Das halbe Internet ist tot – und die DENIC ist schuld daran
Viele von euch dürften es schon gemerkt haben – entweder, weil sie selbst betroffen sind oder weil sie das vermehrte Aufkommen an Tweets vernommen haben, die den Hashtag #Denic, #DNS, #Fail oder alle drei zusammen enthielten. Das halbe deutsche Internet ist tot. Wer beispielsweise momentan die Wikipedia-Seite aufrufen will, erhält nur eine Fehlermeldung. Der Grund ist schnell gefunden: Die DENIC hat irgendein Problem mit ihren DNS-Servern. Ersten Vermutungen zufolge sind alle sechs DENIC-Nameserver-IPs nicht mehr erreichbar.
Ich habe da gerade mal angerufen und auch tatsächlich jemanden erreicht. Der Mitarbeiter war zwar nicht besonders redselig, bestätigte mir aber auf meinen flehenden Hundeblick hin, dass es sich tatsächlich um ein DNS-Problem bei der DENIC handelt. Auf die Frage, wann das Problem behoben sein dürfte, antwortete er, dass die Techniker natürlich mit Hochdruck daran arbeiten würden. Alles Weitere gebe es in Kürze als Pressemitteilung. Wir dürfen also gespannt sein und bis dahin fleißig spekulieren.
(Marek Hoffmann)
3. Artikelstatistik:
· read: 12505 · today: 6 · last: 5. September 2010

Twitter


@Maik: Ich habe die passenden Töne dazu gemacht – da war ihm klar, wie mein Blick dazu war. ;-)
@Manuel: Habe soeben mit einem gesprochen. Und der sagte nicht viel, aber eben dieses.
[...] http://www.basicthinking.de/…/ [...]
Teilweise scheints ja wieder berauf zu gehen gerade.
Immerhin mehr als Twitter-Meldungen
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Basic Thinking, Milos Willing, Thomas Pfeiffer, 13. Stock, Pascal Schultz und anderen erwähnt. Pascal Schultz sagte: RT @trendlupe: Das halbe Internet ist tot – und die DENIC ist schuld daran –> http://bit.ly/9EYGcP [...]
Inzwischen läufts wieder.
@14: DNS-Cache leeren.
In manchen Regionen gibts aber nach wie vor Probleme. Für den Fall kann man auch über den DNS von Google (IP: 8.8.8.8) routen. Der funktioniert nämlich noch.
… wobei ich mich gerade Frage, wer wer das Lesen soll, wenns bei ihm nicht funktioniert -.-
vg
Maik
Laut Twitter-Flurfunk waren zeitweise noch 2 DNS-Rootserver erreichbar, was hier bei uns im Büro (1 DSL-Zugang für alle, 1 IP nach draussen) zu Roulettespielchen á la “welcher Rechner kommt noch auf welche Seiten” geführt hat.
@Pullipräsident: Freut mich, dass dein Rechner dann noch diese Seite ansurfen konnte. :-)
Hallo,
wir haben eine Homepage über die wir wichtige Infos von technischen Anlagen abrufen. Wenn also so etwas vorkommt wie bei Denic eben, haben wir keine Möglichkeit schnell an unsere Infos zu kommen. Hat jemand eine Idee wie man in dem Fall eine zweite Möglichkeit nutzen kann, um an die Infos zu kommen?
Danke im Voraus
ZVHWS
@ZVHWS: Guckt mal, ob ihr etwas mit dem Rat von @Tigger (#17) anfangen könnt.
@Marek Meine Kiste war während dem Denic-Fail sowieso irgendwie privilegiert: Das halbe Büro ist zu mir gekommen, um via Tweets und Heise-Statistik die Ursache für den Blackout zu verifizieren. Muss am neuen Haarschnitt liegen!
@Pullipräsident: Die Kollegen waren vermutlich noch nie netter zu dir als heute. :-D
@ZVHWS: Dann notiert man sich irgendwo die IP-Adresse des Servers. Im Regelfall ändert die sich nicht, es sei denn, der Hoster ändert was an der Infrastruktur.
