Huffington Post setzt auf werbefinanzierte Kommentare und Tweets

Marek Hoffmann

Huffington Post

Die Onlinezeitung Huffington Post hat sich offenbar Gedanken darüber gemacht, wie sie auf Werbetreibende attraktiv(er) wirken könnte. Dabei sieht eine Möglichkeit vor, dass sich werbe-willige Unternehmen mit bezahlten Kommentaren zwischen die Leserkommentare mischen. Eine andere erlaubt es, die Werbebotschaften mittels bezahlter Tweets in die Twitter Live-Feeds einzuspeisen, die die Huffington Post auf ihrer Community-Seite veröffentlicht.

Beide Möglichkeiten haben den Status des Brainstorming schon verlassen, bisher aber noch keinen Interessenten für sich gewinnen können. Ian Schafer, CEO der Marketing-Agentur Deep Focus, hält es aber nur für eine Frage der Zeit, bis diese Form der Werbung Anhänger findet, denn „sie bietet dem Werbetreibenden […] die Möglichkeit, etwas Lohnenswertes zu sagen“. Zudem ist sie in seinen Augen sinnvoller, als eine Banner-Ad: „Diese ruft das Standardverhalten hervor, sie zu ignorieren. Jene Art ruft möglicherweise das Standardverhalten hervor, ihr Aufmerksamkeit zu schenken“. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Denn so schön die Werbeform für Unternehmen auch sein mag: Ein möglicher Grund für die Ablehnung seitens der Leser könnte darin bestehen, dass sich die Besucher der Huffington Post durch die Werbebeiträge in ihrer Lesegewohnheit und ihrem Austausch mit der Seite gestört fühlen. Um diesem Problem zuvor zu kommen und auch um zu verhindern, dass Leser die kommerziellen Kommentare und Tweets nicht oder nicht sofort als solche erkennen, werden sie explizit gekennzeichnet.

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Ich gestehe es offen, dass ich dem Konzept ablehnend gegenüber stehe. Bei mir ruft nämlich alles, was auch nur im Ansatz nach PR riecht, die gleiche Reaktion wie eine Banner-Anzeige hervor: Schauder. Will ich mich mit einem Unternehmen auseinandersetzen, besuche ich dessen Blog oder Twitter-Account. Ansonsten bin ich durch die vielen Wikipedia-Manipulationen, den Deutsche Bahn-PR-GAUgesponserte Artikel und was es sonst noch so im Netz gibt, das sich Unternehmen zunutze machen, um sich im besten Licht darzustellen, schon zu negativ gepolt. Aber das ist meine persönliche Meinung.

Das Beispiel der Huffington Post zeigt aber einmal mehr, dass Twitter von immer mehr Firmen als kommerzielles Tool genutzt wird. Kaum vorstellbar, dass noch im April dieses Jahr die Empörung groß war, als turi2 in Deutschland den Anfang mit Ad-Tweets machte.

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(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.