Samsung: "Wir sind nicht erfolgreich auf dem Tablet-Markt"

Jürgen Vielmeier

Ehrlichkeit und Offenheit sind selten in dieser hart umkämpften Branche. Deswegen fällt im Hause Samsung gerade entweder vielen ein Stein vom Herzen oder da plant jemand seinen baldigen Abgang. Auf jeden Fall hat Samsungs Produktstratege Hankil Yoon ihn gesagt, diesen Satz: „Ganz ehrlich, auf dem Tabletmarkt geht es uns nicht besonders gut.“ Das berichtet CNet von einer Presseveranstaltung. Auf dem US-Markt liegt Samsung hinter Marktführer Apple und dem Billiganbieter Amazon zurück. In Deutschland und einigen anderen Ländern werden die Koreaner für praktisch jedes ihrer Galaxy Tabs wegen vermeintlicher Patentverstöße vor Gericht gezerrt und teils mit Verkaufsverboten belegt. Viel Spaß kann das alles nicht machen.

Und Yoon setzte noch einen drauf, als er seine Hoffnung äußerte, das neue Galaxy Note 10.1 würde die Verkäufe der Galaxy Tabs der gleichen Größe (10.1 und 10.1N) kannibalisieren: „Das Beste, was man machen kann, um auf dem Markt zu überleben, ist seine eigenen Produkte zu töten“, so Yoon. „Wir wollen auf dem Markt konkurrenzfähig bleiben.“ Samsung stellte auf dem Mobile World Congress in Barcelona neben einigen neuen Smartphones das Tablet Galaxy Note 10.1 vor, das sich außer per Hand auch mit dem Eingabestift Stylus Pen bedienen lässt.

Android-Tablets verkaufen sich schlechter

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Im 4. Quartal 2011 wurden 15 Millionen iPads verkauft, bislang insgesamt erst 12 Millionen Android-Tablets. Der Android-Markt teilt sich unter vielen Anbietern auf. Platz scheint es im oberen Preissegment nur für Apple zu geben; im unteren Preissegment lockt Amazon mit seinem subventionierten „Kindle Fire“ Tablet-Einsteiger. Selbst HP soll mit dem Ausverkauf seiner TouchPad-Linie bis November laut den Marktforschern der NPD Group mehr Tablets verkauft haben als Samsung. Die Koreaner scheinen trotz intensivster Bemühungen bislang keinen Platz auf diesem neuen Markt zu finden.

Kann man auch Google eine Mitschuld geben? Die Android-Versionen Honeycomb (3.x) und Ice Cream Sandwich (4.x) sind bislang nicht gerade ein Erfolg. Möglichen Kunden fehlen die Killer-Apps, die sie in der bunten iPad-Werbung im Fernsehen sehen. Android-Chef Andy Rubin spornte die Entwickler gestern an, doch endlich gute Android-Apps für Tablets zu programmieren. Gestern, rund ein Jahr nach dem Start der speziell für Tablets entwickelten Android-Version Honeycomb. Es muss einiges im Argen liegen, wenn es so weit kommen konnte.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Samsung)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.