Anthbot Genie 800 Testbericht

Anthbot Genie 800 im Test: KI-Mähroboter ohne Begrenzungskabel

Christina Widner
Bild: Anthbot

Kein Begrenzungskabel, vier KI-Kameras, zentimetergenaue GPS-Navigation: Der Anthbot Genie 800 klingt nach einem Versprechen, das viele smarte Gartengeräte schon gegeben und nur selten gehalten haben. Wir haben den Mähroboter ohne Begrenzungskabel mehrere Wochen lang im Praxistest und zeigen, was wirklich hinter dem Hype steckt.

Anthbot Genie 800 im Test

Anthbot ist eine vergleichsweise junge Marke im Bereich smarter Gartengeräte. Doch das Unternehmen hat echte Substanz: Über 520 Patente, mehr als 500 Entwickler im F&E-Team und zwölf Jahre Erfahrung mit Sensoren und Algorithmen aus der Robotik sprechen für sich. Mit der Genie-Serie positioniert sich Anthbot gezielt im wachsenden Segment der kabellosen Mähroboter und tritt damit in direkte Konkurrenz zu Mammotion, Dreame und Husqvarna.

Der Genie 800 ist das mittlere Modell der Reihe und richtet sich an Gartenbesitzer mit Flächen bis zu 800 Quadratmetern, wobei der Hersteller theoretisch sogar bis 1.500 m² angibt. Ob der Roboter in der Praxis hält, was die Datenblätter versprechen, haben wir über mehrere Wochen hinweg überprüft.

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Was ist der Anthbot Genie 800?

Der Anthbot Genie 800 ist ein vollautomatischer Mähroboter der neuen Generation, ohne jedes Begrenzungskabel. Statt aufwendig Drähte im Boden zu verlegen, kartiert er seinen Arbeitsbereich per App und RTK-GPS selbst. Er gehört damit zu einer Klasse von Geräten, die den Markt für Mähroboter gerade fundamental verändern.

Anthbot Genie 800
Der Anthbot Genie 800 im Test

Die Zahl „800″ im Namen bezeichnet die empfohlene Rasenfläche in Quadratmetern. Der Roboter ist Teil der Anthbot-Genie-Familie, zu der auch der kleinere Genie 600 sowie der Genie 1000 und der Genie 3000 für größere Grundstücke gehören. Allen Modellen gemein ist das hybride Navigationssystem aus RTK-GPS und vier KI-Kameras.

Wie funktioniert der Anthbot Genie 800?

Das technische Herzstück des Genie 800 ist eine Kombination aus zwei Navigationstechnologien, die sich gegenseitig ergänzen:

Full-Band-RTK-GPS

Der Genie 800 ist nach Herstellerangaben der erste Mähroboter mit Full-Band-RTK-GPS, der alle 22 Satellitenfrequenzbänder gleichzeitig empfangen kann. Eine am Garten aufgestellte RTK-Referenzstation verbindet sich mit bis zu 155 Satelliten und ermöglicht so eine Positionierung auf bis zu zwei Zentimeter genau. Das funktioniert auch unter Bewölkung und in schwierigem Gelände deutlich stabiler als einfache GPS-Lösungen.

Vier KI-Kameras mit 300°-Sichtfeld

Kommt das GPS-Signal an seine Grenzen (etwa unter dichten Bäumen oder in tiefen Schatten) übernehmen vier KI-Kameras mit einem 300-Grad-3D-Sichtfeld die Navigation. Diese Kameras erkennen laut Hersteller über 1.000 verschiedene Hindernisse in Echtzeit: Gartenmöbel, Spielzeug, Haustiere und sogar Igel. Die seitlichen Kameras ermöglichen es dem Roboter zudem, sehr nah an Kanten und durch enge Passagen zu fahren, die so breit wie der Mäher selbst sind.

Mulch-System mit fünf Klingen

Das Mähdeck setzt auf einen 20 Zentimeter breiten Mähteller mit fünf Klingen. Die Schnitthöhe lässt sich bequem per App zwischen 30 und 70 Millimeter einstellen, ohne am Gerät selbst zu schrauben. Der Mähroboter arbeitet dabei im Mulch-Verfahren: Das Schnittgut bleibt auf dem Rasen und düngt ihn natürlich.