//Edit: Das Notieren sollte man natürlich vorm Ausfall tun, hinterher hilft wohl nur ein Telefonat… ;)
Hat bei mir nach dem ersten “wieder-da” Wunder gewirkt. Geht (fast) alles wieder
Kurze Frage: Gibt es eigentlich einen Unterschied dabei, ob man deutsche Seiten aus dem In- oder dem Ausland aufruft? Ich sitze gerade in der Schweiz, bin den ganzen Tag schon fleißig im Netz und hätte ohne diese Meldung hier noch nix von einem DNS-Problem mitbekommen (oder zumindest längere Wartezeiten)…
DNS Cache leeren brachte nix. Die Seite … ist immer noch nicht erreichbar.
@Anonymous: Ja, genau. Netter Versuch… ;-)
Ich hatte eigentlich eher die Hoffnung gehegt, dass vielleicht andere außer mir die Seite … erreichen. Da suchen so viele Bayern-Fans ne Mitfahrgelegenheit nach Madrid…
@ZVHWS: Die IP-Adresse hinter dem Domainnamen bleibt in aller Regel gleich.
Diese kann man leicht herausfinden zB in der Kommandozeile “ping meindomainname.de” –> und in der Antwort steht die IP-Adresse.
@Anonymous: Sorry, aber auch dieses Mal haue ich dir den Link raus. Zumal der Kommentar und die Seite off-topic sind. Und du dazu noch anonym auf die Seite kommst. Aber nichts für Ungut. :-)
Servus Marek, freut mich Dich und Deine Kommentare kennenzulernen :-)
[...] vor 14.00 Uhr soll es gewesen sein, als die Nation ein Gefühl beschlich: “Das halbe Internet ist tot“. Gut, vielleicht mag dieser Eindruck etwas übetrieben erscheinen, doch der Ausfall der [...]
Danke Ursula,
Danke Stoppschilder,
Danke Google DNS.
Also mit’m iPhone fleppt’s hier und da noch. Hilft nur Abwarten und weiter der langweiligen Vorlesung meines Profs zu lauschen.
Zudem gibt es ja mehre DNS Server außer den von der Denic.
Hier Paart sich immer mehr eine gewisse Boulevard Panikmache mit zunehmenden technischen Unverstand um das Internet angeht und die es benutzen … eigentlich Schade.
[...] Tech Portal Golem kurz drauf bei der Denic anfragte, was denn los sei – hiess es nur: “Nichts. Alles funktioniert problemlos.” Ja – [...]
Sicher, es ist schon eine Sauerei, dass ein gigantischer Anteil deutschsprachiger Seiten nicht erreichbar ist, aber passieren nicht überall Fehler?
Zumindest bei mir gehen jetzt scheinbar alle Seiten…
Sehr Richtig , nur leider wissen wohl heutzutage die wenigsten Internetbenutzer was ein DNS- Server überhaupt ist und wozu es ihn gibt.
Wenn ich mir die Meldungen des heutigen Tages dazu so Ansehe werden sie leider durch diese auch nicht Klüger, da wird meist von einen angeblichen Ausfall des Internet geschrieben , was nun technisch gar nicht stimmt!
Vermutlich verkauft sich die Meldungen vom “Halbtoten” Internet aber besser und man muss sich über die Technik dazu keine Gedanken machen.
Leute die dieser Technik unkundig sind wohl auch ganz im Sinne unserer Politiker, die den Plan mit einer Zensur des Internet über genau diese DNS- Server noch nicht Aufgegeben haben.
Da könnte dann jeder der sich mit dieser Technik beschäftigt, Auskennt oder gar einen OpenDNS- Server benutzt sich Verdächtig, schlimmstenfalls zukünftig sogar Strafbar machen!
#46 basic schrieb am 12.05.2010, 23:52:
Da könnte dann jeder der sich mit dieser Technik beschäftigt, Auskennt oder gar einen OpenDNS- Server benutzt sich Verdächtig, schlimmstenfalls zukünftig sogar Strafbar machen!
Zitat Ende.
Da muss ich dir zustimmen. Leider scheint der Trend in der Innen-, Medien- und Sicherheitspolitik immer mehr zu einem digitalen Überwachungssystem zu gehen, bei dem vor allem die Interessen einzelner Lobbyisten mehr Gehör bekommen als den fundierten Empfehlungen von IT- und Medienexperten zugehört wird.
