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Mouth Taping: Ein gefährlicher Social Media-Trend

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stock.adobe.com/Виктория Котлярчук
geschrieben von Beatrice Bode

Auf TikTok kursiert seit einiger Zeit ein Trend, der gefährlich werden kann: das sogenannte Mouth Taping. Dabei kleben sich Menschen die Lippen zu, um nachts nicht mehr durch den Mund atmen zu müssen. Wir erklären dir, was hinter diesem Trend steckt und welche Risiken er birgt. 

Mittlerweile gibt es einige Studien, die belegen, dass es Vorteile hat, durch die Nase zu atmen. Beispielsweise führe das zu einer 15 Prozent höheren Sauerstoffsättigung des Blutes. Die Nasenatmung durch einen zugeklebten Mund zu erzwingen, ist allerdings nicht der beste Weg dafür. Doch genau dieses sogenannte Mouth Taping wurde zum TikTok-Trend – mit gefährlichen Folgen.

Mouth Taping: Ärzte warnen vor Social Media-Trend

Denn Mouth Taping ermutigt TikTok-User dazu, im Schlaf durch die Nase statt durch den Mund zu atmen. Dazu sollen sie sich mit einem Pflaster oder Papierklebenband die Lippen zukleben. Die Videos machen bereits seit 2022 die Runde. Der Hashtag #mouthtaping hat mehr als 51,7 Millionen Aufrufe auf der Plattform.


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Wie CNN schreibt, erklärte eine Influencerin beispielsweise, dass sie sich täglich den Mund zuklebt. Das Mouth Taping helfe ihr dabei, richtig zu schlafen. Das wiederum sei wichtig für Anti-Aging-Effekte – um gut auszusehen und sich gut zu fühlen.

Tatsächlich kann Mundatmung zu Schnarchen und übermäßigem Durst führen. Auch Zahnfleischerkrankungen und Zahnfehlstellungen sollen in Verbindung damit stehen. Nasenatmung ist Expert:innen zufolge gesünder. Auch weil die feinen Härchen in der Nase Staub, Allergene und Keime filtern.

Zudem befeuchtet die Atmung durch die Nase die einströmende Luft, während die trockene Luft, die durch den Mund in den Körper gelangt, die Lungen reizen kann. Das bestätigt auch Rajkuma Dasgupta von der Keck School of Medicine der University of Southern California. Allerdings warnt er vor dem Social Media Trend: „Es gibt nur begrenzte Beweise für den Nutzen des Mouth Taping“, erklärt er und rät zu Vorsicht.

Das Problem mit Mouth Taping

Das Abkleben des Mundes ist nicht die beste Methode, um die Nasenatmung während des Schlafes zu fördern. Es kann sogar gefährlich werden, warnt Erich Voigt, Leiter der Abteilung für allgemeine HNO-Heilkunde und Schlafmedizin an der NYU Langone Health.

Besonders für Menschen mit Atemproblemen könnte der Trend gefährlich sein. Es kann zum Beispiel zu Atempausen während des Schlafes kommen. Auch der Blutdruck kann steigen und das Schnarchen sich verstärken. Wer eine verstopfte Nase hat, bekommt zudem schlechter Luft. Außerdem kann Mouth Taping zu Hautirritationen führen und Angstzustände auslösen.

Menschen, die an obstruktiver Schlafapnoe leiden, sind besonders gefährdet. Dabei handelt es sich um eine ernste schlafbezogene Atemstörung, bei der es während des Schlafs wiederholt zur Verringerung oder dem kompletten Aussetzen der Atmung durch eine Verengung des Rachenraums kommt.

So kannst du die Atmung durch die Nase fördern

Wer Probleme beim Schlafen hat, sollte Dasgupta zufolge einen Schlafspezialisten aufsuchen. Er kann einen individuellen Plan erstellen, um die grundlegenden medizinischen Probleme der Mundatmung anzugehen.

Wer das nicht möchte, sollte trotzdem auf das Mouth Taping verzichten. Stattdessen können Nasenstreifen und gezielte Mund-, Rachen- und Zungenübungen helfen. Laut Dasgupta können sich Menschen zudem daran gewöhnen, ihre Schlafposition zu ändern, um die Schlafqualität zu erhöhen.

„Den Mund zuzukleben, wird Ihnen wahrscheinlich nicht helfen, besser zu schlafen“, erklärt er. „Denken Sie daran: Was wir tagsüber tun, hilft uns, nachts besser zu schlafen.“ Er rät dazu, sich ausgewogen zu ernähren, ein gesundes Gewicht zu halten, regelmäßig Sport zu treiben und nicht zu rauchen. Wer gut schlafen möchte, sollte zudem vor dem Schlafengehen keinen Alkohol trinken und Medikamente gegen Allergien nehmen. Dann braucht es auch keinen Klebestreifen auf dem Mund.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.