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Neue Volkskrankheit: Daten-Paranoia? Warum man Personalberatern das Handwerk legen muss

anhaltende StudiVZ-Diskussion fördert Sensibilisierung zum Thema Datenschutz und Datenprofiling
nach der Geschichte mit StudiVZ (nach, wohl eher noch in) ist das Thema Datenschutz etwas spannender geworden. Nachdem ja nicht nur Blogger, sondern auch die Presse darüber regelmäßiger berichten, steigt damit auch die Sensibilität der Webuser. Aktuelles Beispiel ist der Beitrag auf Blogbar, in dem Don anhand von Beispielen den Teufel an die Wand malt, wie möglicherweise Personalberatungsunternehmen Job-Kandidaten bereits im Vorfeld anhand von Datenhinterlassenschaften der StudiVZ-User aussieben. Einige Dinge mögen überzeichnet sein, jedoch ist das teilweise tatsächlich Realität.

Das Grundrecht auf explizite Verwertung seiner persönlichen Daten im Web
Vorab: es ist gut und richtig, dass man sich zu dem Thema Datenschutz, Datenprofile, Offenheit der Kommunikation untereinander und deren Folgen unterhält. Ich sehe es aber nicht ein, dass sic Webuser nun auch noch ganz heftigst darum Gedanken machen können, wie sich das alles auf ihren künftigen Job auswirken mag. Man kann alles übertreiben. Statt dem User seine Freiheiten aufgrund bestimmter Data-Mining Tendenzen zu untergraben, muss man den Data-Minern das Handwerk legen. Natürlich in Maßen, aber es gibt Grundrechte, die ebenso im Web gültig sind. Für alle Beteiligten. Webuser sind kein Freiwild für Unternehmen. Sobald jemand etwas im Netz äußerst, ist das kein Freibrief für Profiler, dessen Aussagen „abzuhören“ und zu speichern. Das muss mE zur Privatsphäre des Menschen dazugezählt werden!!! Hier ist ein Umdenken notwendig. Internet ist nicht gleich öffentlicher Raum, User haben ebenso an ihren Gedanken und Daten das Recht auf „Verwertung (explizit) und Verwertungsuntersagung (non-explizit)“ wie es sowieso schon längst beim Urheberrecht zB mit Bildern gehandhabt wird. Die momentane Denke ist imho falsch.

Blog-Leser lassen nunmehr auch Kommentare löschen
Anyway, das hat nun auch bei mir dazu geführt, dass sich jüngst zwei Leser gemeldet hatten, die den Wunsch äußerten, dass ich ihre Kommentare bei bestimmten Blog-Artikeln lösche:))) Ich gestehe, dass ich das einerseits sehr amüsant finde, andererseits bisserl auch verständlich, nachdem ja jetzt das Thema so brisant ist.

Anpassen an unabwendbaren Trend oder müssen sich Unternehmen anpassen?
Warum ich das so amüsant finde? Sorry, aber wer sich als Jobkandidat um jeden Schaschlaweng Sorgen macht, dass bspw. seine Hornbrille nicht gut kommt, sein Händedruck zu weich ist, seine Bilder im Netz provokant sind etcpp usw usf macht sich dermaßen streamlined, dass er als wachsweicher und angepasster Kandidat noch viel uninteressanter wird. Man kann alles übertreiben, man kann sich ebenso den Personalberatern in Interviews ausliefern und auf deren Spiel eingehen. Personalunternehmen verdienen damit ihre Kohle, ihren Kunden ständig das neueste vom neuesten verkaufen zu müssen und damit dreht sich das Karusell in immer höhere, abgedrehte Sphären, wo den Unternehmen vorgegaukelt wird, dass bestimmte Sätze in Zeugnissen und bestimmte Minimalaussagen der Kandidaten zu Monster-Ausschlusskriterien hochstilisiert werden. Die Firmen müssen sich schon selbst an die Nase fassen, dass sie diese Entwicklung soweit mitgefördert haben, dass zahlreiche Kandidaten in professionellen Jobtrainings-Centern dermaßen zu Hochleistungsbewerben trainiert werden. Und man nunmehr zunehmend beklagt, dass die eigentliche Person nicht mehr authentisch ist, weil man wie Politiker darauf trainiert wurde, immer die richtige Antwort im Sinne der Firma zu geben. Selbst schuld, kann ich nur sagen. Wer angepasste Ja-Sager und 08/15 Bewerber haben möchte, bitteschön.

