Sonstiges

I love the smell of Napalm in the morning II.

Google kickt folgende Domains raus, die wirklich nicht unbekannt sind:
1. automobile.de
2. BMW.de
3. ricoh.de
und macht damit die Drohung wahr, die Matt Cutts gebloggt hat, auch nicht US-amerikanische Websites verstärkt unter die Lupe zu nehmen, die Black-SEO Maßnahmen genutzt haben.

Ringfahndung sieht die Initiative von Google mit gemischten Gefühlen:

Im Gegensatz zu automobile.de, ist die Listung von bmw.de bei den Stichworten „Gebrauchtwagen“ und „BMW“ aber sinnvoll! Und hier liegt der wesentliche Unterschied zu den SEO-Methoden von automobile.de – Google ist einfach nur zu dumm diese Unterschiede zu erkennen. Oder aber man macht sich nicht die Mühe solche Feinheiten in die Algorithmen einzubauen. Warum auch? Man ist Weltmarktführer im Bereich Information, da kann man die Regeln selbst bestimmen.

Es wird höchste Zeit, dass sich Google hieran verschluckt. Am Liebsten wäre mir ein Kurssturz von 12% am Dienstag, nachdem bekannt wurde, dass alle Automobilhersteller ihre Werbespendings bei Google auf unbestimmte Zeit storniert haben. Und uns Bloggern rate ich noch einmal dazu, fein zu sortieren, ob wir uns über solche Entwicklungen freuen sollten.

Sorry, sehe ich nicht so: Warum hat BMW ausgerechnet in der Doorway-Page auf Gebrauchtwagen verwiesen, wenn die schon gewusst haben, daß der Google-Bot die Seiten von BMW nicht lesen kann? Warum nicht irgendeine andere Seite? Die Seite über die Historie von BMW und deren Philosophie? Warum sollte die Maßnahme von BMW sinniger sein als von Automobile.de? Warum ausgerechnet Gebrauchtwagen, mit denen BMW genauso wie Automobile.de direkt Geld verdienen kann, statt mit der netten Unternehmensgeschichte, und damit auch btw die Rankings in Google für die Gebrauchtwagenpages verbessert? Die Maßnahme von BMW war unsinnig wie übliche Black-SEO Maßnahmen auch. Dabei ist die Regel von Google doch schlicht wie auch effizient: Gib mir das gleiche Futter wie dem Menschen! Der Google-Bot ist nicht doof und BMW so smart, weil sie gezwungen waren, die Dummheit des Bots auszugleichen. Das spielt keine Rolle dabei. Die Regeln für die Aufnahme einer Webseite sind einfach, denn alles andere – die Ausnahmen von der Ausnahme – führt zu noch viel mehr Manipulationsmöglichkeiten, Interpretationsproblemen und Unsicherheiten. Lieber schlicht und rigoros als komplex und schwammig.

Jobs in der IT-Branche


Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

5 Kommentare

  • Sehe ich genauso, Robert. Angenommen, Google hätte BMW und Co. verschont, wäre spätestens dann ein Aufschrei durch die (Google-) Welt gegangen, wenn man kleinere Sites aus dem Index verbannt hätte. Es hätte nicht lange gedauert, bis man gehört hätte: „Die Kleinen fängt man, die Grossen lässt man laufen…“

  • Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Die „Welt“ hat vor kurem ueber eine Zusammenarbeit von Google und Volkswagen berichtet.
    http://www.welt.de/data/2006/01/09/828882.html
    Demnach soll Google Earth in VW-Fahrzeuge integriert werden.

    Ernsthafter: Bei der „Bestrafung“ von BMW ging es meinens Erachtens nicht darum, Nutzer, die nach „BMW“ suchen, die naheliegende URL von BMW vorzuenthalten, sondern es ging um andere Suchbegriffe bzw. Suchbegriffskombinationen.

    Bei einer Suchbegriffskombination wie „BMW Neuwagen“ tritt BMW in Konkurrenz zu Automobilhändlern und dies vor dem Hintergrund, daß sich die EU bemüht, das abgeschottete Vertragshändlersystem aufzubrechen. Insoweit kann ich ordnungspolitisch die Wiederherstellung der Waffengleichheit zwischen kleinen Händlern und finanzstarken Herstellern beim Suchmaschinenmarketing nur begrüßen.

  • Zumal Ringfahnung in Sachen Werbespendings Werbeausgaben übersehen hat, dass sich jedweder Inserent, dessen Anzeigen konvertieren, damit selbst das Wasser abgraben würde. Wenn BMW also aus dem Index fliegt UND sich entschliessen würde, sein Inserat zu entfernen, wären damit direkt zwei nicht unwichtige Online-Marketing/Markt-Segmente weggebrochen.

    Was den Rest angeht: Doorways, Schmoorways. Ich persönlich find’s gut, dass da nicht nur auf Grund von Willkür gehandelt wird, sondern tatsächlich Hans mit Hänschen gleichermaßen vor dem Scheffel steht. Denn wieso sollte jedwedes Unternehmen – egal, welcher Größe – auf Grund seiner schieren Finanzmacht oder auch nur auf Grund seiner Relevanz für den Benutzer das Recht haben, Suchmaschinen zu spammen? Im Umkehrschluss käme dies nämlich einem Freibrief gleich, dass alle größeren – ergo laut der These ja scheinbar auch gleich „relevanteren“ – Portale das ungeschriebene Recht haben, sich allerlei für normal sterbliche Seitenbetreiber verbotene Tricks zunutze zu machen.

    Und wenn das eines Tages passieren sollte, dann hat die Suchmaschine, die dies zulässt, bereits verloren. Denn dann ist die Ergebnisliste an sich bereits wertlos. Schliesslich suche ich bei Google unter dem Stichwort „Auktionen“ bzw. „Auktionshaus“ nicht nach eBay.

    Mit den besten Grüßen,
    Erik

  • Meiner Meinung nach sind die Massnahmen gerechtfertigt.

    „Im Gegensatz zu automobile.de, ist die Listung von bmw.de bei den Stichworten „Gebrauchtwagen“ und „BMW“ aber sinnvoll!“
    Das trifft schon zu. Aber wer sich nicht an die Regeln halten kann, hat nicht das Recht dazu.