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Saddam: Hang 'em High

Kurz und bündig: Der frühere irakische Präsident Saddam Hussein ist wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit am Sonntag zum Tod durch Erhängen verurteilt worden.
burn in hell, Saddam. Ja, ich weiß, meine Mutter hat mich erzogen, jegliches Menschenleben zu respektieren, selbst das deines schlimmsten Feindes. Aber, manchmal freut man sich dennoch, dass einer frühzeitiger abtreten darf. Abhaken und weiter in der Menschheitsgeschichte. Ob er vor seinem Tod winseln wird? Hoffentlich.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

41 Kommentare

  • Sollte ein Scherge wie Bush, Cheney oder Rumsfeld dann nicht genauso hoch hängen? Die einen Irakkrieg unter falschen Tatsachen mit tausenden Toten angezettelt haben?

    Soviel zu Gerechtigkeit.

    Xing

  • dann müsste aber die Hälfte der Menscheit abtreten, schätze ich mal. Gleiches mit gleichem zu vergelten ist zwar unser Ding, aber irgendwie nie so smart gewesen. Doch letztlich muss man es pragmatisch sehen: Der Gewinner hat immer Recht. Selbstverständlich verdienen zahlreiche amtierende „Staatsmänner“ den zigfachen Tod, doch so what, ich werde es nicht erleben, dass jeder Mensch vor dem Gesetz gleich ist.

  • Ich habe gerade keine Lust, die Suchmaschinen anzuwerfen, aber im Hörfunk habe ich vorhin gehört, dass diese Urteilsverkündung vom ursprünglich geplanten Termin vorgezogen wurde, um US-Präsident G.W.Bush und seiner republikanischen Partei bei den in zwei Tagen stattfinden Wahlen aus den tiefsten Umfragewerten aller Zeiten herauszuholen.

    Egal, was man über Saddam Hussein denkt oder von den juristischen Vorwürfen hält, finde ich diese Tatsache doch am erschreckendsten.

    Ich hoffe sehr, dass diese billige Taktik der US-Republikaner nicht aufgehen wird, bin mir aber nicht so sicher, bei dem, was man immer so an US-amerikanischen Kommentaren bei youTube, Web-Foren, Weblogs usw. lesen muss.

    Eigene Meinung, Aufklärung und Toleranz sind anscheinend in den USA gerade keine so stark vertretenen Eigenschaften 🙁

  • Tja, die ganze Sache geht ja jetz erstmal in eine Prüfung. Rechtsfehler usw. Allerdings fänd ich’s irgendwie besser wenn Saddam lebenslang (also richtig bis zum abkratzen) in’m Knast hocken würde – da hätte er mehr davon ;-). Erhängen ist natürlich was tolles für die Medien … „… und nun zur heutigen Live-Exekution. Als Star dürfen wir Saddam Hussein begüßen…“

    Bush und seine Partei werden sich jedenfalls in’s Fäustchen lachen … ’ne Diktatorenverurteilung vor den Wahlen hat schließlich was.

  • irgendein Bedauern hinsichtlich des Schicksals von Saddam ist sicher schwer zu entwickeln. Also lebenslang im ungemütlichen Kerker fände ich so ganz subjektiv und alttestamentarisch angebrachter.

    Aber gleichzeitig hat die ganze Inszenierung auch einen ekligen Beigeschmack.
    Offensichtlich funktioniert das simple Modell mit dem bösen Buhmann um von eigenen inneren Problemen abzulenken immer noch. Die Iraker haben so eine Figur wie Saddam nicht demokratisch gewählt.
    Wir im Westen wählen solche Figuren wie Bush demokratisch!
    Zwei mal !
    Geringe Wahlbeteiligung wird als Entschuldigung später kaum ausreichen.

  • Ziemlich dämlich, sich darüber zu freuen, wenn über Jemand die Todesstrafe ausgesprochen wird. Und vor allem in diesem Fall, wo ein Bush schon tausende von Menschenleben im Irak gekostet hat.

