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The Net ist born for Porn bzw. gebt dem Volk keine Blogs?

Zielpublikum Weblog über den Fall Tammy, den Massengeschmack im Web und Hottest Tagclouds (nun ja, Sex, Girls,… halt…) „Tammy Nyp zeigt: Blogs können Journalismus nicht ersetzen„:

Übel wird mir, weil das Beispiel zeigt, wie real desillusionierend diese Welt doch ist. Da kann man sich den Wolf texten über wirklich wichtige Themen – aber mit einem kostenlosen Download eines privaten Sex-Videos machst du die Quote. Nicht, dass es mich überrasche, das wussten wir damals bei unserem Auto-Portal doch auch: Berichte über ein paar heiße Renner, garniere alles mit Tuning-Tipps für den Proll-Golf und oben drauf das Girl-des-Monats – und die Page-Impressions sind kein Thema mehr. Allein, wir wollten nicht. Es überrascht mich also nicht, aber es desillusioniert mich immer wieder auf’s Neue….

Ich liebe die Möglichkeiten der Blogospere – aber man sieht eben auch ihre Grenzen. Und wehe, wenn sie losgelassen auf die breite Masse, denn dann kommt der FreeTV-Effekt zum Tragen: Die thematische Übernahme eines ganzen Mediums durch die Masse. Und was dabei rauskommt sieht man, wenn man mal unter der Woche nachmittags die Zeit hat, um TV zu sehen… Keine Sorge, es wird Qualitätsblogs geben, es wird auch gut recherchierte und ausgewogen formulierte Artikel in der Blogosphere geben. So wie es ja auch noch arte im TV gibt …

Sagen wir es mal so: Annahmegemäß machen 90% des Internettraffics die Sexsurfer aus. Die restlichen 10% stellen Randerscheinungen wie Google, Yahoo, eBay, Amazon, Foren, Webseiten, Weblogs und dergleichen dar. Und wenn dem so wäre, sehe ich das nicht so schwarz wie Alexander Endl vom Zielpublikum Weblog. Mir persönlich erscheinen die 10% nutzenstiftend genug, um sich nicht von den Massenthemen stören zu lassen. Warum auch? Wenn sich 9/10 – ausgehend von meiner eigenen Annahme – aller Surfer angeblich auf ganz andere Themen fokussieren, was solls, es ist ihr gutes Recht. Und wer bin ich schon, um mich „über die Massen“ zu stellen und darüber zu urteilen? Und mögen noch tausend andere Tammies kommen, hundertausend weitere, nicht verifizierte Gerüchte gestreut werden und Millionen weiterer Pornoseiten Traffic ziehen.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

7 Kommentare

  • Nunja, desillusionierend ist es trotzdem.

    Man gibt sich Mühe hochwertigen Inhalt zu schreiben, und muss immer wieder feststellen, dass man mit solchen „Billig-Inhalten“ viel einfacher Erfolg haben könnte, wenn man sich dazu herablassen würde.

    Aber das ist wohl das Schicksal all derer, die sich abseits des Mainstreams bewegen… vielleicht wäre es sonst auch langweilig. 🙂

  • […] Nun kristallisiert sich aber eines heraus, sobald man an gewisse Spitzfindigkeiten von einigen Blog Autoren stößt: Das Problem ist, dass selbst wenn man etwas über das Tammy-Phänomen bei Technorati (oder Google) schreibt, man gleich in die generalisierende Ecke gestellt wird. Mit pädophilen Sexlüstlingen und anderen notgeilen Perverslingen wird man verglichen, ohne dass die werten Schreiberlinge sich überhaupt jemals den Artikel durchgelesen zu haben – selbst wenn man sich hier klar davon distanziert. Darüberhinaus wird prognostiziert, dass man an einem gefaktem Selbstmord auch noch die Schuld tragen soll, dass sich ganz Asien die Finger wund surft, jedoch aber sich keiner der Deutschen Besucher um diese Sachen schert, wenn sie über Google auf das Blog kommen und Inhalte fordern. So ein Blödsinn! […]

  • Die Frage ist auch, wie man „Erfolg“ definiert. Will ich drei Fastrilliarden nie mehr wiederkommender User, die sich ein langweiliges Porneaux Video runterladen, oder hab ich einen für mich genehmen Inhalt mit schönen Texten und dafür ein paar weniger Leute, die das Blog lesen. Deswegen bin ich froh, dass es beim blogscout Counter die zweite Tabelle gibt, in der die Rangliste der Blogs ohne Suchmaschinenergebnisse angegeben ist. Da fallen die ganzen optimierten Blogs einfach mal raus und die Sache sieht schon wieder ganz anders.

  • wobei es schon witzig ist, bei Weblogs von optimiert zu reden, wenn man die Strukturen meint. Optimiert verstehe ich eher den Content (Bilder, Sex, …)

  • Ich stimme DonDahlmann zu. Was nützt es schon, sich in den Zugriffen von Sexsuchern zu suhlen.
    Schließlich wollen die meisten Blogger wegen ihrer Artikel anerkannt werden, die sie in mühevoller Arbeit verfasst haben. Ein Video online stellen kann jeder dressierte Affe. Darauf braucht man nicht stolz sein. Dann lieber ein kleiner, zuverlässiger Kreis von Lesern, die gute Texte aus privater Hand zu schätzen wissen.