Die perfekte Bewerber Manie
Also, say no to abgedrehten Personalauswahlverfahrens-Theoretikern, say no to Firmen, die an diesem bescheuerten Spiel teilnehmen, say no to Stromlinien-Verhalten. Damit meine ich nicht nur Jobkandidaten, damit meine ich insbesondere Unternehmen, die auf Personalsuche sind. Hört auf mit so einem Schwachsinn. Es gibt keinen perfekten Bewerber. Jeder, ausnahmslos, wächst an seiner Aufgabe.

Dreht den Profilen und Data-Minern im Personalbereich den Hahn ab
Und einen bescheidenen Wunsch hätte ich zum Abschluss: so sehr ich das überregulierte Deutschland hasse, so sehr sind manche Gesetze an den richtigen Stellen dringend nötig. Die es so noch nicht gibt. Dazu gehört gerade im Zuge der zunehmenden Nutzung des Internets das gesetzliche Verbot, anhand von Daten der Web-User Profile erstellen zu dürfen. Insbesondere, um den Scharlatanen und auch seriösen Personalagenturen das Handwerk zu legen, was Datenprofiling angeht. Dazu gehört ebenso, dass Social Networks via AGBs nicht nur Strukturvertrieblern und MLM-Kollegas untersagen, deren Dienste zu nutzen, sondern selbstverständlich auch Personalern. Das ist kein schöner Zug, ich weiß, man muss ja User gewinnen, doch im Interesse der Allgemeinheit mE notwendig. Man kann es eben nicht allen im Leben recht machen. Dringend!

Personaler anwesend? Meinungen dazu?


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

30 Kommentare

  • Kennst Du noch „Rocky 2“ oder 3, ich weiß nicht mehr genau, als der von russischen Anabolika-Wissenschaftlern zu Höchstleistung getrimmte Dolph Lundgren eben am Ende doch nichts ausrichten konnte gegen ur-amerikanischen Männerschweiss und rinderhälftengestählte Muskelpakete…Am Ende ist der richtige Mitarbeiter authentisch…und dazu gehört auch seine Meinung. Sollen sie doch ihre robots losschicken, ich hab meine „Aaaaadriaannnn“.

  • Personaler? Noch viel besser: Personalberater! 😉

    Zwei Gedanken zu Deinem Beitrag:

    Ja, aber …
    Ja! Ich teile Deine Ansicht, dass Authentizität einer der Schlüsselfaktoren ist, um für mich den passendsten (nicht: den besten!) Job zu finden. Gilt übrigens auch umgekehrt: ein Unternehmen, das sich authentisch gibt, findet auch die Mitarbeitenden, die genau dieses Umfeld suchen.
    Aber … Aus der Erfahrung weiss ich, dass nicht alle Menschen, den nötigen Mut aufbringen, in solchen Situationen wirklich sich selbst zu sein. Weil sie das nötige Selbstbewusstsein nicht haben, weil sie aus finanziellen Gründne auf einen Job angewiesen sind, weil … Es ist utopisch zu glauben, dass das alle schaffen könnten. Und das meine ich überhaupt nicht wertend – es ist schlicht und einfach eine Tatsache.

    Nein!
    Ich weiss, dass „Ihr in Deutschland“ eine schon fast amerikanische Tendenz habt, alles und jedes in irgendwelchen Gesetzen zu regeln (Abmahn-Wahnsinn lässt grüssen). Aber Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ein Gesetz verhindern könnte, dass jemand zwar nach „Robert Basic“ oder „Marcel Widmer“ googeln würde, dann die so gewonnen Informationen aber nicht (auch nicht unbewusst) nutzen würde!? Das ist genauso Nonsens wie die Disclaimer, die vor allem Banken usw. in ihren E-Mails mitschicken: „Sollten Sie dieses Mail unberechtigterweise erhalten haben, dürfen Sie die darin enthaltenen Informationen nicht lesen.“ (Oder so ähnlich).
    Das Prinzip lautet (auch hier): Eigenverantwortung! Ich kann doch nicht Informationen über mich ins Netz stellen und dann nach dem Staat rufen, wenn jemand diese Informationen liest und nutzt. Freiheit nutzen bedeutet immer auch Verantwortung übernehmen!

    Noch was zum Schluss:
    Ja, ich google manchmal auch nach Informationen über Kandidaten.
    Ja, ich finde dabei manchmal auch Informationen, die mich stutzig machen.
    Nein, diese Information ist für mich nie alleiniger Grund für eine Absage. Aber sie gibt guten Gesprächsstoff, um mehr darüber zu erfahren, wie der Mensch „tickt“.
    Ja, das tue ich, weil es mE eben entscheidend ist, dass der Mensch „als Ganzes“ passt.

