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Marketingagenturen und Blogs: Ein Widerspruch

McLeod vom gaingvoid Blog:

The bigger issue is that a lot of people and businesses are now entrusting advertising agencies to build their blogs for them. If your blog building is currently entrusted to an ad agency, I’d be REALLY careful, and REALLY ruthless with them.

The fact is, ad agencies hate blogs. They utterly despise them, even if they tell you otherwise. They hate them because if done well, they’re cheap and they’re easy. Frankly, they’re in the business of selling you stuff that is neither.

They also hate blogs because blogging rewards authenticity and punishes insincerity, whereas the ad agency business model does EXACTLY the opposite.

Blogs have a fundemental conflict of interest with the economics and ethics of running a traditional ad agency, and no slick, Cluetrain-savvy agency pitch is going to change that.

Scobleizer auf dem Red Couch Blog dazu:

The thing is, why can’t the CEO just write the blog him or herself instead of by an ad agency?

Get the answer to that question and you’ll probably find a whole bunch of bones in someone’s closet. Hint: do you really want that person representing you in public?

Even deeper question: why can’t that company let an employee seven levels away from the CEO write the blog?

Hint: you’re reading a blog by someone seven levels away from Bill Gates. By letting your entire organization blog you’ll get closer to the customer which will bring a whole raft of benefits.

Yes, it still is a rarity in large-company corporate life to let someone so far away talk openly on a Saturday night without having any PR or legal people around to check out our words first.

Hint: weblogs aren’t ads. They are conversation tools. They are tools to build relationships with other people (and organizations) in a scalable way. Why would we turn these over to advertising agencies?

Beide Seiten sind sich einig, daß Blogs nicht dazu geeignet sind, profanes PR Blabla zu lancieren, sondern von der Authentizität und dem persönlichen Interesse des Businessbloggers an seiner Materie leben. Es gibt hierzu genügend Beispiele: Zu meiner Blog-Anfangszeit 2002 startete ich mein Blog im Bereich Lotus Notes und lernte genau das nie anders kennen. Die Notes Blogosphere war gekennzeichnet von Bloggern, die allesamt vom System Notes vollauf begeistert und überzeugt waren, dadurch auch ein gutes Stück weit mehr oder minder unbewußt PR für sich betrieben. Doch ich hatte nie den Eindruck, daß das im Vordergrund stand, sondern der Austausch über Lotus Notes zwischen den einzelnen Epxertenblogs untereinander. Das Gemeinschaftsgefühl war zumindest für mich hochspannend und absolut faszinierend. Ich habe heute immer noch eine emotionale Beziehung zu einzelnen Notes Bloggern, drei Jahre später! Es war mir eine kleine Familie. Schon erstaunlich.

Warum ich darauf so viel Wert lege, das zu betonen, wo es doch eigentlich um Business Blogging geht? Weil die vorherrschende Meinung ist, daß man als Selbstständiger nur dann blogged, wenn es sich auf Heller und Pfennig rentiert. Das ist Bullshit und stimmt nicht mit der momentanen Realität überein. Selbstständige sind nicht immer Menschen, die ihr Business rein aus Geldgier betreiben, sondern weil sie quasi ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Das ist es, was auch ein gutes Businessblog ausmacht: Man ist ein Vollblutexperte und tauscht sich über sein Fach gerne aus. Thats all. Der Rest ist zufallsgesteuert. Und die Mehrheit der Businessblogger sind bisher zu größten Teilen solche „Spinner“, die ihren Beruf lieben. Das ist auch der Grund, warum man Vollblutunternehmer unter den Businessbloggern findet. Ein Selbstständiger, dem es nur um Geld geht, der würde seine Arbeitszeit nicht in Blogs investieren, denn das rentiert sich nicht als Vertriebskanal. Natürlich meldet sich dann ab und zu ein möglicher Kunde, doch ein derartiger Vollblutunternehmer betreibt sein Blog nicht als Vertriebskanal.

Heißt es damit, daß Businessblogger möglicherweise gleichzeitig auch Unternehmer sind, die man ruhigen Gewissens anheuern kann? Deren Produkte beziehen kann? Ob die Qualität dahinter stimmt, kann man über ein Businessblog je nach Gebiet sicherlich nachvollziehen. Oder auch nicht. Also? Man weiß zumindest negativ betrachtet, daß man keinen Müll bekommen wird und auch ganz sicher nicht abgefertigt wird. Menschen mit Herzblut = Businessblogger. Das ist es, was man dann weiß. Kann viel Wert sein.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

3 Kommentare

  • Ist doch logisch: Ein Blog wird nur dann erfolgreich sein, wenn es authentisch ist, wenn es Wahrhaftigkeit ausstrahlt. Und Authentizität hat nichts mit den künstlichen Image-Bildern zu tun, die von PR-Agenturen für deren Kunden konstruiert werden.

  • Ist das so logisch, wofür man ein Businessblog verwenden kann? Man kann das mit 2 Lagern vergleichen..

    Lager A ist das authentische Lager, die Vollblut Businessblogger, die sich für ihre Arbeit zerreissen. Da gebe ich Dir vollends recht, daß hier Authentizität ein wesentliches und begeisterndes Merkmal ist.

    Lager B könnte Blogs als das betrachten, was sie technisch sind: Einfache und teils kostenlose CMS Tools, mit denen man im Handumdrehen eine komplette Unternehmensseite stemmen und füllen und pflegen kann. Noch nie war es günstiger und leichter. Reine Kostenbetrachtung. Dann ist ein Blog lediglich ein CMS eben, hat aber mit Vollblutblogging nix gemein. Auch spannend.

  • ich denke, es gibt für beides beispiele und sowohl ein PR-blog *kann* funktionieren, auch wenn der CEO-blog sicher interessanter für die „echten“ leser ist. und wir werden weiterhin auch beides erleben, vor allem wenn ich an die krisenkommunikation denke, glaube ich schon dass eine beratende agentur sinn machen kann.

    ich denke jedoch, mcleod hat recht: nicht, dass werbeagenturen unbedingt blogs hassen (das tun sie vielleicht, wenn sie über ein paar schlechte kampagnen herziehen) aber sie fürchten sie — blogs könnten den texter oder grafiker nach einer einmaligen einrichtung überflüssig machen.

    das zeigt einmal mehr, dass viele agenturen IMO auf dem holzweg sind, wenn sie sich jahrelang strukturen und hierarchien angeeignet haben, die sie jetzt überdenken müssen. profan gesagt: nach der entertainmentbranche ist jetzt auch diese branche betroffen.

    ich glaube auch, wir brauchen in zukunft wieder etwas mehr generalisten, die medien/ und branchenübergreifend denken (können). –> und vielleicht sogar einen „authentischen blog von innen“ für ein unternehmen führen können.