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Banken und Darlehen: Effektivzins über 30%

Effektivzins(click me)

ein interessanter Bericht von WISO, der anhand eines konstruierten Falles mit anschliessenden Testanfragen aufdeckt, wie heute Banken Ihren Kunden nicht nur Darlehen andrehen bzw. die Anträge nicht mal korrekt prüfen oder aber die Anträge einfach ablehnen, sondern dazu gleich eine Versicherung draufpacken, so dass sich der echte Effektivzins auf über 30% erhöht.

Mehr als einmal machten uns Kreditsachbearbeiter deutlich, dass sie mit der Praxis ihres Arbeitgebers nicht einverstanden sind. Diesen Mitarbeitern war klar, wie kaltschnäuzig und unverschämt die Banken ihre Kunden mit Versicherungen finanziell belasten. …

Die meisten Banken führen keine Einzelfallprüfung bei Darlehensanfragen mehr durch, um die Kreditwürdigkeit bankgerecht zu ermitteln. Die Bankfilialen haben sich vielmehr zu Profitcentern entwickelt, die in erster Linie Versicherungen verkaufen müssen. Hiermit kann wohl mehr Geld verdient werden, als mit dem klassischen Darlehen. …

Lediglich die Commerzbank und Dresdner Bank haben umfassend beraten und anschließend die Lebensversicherung als Sicherheit akzeptiert. Deshalb stimmen ihre Angaben zum Effektivzins. Ihre Beratungen waren inhaltlich insgesamt bankgerecht und gut. Bei der HypoVereinsbank bekamen die Tespersonen keine Auskünfte. Das bewerten wir nicht. Bemerkt hat den eingebauten Stolperstein der Kreditsachbearbeiter bei der Sparda-Bank. Er war der einzige, der die Folgekosten für das Wohnmobil erkannte und in die Kostenrechnung einbezog. Er errechnete eine Unterdeckung von monatlich 120 Euro und riet von dem Darlehen ab. Seine Beratung war bankgerecht und sehr gut.

via ZEIT Geldseligkeiten und polarluft

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

5 Kommentare

  • Leider kann man die individulellen „Leistungen“ der Berater ja nicht auf jede Filiale der Bank übertragen.

    Wenn ich sowas lese, bekomme ich immer das gefühl, wir werden abgezockt. Und wundere mich auch nicht mehr über „Mitnahme- und Vollkaskomentalität“ bei den Bürgern. Und bin wieder für die Einführung von spontanen Leibstrafen 😉

  • die „Berater“ sind leider zum einem manchmal nicht mehr so fit (was an der Einstellungspolitik und den gezahlten Löhnen liegt) und zum anderen unterliegen sie einem immensen Vertriebsdruck, der dazu führt, dass man nicht im Sinne des Kunden berät, sondern stets im Sinne der Bank. Auch ist es häufig schon lange bei Kreditvergabeprozessen so, dass der Berater vor Ort eigentlich nur noch zum Datentypisten degradiert wurde und die eigentliche Entscheidung in einem zentralen Kreditcenter anhand der Benchmarks anonym entschieden wird.

  • > der dazu führt, dass man nicht im Sinne des Kunden
    > berät, sondern stets im Sinne der Bank.

    Leider wirklich sehr verbreitet – in vielen Branchen ist Kunden- und Benutzerzentrierung eine absolute Seltenheit. Die Firmen, die sich dies auf die Fahnen schreiben, werden (hoffentlich) entsprechend ernten. […]

  • worüber ich am meisten schmunzeln muss, sind Dinge wie Corporate Identities like „Kunde steht im Mittelpunkt, Kundenzufriedenheit, …“ 🙂

  • Eine Bank wirb aktuell mit dem Spruch „Leistung aus Leidenschaft“. Endlich sind Leute mal geil aufs Arbeiten. Das lob ich das mir. Dann bekomme ich ja dort Depot, Konto und Kredit zum Selbstkostenpreis. Ansonsten hieße der Spruch doch „Leistung für Gewinn“.

    Irgendwie erinnern mich solche Sätze an die Parolen in der ehemaligen DDR („Heute leisten wir das doppelte von morgen“). Nur haben wir die, damals dafür ausgelacht.