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Meta blamiert sich mit neuer KI-Funktion – schon wieder

Fabian Peters
Bild: DepositPhotos

Facebook-Konzern Meta hat es schon wieder getan. Das Unternehmen hat offenbar ohne Sinn und Verstand eine KI-Funktion veröffentlicht, nur um kurze Zeit später wieder zurückzurudern und den Stecker zu ziehen. Getreu dem Motto: Hauptsache KI. Doch mit seinem KI-Bildgenerator Muse Image ist das Unternehmen nicht nur zu weit gegangen. Meta hat sich schlichtweg blamiert! Eine kommentierende Analyse.

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Was ist Muse Image?

  • Muse Image ähnelt klassischen KI-Bildgeneratoren und lässt sich hauptsächlich über herkömmliche Prompts in Meta AI steuern. Meta bietet allerdings auch voreingestellte Anforderungen für Nutzer, die keine eigenen Ideen für Befehlseingaben haben. Zunächst war es sogar möglich, über Muse Image auf Bilder anderer Instagram-Nutzer zuzugreifen und diese mit der KI zu bearbeiten.
  • Die Integration von Muse Image in Instagram war voreingestellt. Sprich: Einzige Voraussetzung dafür, fremde Bilder zu bearbeiten, war es, dass es sich um öffentliche Profile handelt und Nutzer der Funktion nicht ausdrücklich widersprochen haben. Wer bearbeitete Bilder von anderen posten wollte, musste nur den ursprünglichen Urheber im Bild markieren.
  • Aufgrund von Datenschutz-Bedenken und der Tatsache, dass Nutzer für Muse Image keine aktive Zustimmung Dritter einholen mussten, erntete Meta einen kleinen Shitstorm. Die Folge: Der Facebook-Konzern zog nach nur vier Tagen den Stecker und entfernte Muse Image von Instagram.

Ein Déjà-vu für Meta

Muse Image ist für Meta wie ein kleines Déjà-vu. Schon mehrfach hat der Facebook-Konzern einzelne KI-Funktionen nach massiver Kritik eingeschränkt oder ganz abgeschaltet. Eines der prominentesten Beispiele: Das wissenschaftliche Sprachmodell Galactica, das Meta 2022 ebenfalls nach nur wenigen Tagen vom Netz nahm.

Warum? Weil es mit glühendem Eifer und purer Überzeugung absoluten Unsinn generierte. Doch Meta ist damit keineswegs allein. Auch zahlreiche Konkurrenten mussten neue KI-Funktionen aufgrund massiver Kritik einschränken – allen voran Elon Musks xAI.

OpenAI hat derweil wiederholt ChatGPT-Funktionen einkassiert, vor allem aufgrund von Erfolglosigkeit. Muse Image ist aber so etwas wie die Spitze dieses KI-Bergs. Denn durch eine einfache @-Erwähnung per Prompt hat Meta jegliche Zwischenschritte und Hürden zur Bearbeitung fremder Bilder beseitigt.

Das, gepaart mit der Tatsache, dass Nutzer nicht um Erlaubnis gebeten wurden, hätte in puncto Datenschutz und Urheberrecht eigentlich zuvor schon Bedenken auslösen müssen. Doch offenbar trübt die rosarote KI-Brille nahezu die gesamte Tech-Branche. Oder: Um jeden Preis Künstliche Intelligenz, ohne Sinn und Verstand und ohne Rücksicht auf Verluste.

Stimmen

  • Facebook-Konzern Meta hat Muse Image in einem Blogbeitrag zunächst vollmundig als „bislang fortschrittlichstes Modell zur Bilderzeugung“ angekündigt: „Es setzt Anweisungen präzise um, ermöglicht punktgenaue Bearbeitungen, erstellt Kompositionen auf Basis mehrerer Referenzen und nutzt Instagram für den sozialen Kontext. Anstatt Eingabeaufforderungen direkt auf Bilder abzubilden, fungiert Muse Image als Agent.“
  • Unmittelbar nach der Ankündigung hat Muse Image die US-amerikanische Mediengewerkschaft SAG-AFTRA auf den Plan gerufen. Die Kritik: „Alles andere als eine klare und deutlich sichtbare Einwilligungserklärung für diese Art der Nutzung von Bildern von Instagram-Nutzern ist inakzeptabel und eine völlige Fehleinschätzung der öffentlichen Meinung hinsichtlich der offensichtlichen Gefahren und Schäden, die mit einer solchen Nutzung einhergehen.“
  • Nachdem die Kritik zu groß geworden war, erklärte Meta in einer Stellungnahme: „Wir haben Rückmeldungen erhalten, dass diese Funktion nicht den Erwartungen entsprach, daher ist sie nun nicht mehr verfügbar. Unsere Absicht war es, ein nützliches kreatives Tool bereitzustellen und den Nutzern die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, ob ihre öffentlichen Inhalte auf diese Weise referenziert werden dürfen.“

Lernt Meta aus dem Muse-Image-Desaster?

Der Rückzieher bei Muse Image ist für Meta keine kleine Panne. Er ist ein waschechtes PR-Desaster, das sich in eine Post-ChatGPT-Ära einreiht. Denn: KI-Unternehmen testen nicht nur ohne Sinn und Verstand, was technisch, sondern auch, was gesellschaftlich möglich ist.

Mit Muse Image ist das Unternehmen aber einen Schritt zu weit gegangen. Die Verluste dürften diesmal weniger auf der Nutzerseite liegen, sondern vor allem bei Meta selbst. Denn: Das ohnehin schon bröckelnde Image erlebt diesmal einen echten Bruch.

Dabei schien diese Hauptsache-KI-Strategie eigentlich schon aus der Mode gekommen zu sein. OpenAI ist längst zu seinen Wurzeln zurückgekehrt, anstatt eine unsinnige oder datenschutzfeindliche Funktion nach der anderen rauszuhauen. Doch bei Meta drehen die Uhren offenbar anders.

Will heißen: Muse Image ist weiterhin verfügbar, nur eben nicht mehr in Instagram. Zudem tüftelt das Unternehmen bereits an einem nächsten Projekt: Muse Video. Wird Meta dabei aus seinem PR-Desaster lernen? Also ich habe da so meine Zweifel.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).
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