  • Als Bewerber anlysiere ich doch genauso alle Aktivitäten einer Firma.
    Ich finde es weiterhin durchaus legitim und sogar vernünftig, wenn Firmen sich an Hand frei zugänglicher Informationen ein Bild über den zukünftigen MA machen. Gerade weil die heutigen Lebensläufe (extern) perfektioniert werden, muss man nach alternativen Quellen suchen.
    Deine Say-No Tiraden würde ich da eher an Firmen wie z.B. das StudiVZ richten. Diese sollten ihre Nutzer bezüglich möglicher Profilanalysen informieren und Versprechen a la „Eure Daten sind sicher“ einhalten.

  • @Roland
    Das war Rocky IV ! Aber da gab’s keine Rinderhälften !

    Auch wenn das nicht zur Lösung der Probleme von Bewerbern beiträgt – maskuline Ordnung muß sein.
    Grunz !

  • @Marcel, bzgl. dem Punkt Eigenverantwortung. Unternehmen besitzen in der Regel sowas nicht, sie gehen immer soweit, wie es das – Achtung – Gesetz zulässt. Gewinnmaximierung bedingt maximierendes Handeln. In jeglicher Hinsicht. Limitierung iSv Eigenverantwortung gibt es demnach nicht bei Personalagenturen, wenn es darum geht, Daten im Netz auszufiltern. Solange es keine expliziten Regelungen gibt, wie man mit Daten zB in Social Networks zu verfahren hat (es gibt sie schon, aufgrund Vorgaben wie Datenkanppheit etcpp, nur hält sich keiner daran und mir geht es nicht weit genug) und niemand den Personalagenturen auf die Finger schaut (dazu gehört selbstverständlich das aktive Offenlegen der gesamten Suchdaten von potenziellen Bewerbern gegenüber den Datenschutzbehörden und der entsprechende aktive(!) Mitteilung an die betroffene Person, was man gespeichert hat), werden die weiter ihr Schindluder treiben. Marcel, sorry, aber ich traue Euch nicht über den Weg. Schon bereits mit Deinem Googlen überschreitest Du eine Grenze, da der Betroffene mit Sicherheit nicht wollte, dass Du als Personaler ihn so aushorchst. Das meine ich mit Umdenken. Umdenkprozesse tun allen weh.

    @Phil, Firmen tun das explizit, verwechsel das bitte nicht mit dem Privatuser.

  • @Phil: Naja, Firmen sind aber wesentlich zurückhaltender in ihrer Geschwätzigkeit. Als Bewerber bietet es sich an bei OpenBC ehemalige Mitarbeiter zu suchen und die zu befragen. Oder bei der regionalen Zeitung einen Blick ins Archiv zu werfen.

    Wenn es über jemanden so gar nichts im Netz gäbe, wäre das aber auch verdächtig. Und wenn es nur arbeitgebergerecht Infos wäre, dann wüsste man die auch einzuschätzen. Kunst ist also die richtige Mischung von sich als angepassten smarten Individualisten darzustellen. 🙂

  • Meiner Ansicht ist es vor allen Dingen wichtig, sich bewusst zu sein, dass es dieses Datamining gibt und einen kritischen Blick von außen auf das eigene Profil im Web zu werfen.

    Wen sich alle die Frage stellen, wie wirke ich eigentlich mit dem, was ich da über mich veröffentliche, ist schon viel geholfen. Man muss nicht stromlinienförmig sein, aber man muss es auch nicht übertreiben mit der Angeberei wieviel man trinkt und wie wenig man doch für die Uni selbst tut (Jetzt mal auf StudiVZ bezogen).

    Diese kritische Blick, wie stelle ich mich eigentlich nach außen da, der fehlt vielen.

  • Wird in deinem Text nicht die faktische Umsetzbarkeit von Gesetzen ein bischen zu optimistisch eingeschätzt?
    Die Kunstfigur Don Alphonso polarisiert. Sven Regner geht sehr gut als Weihnachtsgeschenk für halbwegs liberale Eltern. Bei „Liquide“ hab ich so meine Zweifel. Viele, die eigentlich recht radikale Vorstellungen propagieren, versuchen als Moderator rüberzukommen. Don sicher nicht. Natürlich kann man einiges auf der Blogbar besprochene als überspitzt taggen. Aber er hat sicher mitgeholfen ein wichtiges Thema, auf die Agenda zu setzen. Dass da schon mal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird, ist normal.

  • EINERSEITS
    gut für uns selbstbestimmte Kommunikatoren, dass die Personalausleser alle exhibtionistischen Idioten aussieben. (Blogger dürfen sich aussuchen, zu welcher Kategorie sie sich zählen.) Das heißt: weniger Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.

