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Unternehmerbashing

wirres.net:

oliver samwer, einer der geschäftsführer von jamba!, sitzt in davos und redet mit loïc lemeur… le meur stieg seinem unternehmer-kollegen auch gleich in den weitgeöffneten hintern: „ein grosser deutscher unternehmer“ der ihn sehr beindrucke.

der lemeurschen schleimerei wirft in den kommentaren auch gleich noch ein sommer.blogger speichelleckerisch seine eigenwerbung hinterher.

Ok, eine Meinung ist eine Meinung und die muss man respektieren. Gutheissen muss ich das aber nicht. Wie soll man das überhaupt verstehen? Extrem ausgedrückt, alte Leier, dass unternehmerisch tätige Menschen alles geldgeile Schweine sind (wenn man den dappischen Vergleich im Verlauf des Posting liest)? Und wenn man jemanden aufgrund seiner unternehmerischer Leistungen Respekt zollt, gleich ein Bobbeskriecher ist? Jeder Mensch passt also in eine Schublade. Hurra! Reife Denkleistung, Mr. Wirres.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

3 Kommentare

  • ein ärgernis ist ein ärgernis und das respektiere ich. aber an geldgeilheit, schweine oder gar soziale ungerechtigkeit habe ich nicht gedacht.

    woran ich gedacht habe und was mich ärgerte, ist die haltung, dass ein guter unternehmer derjenige ist der unmengen kohle gemacht hat. welchen hintergrund seine unternehmerische tätigkeit hatte, wie er sein unternehmen führt, wem es nutzt oder schadet wird oft und in diesem speziellen fall im besonderen, einfach ausgeblendet. deshalb auch mein „dappischer“ vergleich.

    loïc le meur hat einfach nur einen typen gesehen der unmengen geld gemacht hat und daraus geschlossen: „ein grosser unternehmer“. das kann man als oberflächlichkeit ansehen, als „respekt zollen“, aber ich habe es überspitzt als arschkriecherei dargestellt, obwohl ich loïc le meur eigentlich ziemlich sympathisch finde.

    und zum thema schublade: ich bin da durchaus lernfähig, aber zur meinungsbildung gehört bei mir auch kategorisierung (schublade) die ich dann auch (möglicherweise überspitzt) kommuniziere, aber ich habe mich bis jetzt auch immer gerne vom gegenteil überzeugen lassen. und so ganz frei von schubladendeken sind sie doch auch nicht, herr m-e-x.

  • bei dem überspitzten Formulieren sind wir uns anscheinend verdammt ähnlich, aber hey, wozu ist ein Blog ein Blog? Ganz sichr nicht, um PR-geglättete Aussagen zu treffen 🙂 Zum Thema Samwer und wie moralisch seine Leistung zu beurteilen ist, kann man das aus der Ferne eher weniger beurteilen. Obwohl Jamba mE unfeine Methoden anwendet und die Kunden auf das Glatteis führt. Nun ist es aber nie so, dass ein inhabergesteuertes den Geist des Gründers exakt widerspiegelt. Dazu sind zu viele Köpfe noch dran beteiligt, um ein Geschäftsmodell zu entwickeln, zu betreiben und vorzuleben. Insofern weiss ich nicht unbedingt, ob Samwer alleine die treibende Kraft hinter dem Ganzen Jamba Modell ist/war oder doch nicht clevere Manager und PR Macher, die auf Provibasis nur nach einem trachten: Kohle einsacken. Letztlich aber trägt der Inhaber die Verantwortung und speziell im Falle Jambas die Geldgeber dazu. Da jeder seinen Preis hat, wird Samwer sich sicherlich gerne den umsatzmaximierenden Entscheidungen gerne gebeugt haben. Aber grosses Aber: Die Praktiken von Jamba sind gelinde gesagt gegenüber vielen anderen Fällen, die mal aufpoppen oder meistens eh nie ans Tageslicht kommen, als noch sehr katholisch anzusehen. Ich persönlich bin zB im Falle Mannesmann über die Geldier der Manager bis hin zum Aufsichtsrat und Vorstandwitwen, Vernichtung von Arbeitsplätzen und der Art und Weise, wie man mit Weissen Rittern (AOL) umgegangen ist, empört. Das empfinde ich als höchst unmoralisch und wesentlich schädlicher, als die Praktiken der Jamba Firma. Je nachdem wie man nun seine Messlatte anlegt, kann man daher Jamba und die Samwer Brüder dahinter bzw. deren unternehmerische Erfolge akzeptieren oder eben nicht. Was man auf alle Fälle sicherlich nicht anzweifeln kann, wenn man von unternehmerischen Persönlichkeiten spricht bei Samwer. Der Alando und Jamba Deal sind zeitlich zwei kurz aufeinanderfolgende, höchst erfolgreiche Geschäfte gewesen, die so kaum ein Unternehmer weltweit in kurzer Zeit vorweisen kann. Das stellt die zwar nicht auf eine Stufe mit Richard Branson, den Rothschilds oder anderen Überfliegern. Doch es ist nach wie vor bessere Champions League.Vor diesem Hintergund kann ich Loics Aussage durchaus völlig nachvollziehen. Klar, natürlich kommt da immer der Vorwurf, dass man Unternehmertum und Gewissen voneinander nie trennen sollte, wenn man rein das unternehmerische betrachten würde. Daran versuche ich mich persönlich zu halten. Doch jeder versucht sein Leben einigermassen so zu leben, wie es ihm am besten gefällt. Ohne Schaden der Gesellschaft gegenüber zu verursachen, noch gegenüber seinen Mitarbeitern. Mal gelingt das einem besser dem anderen viel schlechter. Ich pflege da immer – nicht entschuldigend – zu sagen, dass wo Menschen sind, es immer menscheln wird.

  • ich werde mir nicht zumuten oder anmassen irgendetwas an des und der samwers unternehmerischer tätigkeit ins rechte und gerechte licht zu rücken, dass können die pressestreichler machen die dafür bezahlt werden.

    aber ich möchte darauf hinweisen das unternehmer gerne ganz vorne stehen wenns ums lob („grosser unternehmer“), portraits, biografien und die geschichtsbücher geht, aber wenn es heisst für die produkte, die geschäftspraktiken und die verfickte, nervtötende scheisswerbung geradezustehen, den zeigefinger auf untergebene, umstände oder sachzwänge richten.

    ansonsten: d‘accord.