Blogs mutieren zu MSM?

Robert Basic

Weblongs Inc. Creative Weblogging (ein Sammelsurium aus zahlreichen Blogs, mit dem Ziel, gewinne über Werbeeinnahmen zu erzielen) bietet nunmehr, quasi als freier Schreiber Artikel einzustellen und sich damit je 1.000 PageViews 10 USD zu verdienen.

Siehe Finanso.de und Problogger.net

Ich weiß nicht, ob sich Creative Weblogging wie auch Gawker und Weblogs Inc. auf Dauer ins eigene Fleisch schneiden werden, teilweise ehemals begeisterte Schreiber durch die finanzielle Motivation immer mehr zu verderben. Nehmen wir das Engadget-Blog: Es ist nichts weiter als eine Art BILD für Technikbegeisterte. Und beruht auf dem Prinzip „Brot und Spiele“: Gib mir neues Netzfutter, sonst wird mir langweilig. Was ja auch der Konsumhaltung der meisten Leser entspricht. Und damit einen Need erfüllt. Aber eigentlich habe alle Gadget-Schreiber meistens keinen blassen Schimmer von der Ware. Wieso sollte das ein Problem sein, wenn es doch läuft? Analoges Gegenbeispiel: Tomshardware.com oder Heise konnten ihre Muckis dauerhaft aufbauen, statt sich künstlich mit schnellem husch-husch Content aufzuputschen wie Engadget.com. Ich tippe mal, daß Seiten wie Engadget.com noch eine Weile erfolgreich bleiben, aber langfristig durch aufkommende Konkurrenten ersetzt werden, die etwas von ihrem Fach verstehen und echte Qualität bieten (eben jemand wie Heise, die zB mit der c’t als redaktioneller RollsRoyce der IT Branche gelten). Blogs waren neu, hypig, mittlerweile werden sie langsam zum selbstverständlichen Bestandteil des Netzes. Damit verlieren sie aber den Charme und Vorteil des Neuen. Und wenn dann Kommerzblog-Netzwerke mit den Themenprofis mitpinkeln wollen, werden sie schnell merken, daß sie Probleme bekommen werden, ihr Modell weiter zu fahren. Für welche Blogs würde ich mich denn entscheiden, wenn ich die Wahl zwischen einem positiv verrückten Gagdetblogger (der von niemanden bezahlt wird, keine Werbung macht, etc…), einem werbefinanzierten Gadgetblogger und den alteingesessenen Profiseiten habe? Wenn ich was Seichtes will, dann ziehe ich mir den Amateurblogger ein, wenn ich es genauer haben möchte, gehe ich zur Profiseite. Dazwischen? Niemandsland. Es wird Niemandsland sein.

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Kaufmännisch betrachtet ist das alles kein Problem für die mutierenden Blogs: Solange man abkassieren kann, ist es ok, doch man sollte dann auch rechtzeitig den Turn schaffen.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.