Öffentliche Firma?

Robert Basic

die Geschichte geht so: ein junges Ehepaar gründet eine Firma namens Six Apart und entwickelt ein Blogtool namens Movable Type, das bei vielen Bloggern Gefallen findet. Da Blogs in den USA zunehmende Beliebtheit finden, wird das Tool und die kleine Firma immer beliebter. Das liegt nicht unwesentlich daran, dass die Firma fremde Weiterentwicklungen von positiv verrückten Entwicklern begrüsst und fördert. Nein, das Tool war nie Open Source, sondern immer Eigentum von Six Apart. Und doch entwickeln wildfremde Menschen mit, die keinen Penny dafür bekommen (obwohl natürlich einige ITler dabei sind, die das Tool an Firmen verkaufen und über Customizing Geld verdienen). MT wird mit der Zeit so beliebt, dass es Joi Ito ins Auge fällt, der als Krake weltberühmt ist und der Investor wird. Die ganze Zeit nimmt das halbe Internet am Six Apart Firmenleben teil. Am höchsten die Wellen schlagen, als Six Apart ein neues Lizenzmodell einführt, um mit MT richtig Asche zu machen. Da merkt zum ersten Male Six Apart, dass eine öffentlich gelebte Firma nicht immer ein Zuckerschlecken und ein tolles Kundenbindungsintrument ist, sondern auch seine Schattenseiten hat. Je enger man den Kunden bindet, umso stärker sind die Reaktionen, mit denen man rechnen muss. Das geht bis zum heutigen Tage so, in denen Mena (die Mitinhaberin) erklären muss, warum irgendein Barak den Posten als CEO anstatt Mena eingenommen hat. Ich kann mich irgendwie des Eindrucks nicht erwehren, dass Mena am liebsten die Geister loswerden möchte, die sie einst rief. Ihre Artikel im Menas Corner zeigen mir, dass Mena eine recht misstrauische und sehr konservative Person ist. Umso mehr erstaunt es mich, dass sie diese Öffentlichkeit durchgehalten hat. Hehe, wie sich Menschen biegen können, wenn sie geschäftlichen Erfolg haben wollen.

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(via Sozialinformatik)

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.