Sonstiges

Gründer go home?

Heute sind mehr als 50% der Bevölkerung unter 40 Jahre. 2050 wird das anders aussehen: Mehr als 50% werden über 48 Jahre alt sein!!! Problem? Die Innovationskraft kommt häufig von den jüngeren Leuten. Was aber, wenn das Potenzial der Jungen einfach aufgrund ihrer sinkenden Zahl schrumpft?

Das ist eine These aus der Broschüre „Wirtschaftspolitische Positionen 2004 der IHK-Organisation“. Ich persönlich mache das nicht als massgeblichen Faktor für die angeblich sinkende Innovationsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts D aus. Helle Köpfe gibt es zu Genüge in D. Es mangelt mE am Unternehmerspirit, die Ideen in die Tat umzusetzen. Noch ist Selbstständigkeit für viele Menschen keine echte Alternative zum Job. Aber, je unsicherer Jobs werden umso grösser wird diese Alternative. Das ist jetzt schon mit der Gründung der vielen Ich-AGs zu beobachten, bei der zahlreiche Menschen ihren Weg suchen und wohl leider nicht machen werden. Mir persönlich mangelt es nach wie vor an Organisationen wie den Wirtschaftsjunioren, die soweit es geht versuchen, jungen Unternehmen über Erfahrungsaustausch und Veranstaltungen zu helfen. Doch selbst bei den Wirtschaftsjunioren ist das nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Wir schaffen in Frankfurt mit dem Arbeitskreis Existenzgründung und -sicherung 12 Veranstaltungen, wobei wir höchstens auf ca. 6 Gründer kommen, die wir unterstützen können. Dann gibt es noch das Kompasszentrum, eine staatlich geförderte Stelle mit günstigen Räumen und Weiterbildungsseminaren. Auch da werden einige Gründer durchgeschleust. Doch auch hier: Ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Gründer untereinander und Experten regelmässig zusammensetzen und gemeinsam über die Vorhaben beratschlagen. Weiterhin gibt es noch die IHK. Dort kann man hingehen und viele Informationen erhalten, eine kostenlose Beratung bekommen, günstige Gründerseminare buchen. Auch hier: Niemand kann in wenigen Stunden ein Gründungsvorhaben durchleuchten und auf jeden einzelnen Fall eingehen. Was ist aber mit den vielen Privatinvestoren? Die haben meistens nur ein Interesse: Ihre Kohle investieren und gut verzinsen zu lassen. Da erhoffe ich mir nix. Als Gründer mit einer tollen Idee hat man nichts vom vielen Geld, wenn man nicht in der Lage ist, sein Vorhaben mangels Erfahrung und Wissen auf die Strasse zu bringen. Geld löst nur das Hungergfeühl, nicht das erfolgreiche Gründen. Das zeigen die vielen Versuche von Grossunternehmen, weitere Segmente aufzumachen. Sie scheitern regelmässig in neuen Geschäftsfeldern, obwohl genügend Geld da ist.

Was mir fehlt, sind lokale Netze von Gründungswerkstätten, in denen die Gründer mittelfristig zusammenarbeiten können und in weitgehend festen Teams kontinuierlich gegenseitigen Rat und Hilfe finden. Im Verlauf der Gründung treten immer wieder neue Situationen mit neuen Fragestellungen auf. Statt jeden Einzelnen das lösen zu lassen, kann das Team untereinander davon profitieren. Jeder Gründer muss momentan quasi das Rad neu für sich erfinden. Es könnte reichen, wenn ein Team von 7 Gründern ein halbes Jahr sich regelmässig zweimal die Woche für ca. 2-3 Stunden trifft und austauscht. Der Teambuidling Prozess sollte in einer Losgrösse von 49 Personen über eine Woche lang dauern, in denen sich sich die Teilnehmer kennenlernen können und in 7 Teams aufteilen. Den 7 Team stehen insgesamt 7 Experten zur Seite, die in den Bereichen Finanzen, Marketing, Recht, IT, Steuer, Vertrieb und Management über ausreichend Erfahrung verfügen. Die Experten werden im Rotationsverfahren bei Fragen zu den regelmässigen Meetings hinzugezogen. Nach Ablauf eines halben Jahres werden die Teams aufgelöst und die Gründer in die komplette Selbstständigkeit „entlassen“. Wie finanziert man das Ganze? Es gibt genügend Räume in D, die leerstehen und gerade Grossunternehmen haben ausreichend Kapazitäten. Kostenmässig würden sie es nicht einmal merken.

Was ist aber mit den Experten? Wo soll man die herbekommen? Ich stelle immer wieder überrascht fest, dass es zahlreiche erfahrene Profis gibt, die oW mithelfen würden, wenn sie denn eine Organisation finden täten, die ihnen das Gefühl gibt, wirklich etwas tun zu können. Nicht jeder, der Golf spielt, ist ein Ego. Nicht jeder, der ausgesorgt hat, ist auf das Scheffeln von noch mehr Geld erpicht.