  • Ist sowieso müßig darüber zu diskutieren, da bereits im Vorfeld festgelegt wurde, alle Anklagepunkte durchzugehen, bevor irgendein Urteil vollstreckt wird. Der Prozess wird wohl noch ein paar Jahre gehen…

  • Es ist in meinen Augen überhaupt nicht müßig, über den Sinn der Todesstrafe zu diskutieren. Aber vermutlich ist dies hier des schlechtestmögliche Platz, Saddam jedoch der bestmögliche Fall.

  • Ich finde es gut und richtig, dass in den (meisten) zivilisierten Ländern die Todesstrafe abgeschafft ist. Jede Todesstrafe ist selbst ein unmenschliches Verbrechen.

    Allerdings überrascht mich das Urteil gegen Saddam nicht. Ein anderes Urteil hätte mich eher überrascht.

    Bis zu einem gewissen Grad kann ich dennoch verstehen, dass seine Opfer eine gewisse Freude oder Genugtuung über das Urteil empfinden. Aber völlig unverständlich finde ich es, wenn sich jemand aus seinem heimeligen deutschen Lehnsessel über das Urteil freut.

  • Es hat nichts mit der Nationalität zu tun, sondern mit der Folgenlosigkeit der Meinung aus einer sicheren Situation heraus.

    Ich hätte nicht gedacht, daß aufgeklärte westeuropäische Menschen sich wieder über den Tod anderer Menschen freuen können.

  • Gleiches mit Gleichem? Hassgedanken kann man einem sicherlich nicht übel nehmen. Würde einer meinem Kind was antun, so würde ich sicherlich im ersten Moment auch so reagieren. Aber das so öffentlich zu propagieren finde ich nicht gut.

    Das Urteil gegen Hussein war so erwartet. Wie soll es auch anders sein – es bleibt bei den ewig gleichen Fehlentscheidungen die in keinster Weise Intelligenz versprühen – Kriege und Gewaltakte.

    Was wird dieses Urteil für Folgewirkungen mit sich bringen in der terroristischen Welt. Noch mehr Hass, noch mehr Anschläge. Denkt irgendwer mal einen Schritt weiter?

  • Ich hatte es wohl etwas falsch formuliert: Ich bin ebenfalls Gegner der Todesstrafe, über das Leben anderer zu urteilen. Soviel dazu.

    Mit „müßig“ meinte ich auch nur, dass zwar schon im ersten Anklagepunkt die Todesstrafe verhängt wurde, die Vollstreckung aber noch über Jahre ausgesetzt wird – solange, bis der Prozess inkl. aller Anklagepunkte vorbei ist. Der erste hat ja immerhin auch mehr als ein Jahr gedauert, und das war „gerade mal“ ein Fall aus den frühen 80ern.

    EDIT: Hoppla, lese gerade dass nach den Statuten des Tribunals das Urteil, soweit anerkannt, binnen 30 Tagen vollstreckt werden muss. Soviel dazu…

  • Todesstrafe…

    Wie ein jeder mitbekommen haben sollte, wurde Saddam Hussein heute morgen zum Tode durch Hängen verurteilt.
    Überall las man anschließend heute wie sehr Hussein es verdient hätte getötet zu werden (Bloggerbeispiel wäre Robert), teilweise liest man…

  • @ jeriko,
    du hast es richtig formuliert, ich habe es richtig verstanden, nur habe ich das Wörtchen „müßig“ als Aufhänger für meine Antwort genommen.

    Vielleicht noch als Ergänzung:

    Bei britischen Hinrichtungen von Kriegsverbrechern im März und Mai 1946 wurde gestoppt, wie lange nach dem Öffnen der Falltür noch Herzschlag festzustellen war. Die Zeiten beliefen sich auf 10 bis 15 Minuten (Abhören mit Stethoskop) bzw. bis zu 25 Minuten (Feststellung mit EKG). Die entsprechenden Akten des britischen Innenministeriums wurden 2000 vom Public Records Office freigegeben.