    *hehe*

    ANDERERSEITS
    bevor ich mir etwas kaufe, prüfe ich das Produkt/den Anbieter via Google etc. – kennt jemand das Produkt, taugt es was?

    Produzenten haben Angst davor: jede kleine Beschwerde ist nun für alle sichtbar!! WIR finden das gut. Wir lassen uns den Mund nicht verbieten, ebensowenig unsere kritische Recherche.

    Also warum sollte sich ein Personaler, der viel Geld für Arbeitskraft ausgeben möchte, durch Deine ethischen Standards davon abhalten lassen, mehr und möglichst Objektives über den Dienstleister (= Bewerber) heraus zu finden??? Er ist auch nur ein „Verbraucher“, so wie wir.

    ACHTUNG: Wenn Robert sich mit seinem ehrenvollen Anliegen durchsetzt; und wenn alle HR-Abteilungen versichern, Bewerber nicht mehr zu prüfen, mit StudViz- oder sonstigen Daten; dann glaubt Ihnen kein Wort!!! Sie werden es trotzdem tun.

  • Mit der Eigenverantwortung habe ich nicht die Unternehmen gemeint, sondern uns als Menschen/Arbeitskräfte, u.a. mich. Wenn ich etwas über mich, über meine Ansichten oder was auch immer ins Netz stelle, dann darf ich mich nicht verwundern, dass das auch gelesen wird und andere daraus (natürlich auch falsche) Schlüsse ziehen. Ich bin für mein Handeln verantwortlich und für die Konsequenzen, die daraus entstehen. Nicht meine schwere Kindheit, nicht mein fieser Chef, nicht meine alkoholkranker Vater, nicht der Staat. Ich!

    Datamining? Davon spreche ich nicht. Ich spreche vom Nutzen, öffentlich zugängliche Informationen für eine Beurteilung beizuziehen. Und in einem Gespräch mit dem Betroffenen zu thematisieren. Ich habe Bewerber schon auf ihre private Website angesprochen und wollte mehr darüber hören. So kann ich verstehen, wie einer „tickt“.

    Es geht nicht um Aushorchen, es geht um Kennenlernen. Und zwar auf beiden Seiten. Ich sehe die Infobeschaffung über die Unternehmen als genau so wichtig an (siehe auch Kommentar von Phil). Ich hinterfrage auch sehr hartnäckig „Schönfärbereien“ von Unternehmensvertretern. Die Kunst meiner Tätigkeit besteht darin, zwei Seiten (Menschen und Unternehmen) zusammenzubringen, die optimal
    zusammenpassen und sich so miteinander entwickeln können. Und das geht nur, wenn sich beide Seiten ein möglichst konkretes Bild des Gegenübers machen können. Authentizität, eben.

    Hört doch bitte auf, die Arbeitswelt so widersinnig zu vereinfachen. Unternehmen = böse, Mitarbeiter = gut … So einfach ist’s dann doch nicht 😉

    @ Robert

    Marcel, sorry, aber ich traue Euch nicht über den Weg.

    So pauschalisierend und wenig differenzierend kannte ich Dich (bisher) nicht, Robert.

  • @Marcel, Du musst mir nachsehen, dass ich in diesem Artikel den Advocatus Diaboli spiele;) Also sehs mir nach, wenn ich etwas unfair bin.

  • Noch ein Gedanke zum Datamining:
    Glaubt wirklich jemand allen Ernstes, dass es Sinn macht, irgendwelche Daten „bis zum Abwinken“ zu sammeln? Es mag auch das geben. Aber das einzige was entsteht, ist Datenmüll.
    Die relevanten Informationen über eine Person sind sehr kurzlebig. Unterlagen (Daten), die seit einem halben Jahr nicht mehr aktualisiert sind, sind so gut wie wertlos.
    Datensammlungen anzulegen bringt also gar nichts (befriedigt allerhöchstens die Urinstinkte von uns Jägern und Sammlern).

