Sonstiges

Mitleid mit StudiVZ?

nein, ich finde es nicht sonderlich gut, wenn man sich nunmehr statt über das Unternehmen und deren Gründer – die ungeschickt kommunizieren wie auch ziemlich unreif agieren, sie haben es mE nicht verstanden, was es heißt, Verantwortung zu tragen – über die Menschen dahinter lustig macht. So schwachsinnig diese Videos auch sein mögen. Ich fände es besser, man ignoriert das und konzentriert sich weiter auf StudiVZ als Firma, wenn denn noch was anliegen sollte. Unreife und mangelndes Verantwortungsgefühl drücken sich nicht in selbstgedrehten Videos aus. Sie äußern sich darin, wie man mit unglaublich detailierten Userprofilen umgehen wird. Wonach sich die halbe Industrielandschaft wohl jetzt schon die Finger wundleckt. Das ist es, was mich persönlich irritiert: Sind deutsche Studenten zu bleed, um das zu schnackeln? Oder vernebelt die Gier nach geilen Partybildern und Mädels den Verstand, um weiterhin fromm, fröhlich und naiv wie Kleinkinder immer detailiertere Daten reinzuhacken? StudiVZ ist lediglich ein Waffenhändler, der seine Uzis geschickt verkauft (Ziel dieses Projektes ist es die Netzwerkkultur an europäischen Hochschulen zu fördern, die Anonymität an den Hochschulen zu senken und eine intuitiv bedienbare Plattform zu bieten, auf der sich Studierende sowie studentische Initiativen kostenlos zu überwiegend lokalen Campusthemen organisieren und austauschen können.). Abschießen tun die Studenten die Waffe selbst. Meiner einer kann letztlich auch mit Waffenhändlern gut leben, da es mein Sarkasmus ist, der obsiegt, wenn die User zu unmündig sind, das Game zu erkennen.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

17 Kommentare

  • Ich finde nur, die 400.000 Studentinnen sollten wissen, WEM sie ihre Daten anvertrauen. Deshalb der Verweis auf die Videos.

  • wehe, wenn der Papa E.D. beim FilmenBelästigen der Tochter erwischt. Ich würde ihn, gehen wir mal auf das Thema ein, an beiden Ohren aus der S-Bahn zerren und ne Standpauke halten, die sich „gegruschelt“ hat :))

  • Wer sowas macht, ist meiner Erachtens menschlich indiskutabel und sollte allenfalls Kloreinigen, dafür reicht das Verantwortungsgefühl. Alles andere hat an Hochschulen nichts verloren. Schliesslich ist es das Unternehmen, das solchen Dreck in sein Firmenblog gepackt hat.

    http://www.studivz.net/blog/?p=35

  • […] Other bloggers (such as BooCompany) or newspapers (such as heise.de) point to a (now partially withdrawn) You-Tube Video which features the founder of StudiVZ Ehssan Dariani in the subway of Berlin and apparently how he crashes while flirting with a girl. Since the video is partially withdrawn, the hints of bloggers only arouse further and a debate is growing why the video has been withdrawn. Maybe it would have been better to keep it online. At Peter Turis Weblog the videos can still be found. Robert Basic criticizes the publishing of the videos since critique should focus on the company’s behavior. […]

  • Hmmm… dieses Verhalten des Ehssan D. erinnert mich an den frühen Bill G. und macht auf mich den Eindruck eines unreifen und pubertierenden Nerds. (Nichts gegen die Pubertät als Reifeprozess, aber irgendwann sollte sie beendet sein …).

    Zu Roberts: „Sind deutsche Studenten zu bleed, um das zu schnackeln?“: Keine Ahnung, mein Studium liegt dafür schon eine Dekade zu lange hinter mir.

    Die Zeit der Volkszählungsproteste und der Kampf für die informationelle Selbstbestimmung wurden ja schon vom „ersten“ Internet-Boom hinweggespült. Seitem gibt ja jeder bereitwillig und unbekümmert per Kunden-/Rabattkarte Auskunft, wenn er dafür nur ein paar Brotkrümel Rabatt bekommt, und seit dem stehen Internet-Datensammlern ja Tür-und-Tor offen.

  • „StudiVZ ist lediglich ein Waffenhändler, der seine Uzis geschickt verkauft […]
    Meiner einer kann letztlich auch mit Waffenhändlern gut leben, da es mein Sarkasmus ist, der obsiegt, wenn die User zu unmündig sind, das Game zu erkennen“

    Finger weg von den Drogen.
    Aber 800.000 (nicht 400k) Studenten kaufen anscheinend gerne Waffen, wenn sie dadurch alte Freunde wiedertreffen, neue Menschen mit gleichen Interssen kennenlernen, und sich als Erstsemestler unter tausender andere Studenten mit denjenigen vertraut machen können, die so als Neulinge ähnliche Berührungsängste haben.
    Ist dies eine Datenbank, die Firmen gerne in die Finger bekämen? Sicher!
    Ist mySpace eine ebensolche Datenbank? Klar!
    Und was ist mit dem gespeicherten Konsumverhalten bei amazon und ebay? Dito!
    Und wen interessierts? Die 268 Leutchen, die vor mir ihren Weg hierher gefunden haben. Große Ausbeute.
    Anstatt sich hier über die Ideen und Leistungen anderer hämisch auszulassen, nur weils einem selber nicht eingefallen ist (ich ärger mich über youTube auch, 800 Millionen pro Nase…), sollte man lieber mal aus seinen 4 Wänden rauskommen, und sich die Welt angucken. Da gibts echt Menschen, die mit anderen kommunizieren und interagieren. Die lesen keine Blogs. Die feiern vielleicht gerade in einem Café einfach ein Wiedersehen. Und warum? Weil sie wie Kleinkinder die Waffe von Ehssan mit Details geladen und abgefeuert haben. Getroffen haben sie damit alte Freunde, die nach der Schule in alle Windrichtungen verstreut waren.

    Danke Ehssan, für deine Unreife!

  • „dieses Verhalten des Ehssan D. erinnert mich an den frühen Bill G. und macht auf mich den Eindruck eines unreifen und pubertierenden Nerds.“

    Recht hast du! Und daran wird er genauso scheitern wie Bill Gates! Niemand wird StudiVZ benutzen wollen, genau wie niemand auf der Welt Microsoft-Produkte benutzt!

  • @Dan: Ich habe das (unreife) private Verhalten der Personen verglichen aber weder ihre Geschäftsideen noch Produkte. Ich hätte Ehssan D. auch mit Bodo M. vergleichen können, aber den kennt hier vermutlich niemand.

    Nicht jeder unreife Nerd wird viele Jahre später der reichste Mann der Welt. Dazu braucht es mehr als nur Unreife.

  • Ich könnte es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren private oder gar intime Daten anderer zu Verkaufen. Egal für wieviel Geld oder ob sie sie mir freiwillig anvertrauen…