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Weblogs: Archive für den Leser nutzbarer gestalten

ich bin bisher recht unzufrieden mit der Ablage und der Wiederauffindbarkeit von den vielen Artikeln in einem Blog. Der Fokus eines Blogs ist zu einem sehr großen Teil auf die Aktualität, sprich die neuesten Artikel ausgelegt. Dementsprechend verhält sich die GUI (grafical user interface) ebenso wie die Administrationsoberfläche. Kein Wunder, warum sich der Leseanteil auf die Startseite konzentriert und immer wieder Blogautoren die berechtigte Frage stellen, ob man nicht ganz auf Kategorie- und Monatsarchive (die beiden Ablageklassiker in Blogs: Nach Thema und nach Zeit) verzichten solle.

Die jetzige Aufbereitung abgelegter Artikel – auch bei MEX – ist verbesserungswürdig. Umso ärgerlicher speziell bei uns, da wir pro Monat ca. 20.000 Besuche von Google (.de und .com vorwiegend) bekommen. Kunden/Leser, die wir einfach so wieder ziehen lassen, ohne Ihnen die möglicherweise zusätzlich interessanten Artikel aufzuzeigen – neben dem, was sie suchen und eventuell bei uns dann auch finden.

Das Ziel: Dem Leser, der direkt in einem Artikel über Google landet, weitere Absurfpunkte auf MEX in die Hand zu geben. Annahmegemäß sucht der Googlebesucher etwas und je mehr man ihm davon zeigen kann, das seine Informationsbedürfnisse befriedigt umso besser. Umso besser hinsichtlich, daß man flüchtige Google Leser in wiederkehrende Leser umwandelt.

Mögliche Maßnahmen:
1. Das Wort „Archiv“ vermeiden – wird häufig in Blogs verwendet – gegen andere Begrifflichkeiten austauschen, die sich nicht nach „Staub&Alter“ anhören. Was wären besser Begriffe? Wie wäre es mit „weitere Artikel zum Thema [Katgeorie]“ oder „Themenschwerpunkt [Kategorie]

2. Das Monatsarchiv ganz streichen: Natürlich erwartet der Leser, daß veraltete Informationen nicht mehr auftauchen oder als solche explizit gekennzeichnet werden. Das aber am Rande, womit ich mich aber hier nicht beschäftigen möchte, da es den Artikel zu sehr abschweifen läßt. Insgesamt bietet mE eine chronologische Ablage keine Suchen&Finden-Mehrwert, solange man nicht ein Thema behandelt, das selbst einen chronologischen Aspekt beinhaltet. Beispiel? Nehmen wir an, man möchte bestimmte Milestones der deutschen Blogsphäre reporten. Was bietet sich dann mehr an, als in der Tat eine chronologisch, aufsteigend sortierte Ablage von Artikeln? Mit dem ältesten Datum zuerst bis hin zum neuesten Datum. So kann der Leser eher ableiten und sich darüber ein Bild machen, warum und weshalb sich die deustche Blogosphäre so und nicht anders entwickelt hat im Nachhinein. Also tatsächlich alles, was eine Art von Tagebuchcharakter hat. Das wird wohl auch ein Grund sein, warum alle Blogs eine chronologischen Ablage anbieten, oder? Ergo: Streichung der chronologischen Ablage nur dann, wenn man nix Chronologisches zu bieten hat. Und wenn chronologisch, dann themenorientiert. Das bedingt im Umkehrschluß eine fallweise Anwendung der chronologischen Ablage. Anwendung im Sinne „zeige dem User diesen Navigationspunkt nur dort, wo er Sinn macht“. Dann aber auch so, daß man ihn wahrnimmt. Komme gleich darauf anhand eines Beispiels.

3. Fokussierung = Weiterführende Artikel und Generalisierung = Themenschwerpunkte aufzeigen und anbieten
Financial Times Deutschland macht etwas sehr gutes: Sie platzieren über einem Artikel eine PullDown Box, dabei nennen sie das nicht Archiv, sondern „weitere Folgen“. Aha, bingo.. Neugier…
FTD, Weitere Folgen

und aufgeklappt schaut es so aus:
FTD, Weitere Folgen aufgeklappt

Die prominente Platzierung dieses Navigationspunktes ist selbstverständlich eine gute Attraktion, das Auge des Lesers zu fesseln. Nun muß man aber überlegen, ob eine generelle Artikelübersicht ausreichend ist, sondern darüber hinaus dem Leser gezielt eine passende Auswahl von weiteren Artikeln zum gerade fokussierten Artikel geboten wird. Da man nie genau weiß, was den Leser nun wirklich interessiert und warum er eigentlich auf die Seite gestoßen ist, sollte man zwei DropDown Boxes anbieten:
1. eine Artikelsammlung von sog. „Artikelserien“, die thematisch eng zusammenhängen in einer Box. Gibt es keine Artikelserie, muß diese Box ausgeblendet werden.
2. eine Artikelsammlung von Artikeln, die der Blogkategorie des fokussierten Artikels entsprechen, also eine Generalisierung des möglichen Interesse an einem Thema seitens des Besuchers. Wichtig: Über eine Sortierung der Artikel dem Leser eine bestmögliche Navigationshilfe anbieten. Bei einer generellen Artikelsammlung zum Thema X bietet sich eine Sortierung nach Hits an. Die meistgelesenen Artikel absteigend anzeigen. Auch ein Gedanke: Verfolgte man das Klickverhalten der User auf der Seite, könnte man mit der Zeit eine Artikel-Empfehlung abgegen á la Amazon „Leser haben diese zusäzlichen Artikel besucht„.

