Geheimnisvolles Blogmonitoring

Robert Basic

WuV beinhaltet einen Artikel von Joachim Scholz über Weblogs: Brandbriefe aus dem Netz (.pdf, ca. 80 KByte).

Darin steht u.a., daß

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„Web“, Synonym für das Internet, und „logs“, Kurzform für Logfiles, werden geschrieben, um dem eigenen Narziss zu befriedigen, aber auch, um dem Ärger in der Arbeit, mit Unternehmen oder Produkten freien Lauf zu lassen. Das kann das eigene Auto sein, eine Partei oder der Supermarkt um die Ecke. Oder eben Jamba. Häufig sind die Anschuldigungen in den Blogs nicht neu und manche Vorwürfe auch nur schwer haltbar. AnIm Internet entwickelt sich eine neue, schlagkräftige Meinungsmacht. Spezielle Online-Tagebücher, so genannte Weblogs, werden in Suchmaschinen wie Google ganz vorne aufgeführt. Ihre Kritiken bedrohen das Image ganzer Unternehmen. Eigentlich klingt es ganz harmlos: Laut Definition ist ein Weblog eine „periodisch aktualisierte Website, die Informationen enthält, welche in chronologischer Reihenfolge veröffentlicht werden“. Tatsächlich verbirgt sich dahinter eine neue Kommunikationsform mit erheblicher Sprengkraft… Denn sie können ein enormes Echo in der Öffentlichkeit auslösen. Das liegt an einer Besonderheit von Weblogs: So ist es üblich, Beiträge untereinander und mit anderen Websites zu verlinken. Mit erheblichen Nebenwirkungen. Suchmaschinen wie Google ermitteln die Wichtigkeit einer Site anhand der Zahl der Hyperlinks, die von und zu ihr führen. Die Folge: Blogs stehen auf den Trefferlisten häufig im Vordergrund. „Die Suchmaschinenrelevanz macht die Blogs so gefährlich“, sagt Lünenbürger-Reidenbach. Während Kritiken aus Meinungsforen oder Chats in den Tiefen des Internets versickern, drängeln sich die Beiträge aus Blogs ganz nach vorn. Die Ergebnisliste zum Suchbegriff „Jamba“ führt bereits auf den obersten Rängen Links mit der Spreeblick-Kritik auf. Da die Verlinkung dauerhaft ist, bleibt auch der prominente Platz lange bestehen. Potenzielle Kunden oder Journalisten können die in den Blogs kursierende Kritik kaum übersehen…. Um so unverständlicher ist es, dass viele Unternehmen die Blogger noch nicht einmal auf ihrer Agenda haben. Auch viele PRAgenturen stehen noch weitgehend ratlos vor dem Phänomen. Immerhin: PR-Spezialisten wie FischerAppelt oder Ahrens & Bimboese, Berlin, entwickeln gerade die ersten Monitoring-Instrumente. „Wir haben hier noch kein fertiges Produkt, arbeiten aber mit unseren Stammkundenan Lösungen“, erklärt Dietrich Boelter, Geschäftsführer der A&B-Tochter Face to net. Zwar würden die Blogs inzwischen beobachtet wie Foren, Chats oder Hate-Sites auch, die Beurteilung der Beiträge sei jedoch sehr personalintensiv. Nur Experten können absehen, ob eine Kritik das Potenzial zum Selbstläufer hat. Don Alphonso ergänzt: „Eine Blog-Beobachtung ist schwer umzusetzen, weil anders als bei klassischen Medien kaum vorhersehbar ist, wo die Bombe platzt.“ Der Auslöser für eine Negativ-PR-Lawine kann in jedem der tausenden Weblogs stehen.

Ich will die Dinge ja nicht unnötig erleichtern, wenn man mit ausufernder Komplexität Geld verdienen kann, was ja das gute Recht der Agenturen ist. Nur es gibt auch Dinge, die nicht so personalintensiv sind, nicht so ressourcenfressend und dennoch früh genug Indikationen aufzeigen, wenn aus dem Feuerchen ein Waldbrand wird. Man muss hierzu mE lediglich die Top 100 Blogs in D beobachten. Wozu gibt es Blogstats? Und auch deren Übersicht heiß gegessener Themen nicht zu vergessen. Sobald ein oder mehrere Topblogger anfangen, ein Thema aufzugreifen oder aber sogar selbst initiieren, sollte man schon genauer hinsehen und das Weitere verfolgen. Dann einen Switch zu den heissen Topics auf Blogstats und schon hat man mit nicht einmal 1 Minute/Stunde Aufwand ein völlig ausreichendes Early Warning System. Was man dann macht obliegt natürlich dem Geschick oder Ungeschick der Betroffenen 🙂 Aber darum geht es ja nicht mehr beim Blogmonitoring. Diese Art von Monitoring deckt frühe Alarmzeichen auf und läßt ex post die Auswirkungen erahnen.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.