Die Unterseite des Anthbot Genie 800
Die Unterseite des Anthbot Genie 800

Lieferumfang

Im Paket enthalten sind:

  • Der Mähroboter selbst
  • Ladestation mit Netzteil und Kabeln
  • RTK-Referenzstation mit Antenne und Montagematerial
  • Erdanker und Montagewerkzeug
  • Schnellstartanleitung (mehrsprachig)

Alles, was für den sofortigen Einsatz benötigt wird, ist im Lieferumfang enthalten. Separate Zukäufe sind für den Standardbetrieb nicht notwendig.

Design und Verarbeitung

Der Anthbot Genie 800 wirkt auf den ersten Blick kompakter als viele Konkurrenzmodelle. Das Gehäuse ist in einem dezenten Grau-Weiß gehalten, die Linienführung ist modern und funktional. Optisch fällt der Roboter im Garten nicht negativ auf. Er wirkt eher wie ein sorgfältig designtes Technikprodukt als wie ein klobiges Gartengerät.

Das Display des Anthbot Genie 800
Das Display des Anthbot Genie 800

Das Gehäuse ist nach IPX6 gegen Spritzwasser geschützt, hält also auch einem kräftigen Regenschauer problemlos stand. Die vier Kameras sind dezent in das Gehäuse integriert und beeinflussen das Gesamtbild kaum. Das Mähdeck ist ohne Werkzeug zugänglich und lässt sich einfach reinigen.

Die Verarbeitungsqualität macht insgesamt einen soliden Eindruck. Spaltmaße und Materialien sind auf dem Niveau, das man in dieser Preisklasse erwarten darf.

Technische Daten im Überblick

Merkmal Anthbot Genie 800
Empfohlene Fläche 800 m² (max. 1.500 m²)
Navigation Full-Band-RTK-GPS + 4 KI-Kameras (300° 3D-Sicht)
Schnittbreite 20 cm (5-Klingen-Scheibe)
Schnitthöhe 30–70 mm, per App einstellbar
Max. Steigung 24° / 45 %
Akku 4 Ah / 72 Wh, Lithium-Ionen
Laufzeit pro Ladung ca. 120 Minuten
Lautstärke max. 58 dB(A)
Schutzklasse IPX6
WLAN 2,4 GHz
Mähzonen bis zu 20 Zonen per App
Hinderniserkennung > 1.000 Objekttypen
Satelliten-Verbindung bis zu 155 Satelliten, alle 22 Frequenzbänder

Einrichtung und Inbetriebnahme

Einer der größten Vorteile des Anthbot Genie 800 ist die unkomplizierte Einrichtung. Gerade im Vergleich zu klassischen Mährobotern mit Begrenzungskabel. Das Grundprinzip: Ladestation aufstellen, RTK-Antenne platzieren, Mähroboter einschalten und per App kartieren. Der Hersteller gibt für die Grundeinrichtung etwa zehn Minuten an.

In der Praxis läuft das folgendermaßen ab:

  1. Ladestation positionieren: Die Basisstation wird an einem geeigneten Platz im Garten aufgestellt und mit den beiliegenden Erdankern fixiert. Sie muss mit einer Steckdose verbunden werden.
  2. RTK-Antenne aufstellen: Die Referenzstation wird möglichst mit freier Sicht zum Himmel platziert, idealerweise auf einem erhöhten Punkt. Nach dem Einschalten sucht sie automatisch Satellitenkontakt.
  3. Mähroboter verbinden: Über die Anthbot-App (iOS und Android) wird der Genie 800 per WLAN registriert und mit der RTK-Station gekoppelt.
  4. Garten kartieren: Entweder per Fernsteuerung in der App oder durch manuelle Führung des Mähers werden die Grenzen der Rasenfläche abgefahren. Die so erstellte Karte dient als Navigationsbasis.

Mähzonen, No-Go-Bereiche und Zeitpläne lassen sich im Anschluss jederzeit per App anpassen, ganz ohne erneutes Kabelumverlegen. Das ist ein klarer Komfortvorteil gegenüber Systemen mit physischer Begrenzung.

Die Anthbot-App

Die Steuerung des Genie 800 läuft vollständig über die Anthbot-App, die für iOS und Android kostenlos verfügbar ist. Die Oberfläche ist funktional und klar strukturiert. Sie konzentriert sich auf das Wesentliche, ohne den Nutzer mit überflüssigen Optionen zu überladen.