Wieviele solcher Pools braucht man, um eine einigermassen gute Durchlaufquote zu erreichen, wenn man an die abertausenden von Gründungen denkt? Zu Beginn braucht man keine fette Organisation mit einer dicken, teuren Zentralverwaltung, die alles koordinieren muss etc.. es reicht für jede Grossstadt in D zunächst ein lokaler Kreis. Der beste Ansatz ist hierzu nichts anderes, als das vielfach beschimpfte Multi-Level-Marketing (MLM). MLM Organsitaionen sind wirtschaftlich effiziente Netzwerke von sich selbst organisierenden Einheiten. Klar, in der Tat werden diese Strukturen zum Nutze Weniger aufgezogen. Wir schwingen hier aber nicht die Moralkeule, da das an diese Stelle nichts bringt. Man kann von ihnen lernen, wie schnell sie in der Lage sind, eine Masse ein Menschen zu bewegen. Also? Man verpflichtet jedes der 7 Teams zum Abschluss des halben Jahres ein neues Gründungscenter (7 Teams mit je 7 Mitgliedern, 7 Experten und 7 Räumen) zu schaffen. Natürlich werden das nicht alle schaffen, aber wenn von den 7 Teams mindestens 2 weitere Center gegründet werden können, erhält man einen zunehmenden Expandierungseffekt. Das Beste an solchen Organisationsformen ist der selbstregulierende Effekt, sich effizient und schlank zu halten.

Ist es nicht illusorisch anzunehmen, dass sich Menschen gegenseitig unterstützen werden? Ist es nicht illusorisch anzunehmen, dass 7 Menschen ein halbes Jahr lang zweimal die Woche zusammenhocken werden? Das funktioniert einerseits dann, wenn es dem Team gemeinsam gelingt, sich gegenseitig wirkliche Hilfe zu leisten. Hierzu kann man im Masterplan festhalten, dass zu Beginn die ersten Wochen zB ein Ideenbrainstorming stattfindet, um auf jedes Vorhaben einzeln einzugehen. Hierzu gibt es genügend bewährte Verfahren, die eine Vielzahl an Ideen für jede Probelmstellung produzieren und ungemein hilfreich sind, man muss sie eben nur kennen 😉 Das Schöne an diesem Verfahren: Jeder kann für sich wiederum davon profitieren. Andererseits kann man immer mit Geld locken! Man kann eine Jury über die besten Vorhaben abstimmen lassen, die einzelne Teams hervorgebracht haben. Das lässt sich am besten am geschäftlichen Erfolg messen. Und, das lässt sich an kurzen, prägnanten Erläuterungen der einzelnen Vorhaben messen. Die besten Teams erhalten spürbare, entgeltliche Preise.

Funktioniert nicht? Start2Grow hat ein sehr erfolgreiches Regionalprojekt vor wenigen Jahren angestossen. Und es geht fast exakt in die Richtung: Gründer werden langfristig betreut, indem sie einen Mentor zur Seite gestellt bekommen. Zum Schluss der „Runde“ werden die besten Vorhaben prämiert und auch in der Presse veröffentlicht:

Was ist das Besondere an start2grow?

Vor allem: Know-how-Transfer und ein ehrgeiziges Zeitkonzept. Ihre Pläne sollen so schnell wie möglich aufgegriffen und realisiert werden. Innerhalb weniger Monate kann Ihr Unternehmen entstehen. start2grow ist nicht nur ein Businessplanwettbewerb – Ziel ist es, Sie bei der schnellen Realisierung Ihrer beruflichen Selbstständigkeit zu unterstützen.

start2grow hilft Ihnen, die eigenen Ideen kritisch zu überprüfen und auf der Grundlage einer realistischen Markteinschätzung weiterzuentwickeln, um so zu einem aussichtsreichen Geschäftsmodell zu gelangen. Darüber hinaus werden Sie bei der Umsetzung Ihrer Idee und damit beim Aufbau Ihres Unternehmens unterstützt.

Ihnen steht ein weit reichendes Coachingnetzwerk mit über 400
Experten und Expertinnen zur Verfügung, das Sie bei der Erstellung eines Businessplans kompetent unterstützt. Sie können über das Netzwerk z. B. von Expert(inn)en Know-how abrufen oder eine/n spezielle/n Mentor/in frequentieren.

Darüber hinaus bietet start2grow ein weitreichendes Informationsangebot (spezielle Coachingabende, das „Handbuch Businessplan“, mehrtägige Gründungsseminare, Online-Coaching etc.) sowie Kontakte zu Kapitalgeber(inne)n und Dienstleister(inne)n. Einen weiteren Anreiz zur Teilnahme an den start2grow-Gründungswettbewerben bieten sicher auch die Geld- und Sachpreise, die mit zu den höchsten aller deutschen Gründungswettbewerbe zählen


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.