Sonstiges

Corporate Blogs = Großunternehmen

habe mir gerade den Mitschnitt vom Berliner Fritz Radio über Blogs zusammen mit den Gästen Don, Johnny und Modeste angehört. Mehr über die Sendung selbst bei Treehuggin‘ Pussy und der Mitschnitt auch.

Insgesamt recht nett, doch bei einer Stelle muß ich bißerl aufmucken: Natürlich geht es dabei um Corporate Blogging. Aussage -ich glaube- von Don war sinngemäß: „Corporate Blogs sind nix besonderes und keine Revolution, denn es sind nix anderes als Tools, mit denen man Texte ins Netz stellen kann. Das konnte man vorher als Firma auch schon, so what..:

Einerseits geben sich Don und Johnny im Verlauf des Dialogs bereits selbst die Antwort: Herkömmliche Non-Blog-CMS’e sind zwar ganz nett, doch laborieren sie häufig an Komplexitis, daher fällt die Auswahl des richtigen Toolsets nicht leicht (schon mal nach einem CMS gesucht.. uahhh), die Kosten fürs Aufspielen sind uU sehr hoch wie auch das Customizing und Betreiben sogar auch. Andererseits ist es doch gerade dieser Punkt, der es eben Unternehmen schwer gemacht hat, im Netz zu publizieren, ob nun Bloggisch oder wie auch immer. Denn nicht die großen Unternehmen haben dieses Problem seit Jahren, sondern gerade die vielen kleinen und mittleren Unternehmen. Und Blogs? Was bringen die nun im Sinne einer toolbasierenden Publizierungslösung? Blogs haben auf jeden eines erreicht, was zu würdigen ist: Die Barrieren zum Publizieren im Netz ungemein gesenkt. Man spart heute als Unternehmen jeder Größenklasse einen Haufen Systemkosten, wenn man Blogs als einfache quasi Standard-CMS’e der zweiten Generation betrachtet. Sie bieten ein Set an Kommunkationsmöglichkeiten an, die sich immer mehr durchsetzen. Wiedererkennung ist ein ungemein wichtiger Faktor dabei.

Und eines noch zum Abschluß: Don (?) behauptet, keine deutschssprachigen Corporate Blogs zu kennen. Auch hier wieder: Guten Morgen, denk nochmal über die Größeritis nach und dann fallen Dir ganz bestimmt welche im D-Raum ein.

Ach ja, anbei der Ausschnitt zu Corporate Blogs (.mp3, 1.6 MByte)

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

5 Kommentare

  • Unter Corporate Blogs verstehe ich prominent gemachte Blogs von Unternehmen, die ein klein wenig mehr sind als die Selbstvermarktung halbarbeitsloser PRler, adabeiseinwollende Marktforscher, Maulhelden der Kommunikationsbranche oder ähnliches Gesox, das mit Wirtschaft so viel zu tun hat wie Badewannensingen mit Beethovens Ode an die Freude. Gesunder Mittelstand, beispielsweise. Grosskonzerne. Oder irgendein Zulieferer.

    Johnny hat durchaus darauf verwiesen, dass grosse CMS wie Interwoven oder Gauss zu Recht Probleme haben, und ich kann da nur zustimmen. Aber wenn ein Anwalt oder ein Supermarktleiter durchaus amüsant bloggen, dann ist das nichts, was in Tragweite und Beduetung dem entspricht, was die vereinzelte PRoleten gerade irgendwelchen Firmen andrehen wollen – denn um die Kosten dafür wieder reinzuholen, müsste es signifikante Vorteile bringen, und davon sehe ich auch in Amerika kaum was. Selbst Microsoft-Mann Scoble hat m. E. rechtzeitig reduziert, bevor er in die Glaubwürdigkeitskrise gerauscht ist.