Folgende Funktionen stehen in der App zur Verfügung:

  • Kartierung und Verwaltung der Rasenfläche
  • Einrichten von bis zu 20 individuellen Mähzonen
  • No-Go-Zonen per Fingertipp festlegen
  • Schnitthöhe per App einstellen (30–70 mm)
  • Zeitpläne und Mähhäufigkeit konfigurieren
  • Mähroboter manuell fernsteuern
  • Statusübersicht: Akkustand, Mähfortschritt, Fehlermeldungen
  • Firmware-Updates Over-the-Air

Einen kleinen Dämpfer gibt es bei der WLAN-Kompatibilität: Der Genie 800 unterstützt ausschließlich das 2,4-GHz-Netz. Wer einen reinen 5-GHz-Router betreibt, muss entweder ein Dual-Band-Netz einrichten oder einen separaten Zugangspunkt bereitstellen. Im Jahr 2026 ist das zumindest ein kleines Ärgernis, auch wenn es die meisten Nutzer in der Praxis kaum betreffen dürfte.

Praxistest: Wie schlägt sich der Anthbot Genie 800 im Alltag?

Was andere Tester bereits festgestellt haben und was sich in unseren ersten Eindrücken bestätigt: Der Genie 800 fährt seine Bahnen sehr nah an Kanten und Hindernissen entlang. Dank der seitlichen Kameras schafft er auch Durchgänge, die exakt so breit wie der Mäher selbst sind. Das ist eine echte Stärke gegenüber vielen Konkurrenten, die solche Engstellen einfach auslassen.

Die Geräuschentwicklung von maximal 58 dB(A) entspricht in etwa einem normalen Gespräch in Zimmerlautstärke. Der Mäher kann also auch abends eingesetzt werden, ohne Nachbarn zu verärgern.

Vorteile des Anthbot Genie 800

  • Kein Begrenzungskabel: Die Installation entfällt komplett – keine aufwendige Verlegung, kein Eingraben, kein Nachjustieren
  • Full-Band-RTK-GPS: Zentimetergenaue Navigation auch bei Bewölkung und unter Bäumen
  • Vier KI-Kameras: Zuverlässige Hinderniserkennung mit 300°-Sichtfeld, über 1.000 erkannte Objekttypen
  • Schnitthöhe per App: Keine mechanische Verstellung am Gerät nötig
  • Seitliche Kameras: Ermöglicht präzises Kantenmähen und schmale Durchgänge
  • Bis zu 20 Mähzonen: Flexibles Zonenmanagement für komplexe Gärten
  • Leiser Betrieb: Max. 58 dB(A) – alltagstauglich auch am Abend
  • IPX6-Schutz: Regenfest und robust im Outdoor-Einsatz
  • OTA-Updates: Der Hersteller verbessert das Gerät laufend per Firmware

Nachteile des Anthbot Genie 800

  • Nur 2,4-GHz-WLAN: Kein 5-GHz-Support, in manchen Heimnetzwerken ein Zusatzaufwand
  • RTK-Station nötig: Die Referenzantenne muss dauerhaft im Garten aufgestellt bleiben und braucht eine Steckdose
  • Kein Randmähen an der Außenkante: Die Klingen kommen nicht ganz bis an die äußerste Rasenkante. Nacharbeiten mit dem Kantenschneider bleibt
  • GPS-Schwächen bei extremer Abschattung: In tief eingeschnittenen Innenhöfen oder unter sehr dichtem Baumbestand kann die Navigation an Grenzen stoßen
  • Eingeschränkte Steigung: Bis 45 Prozent Gefälle, bei extremen Hanglagen kein Allrad wie beim Mammotion LUBA

Preis: Was kostet der Anthbot Genie 800?

Der Anthbot Genie 800 ist aktuell ab rund 850 bis 999 Euro erhältlich, je nach Händler und laufenden Aktionen. Auf der offiziellen Anthbot-Website gibt es regelmäßig Rabattaktionen mit Ersparnissen von bis zu 100 Euro.

Damit positioniert sich der Genie 800 preislich unterhalb der meisten vergleichbaren Konkurrenten ohne Begrenzungskabel. Und das bei einer Technologieausstattung, die sich vor deutlich teureren Geräten nicht zu verstecken braucht. Für Gärten bis 800 Quadratmeter ist das ein faires Angebot.