    Um´s mal ganz deutlich zu sagen: Staatlich sanktionierter Mord ist zum Kotzen. Ob als Giftgas-Massenmord an Kurden oder als Strafe dafür.

  • „… lebenslang ist unmenschlich“

    aber

    „… Ob er vor seinem Tod winseln wird? Hoffentlich.“ – soll menschlich sein?

    Sorry, aber soetwas werde ich nie verstehen.

  • Und was bitte sollte das mit dem – hoffentlich winseln?

    Ne, für mich ist auch die Todesstrafe ein Vergehen an der Menschlichkeit.

    Ich kann eine Marianne Bachmeier verstehen, die im Gerichtssaal den Mörder ihrer Tochter erschiesst. Aber mein Verständnis endet dort, wo Menschen dem Todesurteil irgend eines Tribunals freudig Beifall zollen.

  • Ich werde diesem Unmenschen keine Träne nachweinen. Aber einen Grund zur Freude sehe ich nicht.

  • Freude ist wirklich das falsche Wort, ja. Es ist mehr eine Art Hilflosigkeit, weil man weiß, dass Saddams nie aufhören werden zu existieren.

  • Robert, ich les Dein Blog ja auch gern, aber hier wischst Du mit ein paar lapidaren Formulierungen ein fast philosophisches Problem vom Tisch: Hat eine Gemeinschaft (Staat) das Recht, über Leben und Tod eines Menschen zu entscheiden?

    Ganz egal, was dieses Menschen Vergehen sind: meine Antwort ist Nein.

    Genau deshalb empfinde ich Formulierungen wie „Hang em high“ und „winseln“ ziemlich überheblich.

    Schau Dir mal den Film „Dead Men Walking“ an.

  • das ist ja das Kernproblem, Gedankenbeispiel: Ich hätte – wenn ich es gewusst hätte – das Baby Hitler ohne zu Zucken nicht überleben lassen. Ich weiß, es ist ein krasses Gedankenbeispiel. Aber was besseres fällt mir nicht ein, um zu umschreiben, dass es nicht von vornherein darum gehen, das Recht auf Leben jedem zuzugestehen. Das wird auch in D bei Geiselnahmen in Extremfällen praktiziert. Ohne, dass ein Leben vorher zu schaden gekommen wäre, worüber ich mich immer aufrege, wenn es vorkommt, einen Geiselnehmer vorsorglich auszuschalten. Dahingegen haben Menschen wie Saddam unendlich viel mehr Leid produziert. Es muss Grenzen geben.

  • Schon wieder ich und schon wieder ein „Nein“ … wir haben nicht das Recht dazu Leben zu nehmen. Punkt. Keine Ausnahmen.

  • Sollte ein Scherge wie Bush, Cheney oder Rumsfeld dann nicht genauso hoch hängen? Die einen Irakkrieg unter falschen Tatsachen mit tausenden Toten angezettelt haben?

    Soviel zu Gerechtigkeit. EIN FREMDER FÜRHER VM EINEM FREMDEN LAND WURDE GESTÜRTZT ! BUSH MÜSSTE GENAU SO GESTÜRTZT WERDEN ! ER HAT VIELE MENSCHEN AUF DEM GEWISSEN!

  • Hört doch entdlich auf immer über die USA zu Schimpfen,den ohne wäre vielleicht der 3.Welt-Nuklearkrieg schon längst Tatsache.
    Ach und hängt doch die verfluchten Drogenhändler auch grad mit auf……:-)
    Und gleich neben diesen,all diejenigen die immer Geldgieriger auf Kosten anderer werden,dann noch die Frechheit haben sich ohne schlechtes Gewissen zur sogenennten Hi Society Küren.