  • […] An der Blogbar wird mittlerweile nicht mehr über das StudiVZ im Speziellen diskutiert, sondern über Probleme mit der Privatsphäre bei Social-Networking-Diensten im Allgemeinen. Während Don Alphonso schwarzmalt und Robert Basic Daten-Paranoia schon zur neuen Volkskrankheit erklärt, liegt die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Dass manchen Leuten jegliche Sensibilität für die Gefahren im Umgang mit dem Internet fehlt, zeigen aber einige Beispiele, die wir in den letzten Wochen an der Blogbar vor Augen geführt bekamen. Nur: die Lösung kann kaum die Nichtnutzung sein, sondern muss in der Sensibilisierung der Nutzer für diese Themen liegen — Stichwort: Medienkompetenz. […]

  • Schön wärs, aber wird ein Gesetz oder eine Vorschrift etwas ändern, solange es „den Personalabteilungen“ was bringt? Nein. Was hilft? Entweder sich nen Job suchen, wo einem nicht auf Schritt und Tritt hinterhergeschnüffelt wird, wer würde bei so Unternehmen schon arbeiten wollen? Und wer doch da arbeiten will, soll sich halt nicht so dämlich anstellen und nix „schlimmes“ (wie zum Beispiel seinen Namen) in Netz stellen.

    Aber ich finde sowieso, dass es bei Datenschutz eigentlich nicht um materielle Nachteile gehen sollte (auch wenn die vielleicht pädagogisch in der heutigen Zeit ganz sinnvoll sein mögen), sondern um das allgemeine Recht, dass ICH bestimme, was von mir wem bekannt ist. Das wird aber wohl für einige studiVZler schon zu hoch gegriffen sein…

  • Jeder, der dazu in der Lage ist, sollte sich jedenfalls über seine eigene Datenpolitik Gedanken machen. Michael Coté von DrunkAndRetired.com hat in der vorletzten Folge des gleichnamigen Podcasts die Rolle seiner Nasenhaare in der Beziehung mit seiner Frau zum Thema gemacht.
    Der Unterschied zu den Gruschlern ist nun, dass Michael Coté weiss was er tut. Er setzt so Zeugs sogar für sich ein. Genau das können aber viele in StudiVZ aus meiner Sicht nicht kontrollieren. Und dadurch entstehen Risiken. Die Risiken bedingen zumindest einen Aufklärungsbedarf, den StudiVZ offenbar zur Zeit nicht leisten kann.
    Wenn man sich überlegt, dass sogar SchülerVZs geplant waren oder sind…
    Jemand muss doch da auf die Risiken aufmerksam machen.

  • Wir werden in nächster Zukunft eine der Schufa vergleichbaren Instanz sehen, in der alle möglichen Daten, seien sie nun freiverfügbar oder durch AGB erlaubt, stehen. Genausowenig, wie man sich gegen sich gegen einen (wie auch immer) gearteten Eintrag in der Schufa-Datenbank wehren kann, wird man sich auch hiergegen nicht wehren können. Kunden dieser DB können sich dann an den Daten delektieren und schöne Profile ziehen.

  • Also deinem Artikel kann ich nur voll und ganz zustimmen. Dieses lächerliche Streamlining funktioniert nur, wenn sich’s alle gefallen lassen. Und im übrigen wär’s immer eine gute Idee, vorher zu überlegen, ob man zu dem steht, was man sagt/postet.

  • Ihr geht hierbei von der falschen Vorstellung aus es wäre Arbeit die sich jemand machen würde.

    Data-Mining begabte Menschen _finden_ sowas einfach, sie stolpern geradezu über solche Fehler. Bei der Vertiefung einer Suche klicken sie viel eher die „richtigen“ Dinge an als jemand der sowas nicht als Talent hat.

    Und eine kurze Suche bei Google ist einfach …

  • […] Don hat dazu einen aufweckenden Artikel geschrieben, Robert führt das Thema weiter aus. Mal sehen, wie das alles weitergeht. Sollten wirklich Daten abgegrast worden sein, so dürfte das trotz aller Sicherheitslücken nicht legal gewesen sein. Und ich bin mir nicht sicher, ob sich Headhunters trauen, illegale Daten zu nutzen. Aber warten wir es einfach ab. Immerhin wurden viele User und Startups etwas sensibilisiert für Themen wie Datensicherheit und Userkommunikation. […]

  • Also, say no to abgedrehten Personalauswahlverfahrens-Theoretikern, say no to Firmen, die an diesem bescheuerten Spiel teilnehmen, say no to Stromlinien-Verhalten.

    Ein Freiberufler, der nie wieder als Angestelltensklave arbeiten will, kann das locker sagen.

    Es ändert nichts an der Realität. Und Rober Basic ändert an der Realität auch nichts, weil ihn wohl Unternehmen/Headhunter als letztes fragen werden, wie sie die Personalauswahl durchführen sollen.

    Zum Titel: Personalberatern das Handwerk legen… Selten was lächerlicheres gelesen.

  • Das Internet ist ein öffentlicher Raum…

    Das Internet, genauer öffentlich zugängliche Webseiten, ist seit seinem Entstehen de-facto ein öffentlicher Raum….