrastruktur zusammenpassen.

Ab wann rechnet sich ein Balkonkraftwerk mit 7.000 Watt?

Die neue VDE-Richtlinie erlaubt erstmals Balkonkraftwerke mit bis zu 7.000 Watt Modulleistung, auch wenn die Einspeiseleistung für Speicher und Wechselrichter weiterhin auf 800 Watt begrenzt bleibt. Ab einer Leistung von 2.000 Watt ist außerdem neben der Registrierung im Marktstammdatenregister zusätzlich eine Anmeldung beim Netzbetreiber erforderlich.

In der Praxis sind derzeit vor allem Systeme bis etwa 4.000 Watt realistisch. Doch größere Lösungen scheitern bisher an fehlenden Speicheroptionen und werden daher kaum umgesetzt.

Denn da die Einspeiseleistung für Steckersolargeräte weiterhin auf 800 Watt begrenzt ist, entscheidet letztlich das individuelle Nutzungsverhalten darüber, wie sinnvoll die Anlage tatsächlich eingesetzt werden kann. Daher lohnt sich eine größere Anlage nur, wenn die zusätzlich erzeugte Energie auch im eigenen Haushalt gespeichert oder verbraucht werden kann.

Das liegt vor allem an der aktuell niedrigen Einspeisevergütung von rund sieben Cent pro Kilowattstunde. Dadurch rechnen sich zusätzliche Speicherlösungen, die ausschließlich auf Einspeisung ausgelegt sind, in vielen Fällen kaum.

Strom direkt aus dem Speicher zapfen: So umgehst du die 800-Watt-Grenze

Eine praktische Ergänzung für leistungsstarke Balkonkraftwerke mit bis zu 7.000 Watt könnten daher Speicherlösungen mit integrierten Steckdosen sein. Statt den Strom ausschließlich ins Hausnetz einzuspeisen, kann dieser bei Bedarf unmittelbar aus dem Akku entnommen werden.

Dadurch steigt der Eigenverbrauchsanteil deutlich, was insbesondere bei den weiterhin begrenzten Einspeisemöglichkeiten wirtschaftlich interessanter sein kann. Vorteil dabei ist, dass der über die Steckdosen genutzte Strom unabhängig vom Hausnetz direkt aus dem Speicher bezogen wird und somit auch nicht auf die 800-Watt Grenze bei der Einspeisung angerechnet wird.

Eine Solche Möglichkeit bietet beispielsweise die Speicherserie Stream von EcoFlow. Diese verfügen über AC-Ausgänge, an denen große Haushaltsgeräte direkt angeschlossen und gezielt mit bis zu 2.300 Watt Leistung versorgt werden können. Die Speicher können dabei modular eingesetzt und so flexibel im Haushalt – je nach Standort der Geräte – eingesetzt werden.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
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