Online Games: Die ersten Dienstleister sind da

Robert Basic

Es war zu erwarten, daß MMORPGS (Massively Multiplayer Online Roleplaying Games) zu Gründungen von Serviceanbietern führen werden. Mittlerweile ist im Rahmen des Games World of Warcraft – dem momentanen Blockbuster der Onlineapielebranche – laut einem SZ-Bericht „Babysitter für den Ork“ – eine Firma aus HongKong am Werk, die man stundenweise buchen kann, um seine virtuelle Spielfigur hochzuleveln:

Bei Online-Spielen werden die Mitstreiter belohnt, die sich möglichst 24 Stunden um ihre Figur kümmern. Das ist selbst mit starkem Kaffee nicht auf Jahre – über diesen Zeitraum sind die die Spiele geplant – auszuhalten. Die Lösung dafür bietet die Firma TopGameSeller aus Hong Kong an. Für 1,50 Dollar pro Stunde kann der Spieler seine Figur von professionellen Zockern betreuen lassen – Baby-Sitting für das virtuelle Kind durch einen chinesischen Computerfreak, der die Figur auch noch erzieht. Eine Aufwertung von Level Eins auf Level Zehn bei „World of Warcraft Europe“ kostet 13 Dollar und dauert neun Stunden. Das Power-Leveling – so nennt sich diese Spielart – ist vor allem dann sinnvoll, wenn sich ein Spieler an einer Aufgabe die Zähne ausbeißt und nicht mehr weiter kommt. Das kann schnell nervig werden. Dann lieber Hilfe aus Fernost holen. Die wird teuer, wenn die Figur bereits mit den höheren Weihen eines Spiel bedacht ist. Um einen Warcraft-Krieger von Level 55 auf 60 – der höchstmöglichen in den meisten Online-Rollenspielen – zu verbessern, sind 152 Dollar nötig. Theoretisch ist es möglich, für 751 Dollar einen Mitarbeiter das gesamte Spiel durchspielen zu lassen und nur zuzusehen. Man muss also nicht einmal mehr spielen, um zu spielen.

Ja, zahlt das denn jemand? Oh, aber sicher! Wenn man als Spieler bereit ist – steht im verlinkten Artikel – sogar 10.000 USD für eine fertige Super-Figur auszugeben, dann wird man auch seine Kröten in sowas investieren. Solche Spiele erzeugen einen unglaublichen Suchteffekt. Zum Guten wie auch zum Bösen.

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via eayz.net

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.