  • Ich persönlich sehe keinen Unterschied zwischen dem SUN Schwartz Blog und einem Udo Vetter Blog, Blogs vieler Dir völlig unbekannten Unternehmern weltweit im untern. Umfeld. Das ganze Erwartungs-Geschwafel von „was bringt es..“ etc, .. mit Corporate Blogs wurde bereits ein ganz exzellenter Schritt getan. Reduzieren wir Corporate Blogs auf das, was sie am besten können: Die Kommunkationshürden senken. Wer damit etwas anzufangen weiß, ok, wer nicht, dem hätten Blogs auch so niemals helfen können. Und man kann nun über den Sinn und Unsinn gerne reden, doch der Tipping Point ist eh schon erreicht: Firmen werden sich Blogs in größerem Masse zulegen als es vielen Kritikern lieb ist. Das Schöne daran ist, daß Kritiker bisher nie die Welt verändert haben, nicht ein Stück weit, sondern stets diejenigen, die etwas ausprobieren, auch wenn es wehtut. Und wenn es nur das ist, auf anderer Leute Meinungen zu hören und selbst damit zu hohe Erwartungen in Corporate Blogs zu setzen. Es hat seinen Grund, warum Menschen und ihre geschaffenen Werke einem Erwartungszyklus folgen. Ich beklage das nicht, es ist anscheinend unser Lernprozess. Der sich immer wieder aufs Neue wiederholt. Insofern ist das Überhitzende ebenso wichtig wie das übetrieben Untertreibende.

    Auf die Gefahr hin, Dich zu enttäuschen, mit Kommunkationshürden meine ich bei den von Dir geliebten Mittelstand und Großkotzunternehmen nicht die externe Schiene, sondern … ach siehe selbst (eine kleine Umfrage, aber sie zeigt eh schon das auf, wofür Blogs in Unternehmen ihren Einsatz momentan finden und finden werden).

    Don, manchmal habe ich das Gefühl, daß Du selbst nicht so genau weißt, was Du eigentlich nun davon (Corp. Blogs) halten sollst? Ich bin immer noch der Meinung, daß wer kritisiert, auch seine eigene Haltung dazu, was man nun damit machen kann und wo es hingehen könnte, gerne kundtun darf. Ich höre immer nur, was nicht geht. Warum geht aber was in dem Markt und zwar nicht zu knapp? Weil viele ein Fax haben und nun alle eines haben wollen? Na ja.. wenn die Erklärung auch so einfach wäre. Weil Winers und Kollegen meinen, mit „informen“ wäre „formen“ gemeint und Firmen das natürlich ganz doll finden? Weil Märkte Gespräche sind und nun alle diesen Spruch nachplappern und merken, daß sie dazu ein Blog haben müssen, um in zu sein?

  • Ich denke wirtschaftlich, und das werde ich dank meiner Erfahrungen in der New Economy für den Rest meines Lebens tun. Ich habe bei Blogbar einige Artikel geschrieben, warum es schlichtweg nicht sinnvoll ist, Blogs in der Kommunikation mit den Medien zu nutzen, und ich bezweifle auch, dass es gegenüber der Öffentlichkeit im Netz etwas bringt.Allein schon, weil nicht viele zum Bloggen geboren sind.

    Ansonsten habe ich mich auf Deutschland bezogen; dass der Hype in den USA mit den immer gleichen „Argumenten“weiter ist, ist mir durchaus klar. Ich bin auch gerne bereit, umzudenken, wenn es Argumentegibt, die jenseits des Bullshits sind, den Berlecon, Fischer Appelt und Trendbüro Hamburg in die Landschaft setzen. Phrasen kann jeder. Zahlen sind die Kunst.

  • Übrigens, da ist noch ein Aufreger, wenn wir schon dabei sind. Dezidiert NICHT auf dieses Projekt bezogen.

    Versteh mich nicht falsch, ich mag dieses „Corporate Blog“ – wenn man es so nennen will – und finde es interessant, auch wenn ich oft anderer Meinung bin. Aber es gibt einfach Erscheinungen im deutschen Netz, gerade im Bereich der angeblich kommenden Corporate Blogs, da bleibt mir oft die Spucke weg bei so viel Dreistigkeit.