Kontroversielle Index ist verkaufsfördernd

Robert Basic

Futurezone zu einer Untersuchung bei Amazon, welche Bücher sich am besten verkaufen:

Laut einer Studie des Universitätsprofessors Mikhail Gronas verkaufen sich beim Online-Händler nämlich genau die Bücher am besten, die etwa gleich viele positive wie negative Bewertungen bekommen haben. Damit wird auch deutlich, dass der Online-Händler und seine User eine nicht zu unterschätzende Marktmacht darstellen… Ausschlaggebend sind aber die Ein-Stern-Bewertungen. Laut Gronas sind nämlich die Bücher mit dem höchsten „kontroversiellen Index„, also Bücher die in etwa gleich oft mit einem bzw. fünf Sternen bewertete werden, auch die meistverkauften.

Dazu auch Werbung mit kleinem Budget und Abseits.

Interessant, oder? Auch erklärbar und woran – wenn die Untersuchung so stimmt – könnte es hapern, das Messergebnis auf andere Entscheidungsszenarien zu übertragen?

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Nehmen wir ein Cafe „Stinknormal wie erwartet“ und ein Cafe „Kellner schreien im Ausbilderton den Gast an und alles kostet doppelt so viel wie üblich“. Über welches Cafe wird man reden? Über Cafe Stinknormal? Wohl kaum! Über das andere dürfte man geteilter Meinung sein. Aber man wird darüber reden. Und reingehen. Hm… da passt es.

Wie sieht es aus mit einem Produkt? 50% sagen „prima“ und 50% sagen „Schrott“. Üblicherweise müsste sich mit dem Faktor 15 die Menge der negativen Referenzen ausbreiten, wohingegen die positiven Referenzen immer weiter hinter den Negativbekundugen zurückbleiben. Hier nutzt man also ein Produkt und bekundet seine Meinung gegenüber Interessenten.

Man nehme ein Auto. Jeder gerade Kunde bekommt für 25.000 Euro ein Auto mit 6 Zylindern, 250 PS, super Ausstattung, ein Jahr frei tanken, etc.. wohingegen jeder ungerade Kunde zum gleichen Preis das Auto mit 125 PS, mieser Ausstattung, kein Freitanken etc.. bekommt. Man weiss aber bei Vertragsabschluss nicht, ob man zum superglücklichen Kunden gehört oder die A-Karte gezogen hat. Hier kann man ein Produkt nutzen und vorher entscheiden, ob man es beziehen möchte oder nicht.

Hm… die Denkmodelle bringen mich nicht so richtig weiter. Ist denn bei Amazon die Rezension soooo entscheidend? Ich bin da nicht so derjenige, der sich daran orientiert. Viel lieber nehme ich mir das Buch im Laden in die Hand und lese kurz drüber. Dann entscheide ich. Ohne Leseprobe kein Kauf, es sei denn, ein Bekannter empfiehlt es mir, es liegt auf der Bestseller Liste, das Thema finde ich sowieso spannend (so wie zB das Buch über ALDI vom Brandes… dat will ich schon lange lesen)

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.