Eine dritte Box könnte möglicherweise zuviel sein, doch denkbar wäre bei Besuchern, die über Suchmaschinen – also Suchbegriffe – kommen, eine dynamisch erzeugte Trefferliste von Artikeln in der DropDown Box anzubieten, die zu den Suchbegriffen passt. À la „wenn sie das suchen, passen auch weitere Artikel..:

Wichtig erscheint mir die wesentlich prominentere Platzierung der Artikelsammlungen über und ggbfl. am Ende des Artikels. Ob nun als DropDown Box oder was auch immer überlasse ich den Usbailitygurus.

Das soweit meine Gedanken, was man mit den vielen Artikeln anstellen kann, um sie nicht im Sinne der Leser verfaulen und verstauben zu lassen, sondern ruhig mal zeigen, was man zu bieten hat.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

4 Kommentare

  • Das Problem mit Blogs und Artikeln, die nicht nur aktuell sondern dauerhaft interessant sind, läßt sich gerade in WordPress (was hier auch genutzt wird) durch die Auslagerung oder Zusammenfassung von Blogbeiträgen in statische Seiten recht elegant lösen.

    Auf meinem Blog Finanso (derzeit erst im Aufbau) werde ich neben einer Kategorie „Blog“ eine Kategorie „Artikel“ oder ähnlich anlegen, auf denen die Menüführung einer klassischen Webseite entspricht und somit thematisch organisiert ist.

    Um Nutzer die von google kommen auch die Gelegenheit zu geben, andere interessante Blogeinträge und Artikel zu lesen finde ich, dass es am einfachsten ist unter dem Eintrag auf weitere hinzuweisen.

    Dabei ist eine klassische Auflistung glaube ich übersichtlicher als ein Drop-Down-Menü, welches wie bei FTD etwas erschlagend ist.

    Eine Untergliederung z.B. nach weiteren Blogeinträgen (Eintrag1, Eintrag2, Eintrag3…) und weiteren Artikel (Artikel1, Artikel2, Artikel3…) ist sicherlich hilfreich.

    Darunter kann man auch nochmal auf eine generelle Auswahl von Rubriken des Blogs und der Artikel verweisen.

    Speziell bei MEX finde ich die Umbenennung von Kategorien in Stichwortablage gut gelungen. Man muß sich keine Gedanken machen, was in wenigen aufgelisteten Kategorien auffindbar ist, sondern hat gleich einen guten Überblick.

    Diese Stichwortauflistung sollte aber meiner Meinung nach ganz oben zu finden sein. Gerade auf der Startseite sieht man durch die Auflistung der letzten Beiträge an erster Stelle im Seitenmenü diese doppelt. Diese letzten Beiträge sind ja sowieso auf der Startseite vorhanden.

    Die Umbenennung der Kategorien in Stichwortablage finde ich auch deshalb gelungen, weil die Verwendung von Kategorien und zusätzlich Stichworten / Tags den Leser eher verunsichern: „Wo schaue ich jetzt weiter – in der Kategorie wo der Artikel aufgelistet ist, oder in den Stichworten zum Artikel.“

    In den Stichworten sollten ja naturgemäß die Begriffe der Kategorien wieder auftauchen.

  • Ich verstehe das nicht!
    Es ist ein Weblog. Ein Weblog hat halt dieses Tagebuch-Konzept. Mit Fokus von vorne, Aktualität, Geschwindigkeit. Das heute zählt. Gestern ist unwichtig.

    Und wenn Sie die Sachen über paar Jahre angesammelt haben. Wer soll das denn lesen. Das wird immer unmenschlich viel und völlig unübersichtlich sein. Wenn Sie das dataillierter sortieren wollen, müssten Sie auf ein herkömmliches CMS umstellen vielleicht.

  • @Jean, ich könnte dann ebensogut sagen, auf diese Weise habe Blogs Fastfood-Charakter… vorne rein, schnell satt und den Rest wieder hinten raus. Ne, mir schmeckt diese Vorstellung nicht, wie Du sie zeichnest, selbst ein echtes Tagebuch hat mehr Anspruch auf Werthaltigkeit. Jeder hat eben sein persönliches Blogverständis. Ich habe vor, ein Blog so zu gestalten, daß sie nicht nur Krach machen sollen und sich nicht der Fastfood Generation beugen.

  • Das Fastfood entsteht aus dem Nutzungsverhalten des Internets. Wenn Sie jeden tag 10 neue inhaltsreichen Artikel einstellen, lesen Sie nach 1 Jahre nicht mit dem selben Interesse die 70 Artikel von vor 52 Wochen.

    Wer soll die ganzen werthaltigen Megabyte denn lesen. Da greift man doch nur stichprobenartig darauf zurück, und dann kommt man auch via Suche oder Google dahin zurük. Bei einer Katalogisierung von zukünftig 10.000 Weblog-Artikeln darf man sich das schon mal realistisch vorstellen, für wen das alles wichtig ist.