Politiker reden immer gerne – auch zuletzt im NRW-Wahlkampf – von der Notwendigkeit, der Jugend in der Schule eine gute Ausbildung zu bieten und ihnen Medienkompetenz beizubringen. Genau diese fehlt den Politikern aber meist selbst: Viele der heutigen Entscheider in Politik (und auch noch in Teilen der Wirtschaft) sind technologisch und medial in der Mitte der 1990er Jahre stehen geblieben wohingegen die junge Generation bis 29 Jahre mit der digitalen Welt und all ihren Facetten groß geworden ist. Hier klafft eine neue, “digitale Generationen-Schere” immer weiter auseinander.
Wie sich dieses Problem weiterentwickeln wird bleibt zu beobachten. Ich hoffe nur, dass es nicht mehr all zu lange dauert bis die Politik im 21. Jahrhundert medial Fuß gefasst hat – und zwar tiefgehender als nur der Merkel-Podcast…
Ich lese erst hier von dem Ausfall heute. Wie kommt es das ich durch das ganze Netz bis ca 16.00 gesurft bin? Ich kann hier nirgends lesen dass es anderen auch so geht
@Henrik ich bin mit mein Hausnetz reingegangen, Alice. Ich bin einer von den der nicht weiß was ein DNS Server ist. Ich informiere mich morgen darüber.
Ich weiß z.B das ich bei wikipedia war. Wäre das eine betroffene Seite ?
Am “einfachsten” lässt sich die Funktion eines DNS-Server vielleicht mit einer Telefon-Auskunft oder Telefonbuch für das Internet vergleichen.
Du hast die “Anschrift und Adresse” der gewünschten Webseite als “www. xxxxx.de” und der DNS-Server sucht dir nun dafür die “Telefon Nr.” heraus, was im Internet die IP Nummer bedeutet auf der die Web Seite gehostet ist.
Die oft Angesprochene “DNS Server Caches” deines Browsers entspricht in diesem Vergleich die Speicherung oft benötigter Telefonnummern zur schnelleren Anwahl im Speicher zb. deines Handy.
Ist nun die Telefonauskunft gestört und du bekommst die gesuchte Telefonnummer nicht, kannst du diese zwar nicht Anrufen was Ärgerlich ist , bedeutet aber nicht das das Telefon Netz Defekt ist.
Natürlich ist das nur ein Vergleich ;-)
Vielleicht sollte man so etwas wie “Technologie Edu-Marketing” betreiben um der breiten Masse von einfachen Nutzern, die keine Ahnung von der Technik hinter ihren Gadgets haben, auf einfache Art und Weise diese näher erklären um ihnen ein besseres Verständnis für die Vorgänge im digitalen Alltag zu geben. Ähnlich wie das Feynman, Hawking oder auch Schwanitz und Bryson mit ihren populärwissenschaftlichen Büchern geschafft haben.
@Henrik hatte mich heute am frühen Morgen schon darüber infomiert. Danke jedoch für deinen “Vergleich”. Macht es für das Verständnis sehr viel einfacher
[...] andere Blogs haben die Nachricht natürlich auch schon [...]
Das Problem ist dann aber ein “anderes” das sich dann die politisch gewollten “DNS-Sperren” schwerer bis gar nicht durchsetzen ließen wenn mehrere Server gleichzeitig Abgefragt oder Eingetragen würden als “Ersatz” im Protokoll.
Vermutlich dürfen das daher die Provider gar nicht und müssen daher die DNS-Server der Denic oder Eigene verwenden?
Oder es hat einfach seiten betroffen, die ich nicht nutze, na ja sein muss sowas trotzdem nicht…
[...] Mittwoch hatte die denic massive DNS-Probleme, sodass viele Webseite unterhalb der Top-Level Domain de nicht erreichbar waren. Von den Problemen [...]
[...] hat Deutschland tatsächlich erprobt, dass Internet testweise auszuschalten. Wegen der unklaren Zukunftsprognosen des digitalen Weltnetzes plädiere ich schon länger für [...]
[...] 4. Der DENIC-Fail und das kurzzeitige Ende des deutschen Internets [...]