Zum Vergleich:

Modell Fläche (empfohlen) Preis (ca.)
Anthbot Genie 800 800 m² ab ca. 850 €
Mammotion LUBA Mini AWD 800 800–1.000 m² ab ca. 1.599 €
Dreame MOVA P50 Ultra bis 800 m² ab ca. 999 €
Segway Navimow H800E bis 800 m² ab ca. 1.099 €
Husqvarna Automower 305 bis 600 m² ab ca. 999 €

Anthbot Genie 800 vs. Konkurrenz: Wie schlägt er sich im Vergleich?

Anthbot Genie 800 vs. Mammotion LUBA Mini AWD 800

Der direkteste Vergleichskandidat ist der Mammotion LUBA Mini AWD 800, den wir bereits ausführlich getestet haben. Der Luba setzt auf Allradantrieb und bewältigt Steigungen bis 80 Prozent, das ist mehr als doppelt so viel wie der Genie 800. Wer ein extremes Hanggrundstück hat, ist beim Mammotion besser aufgehoben. Dafür ist der Anthbot mit rund 850 Euro etwa 750 Euro günstiger und punktet mit seinem 300-Grad-Kamerasystem sowie der einfacheren App. Für typische Hausgärten ohne extreme Hanglagen ist der Genie 800 das stärkere Preis-Leistungs-Argument.

Anthbot Genie 800 vs. Segway Navimow H800E

Der Segway Navimow H800E arbeitet ebenfalls ohne Begrenzungskabel und setzt auf RTK-GPS plus Vision-Navigation. Er liegt preislich etwas höher und verfügt über ein ausgereiftes Softwareökosystem. Die App-Integration und OTA-Updates funktionieren beim Segway gut, allerdings bietet er kein vergleichbares Kamerasystem wie der Anthbot und erkennt weniger Hindernistypen. Der Genie 800 ist hier technologisch auf Augenhöhe oder leicht überlegen.

Anthbot Genie 800 vs. Husqvarna Automower 305

Der Automower 305 ist ein klassischer Mähroboter mit Begrenzungskabel und nach wie vor einer der zuverlässigsten Vertreter dieser Kategorie. Er arbeitet leise, präzise und wartungsarm. Was ihm fehlt: die Flexibilität beim Einrichten und die KI-gestützte Hinderniserkennung. Wer kein Problem mit dem Verlegen von Kabeln hat und ein etabliertes System bevorzugt, ist mit dem Husqvarna gut bedient. Wer Komfort und moderne Technik priorisiert, hat mit dem Anthbot Genie 800 die zeitgemäßere Wahl.

Für wen eignet sich der Anthbot Genie 800?

Der Anthbot Genie 800 richtet sich an Gartenbesitzer, die:

  • eine Rasenfläche von bis zu 800 Quadratmetern pflegen (moderate Reserven bis 1.500 m²),
  • keine Lust auf das Verlegen und Eingraben von Begrenzungskabeln haben,
  • eine intuitive App-Bedienung und flexible Zonensteuerung wünschen,
  • einen Roboter mit zuverlässiger Hinderniserkennung – auch für Haustiere – suchen,
  • und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in der Mittelklasse der kabellosen Mähroboter erwarten.

Weniger geeignet ist der Genie 800 für:

  • extreme Hanglagen über 45 Prozent Steigung,
  • sehr stark beschattete Gärten ohne ausreichende GPS-Abdeckung,
  • Nutzer, die ausschließlich ein 5-GHz-WLAN betreiben.

Fazit: Anthbot Genie 800 im Test

Der Anthbot Genie 800 ist ein solides Gerät für seinen Preis. Die Kombination aus Full-Band-RTK-GPS und vier KI-Kameras macht ihn zu einem der technisch fortschrittlichsten Mähroboter in der Klasse unter 1.000 Euro. Die Einrichtung ohne Begrenzungskabel ist ein echter Komfortgewinn, die App ist funktional, und das Schnittbild überzeugt im Alltag.

Wer nach einem smarten Mähroboter ohne Begrenzungskabel sucht und nicht zwingend die Allrad-Power eines Mammotion LUBA benötigt, findet im Anthbot Genie 800 einen der überzeugendsten Kandidaten auf dem Markt und das zu einem Preis, der die Entscheidung deutlich leichter macht als bei vielen Konkurrenten.

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Zum Anthbot Genie 800

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Christina Widner ist Service-Redakteurin bei BASIC thinking und BASIC thinking International.
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