warum verschwinden manchmal Kommentare?

Robert Basic

Ihr schreibt auf einem Blog einen Kommentar. Nach dem Speichern ist der Eintrag zu sehen. Aber auf einmal ist nach einem erneuten Besuch des Artikels Euer Beitrag weg. Schweinerei, Zensur! Na, das ist nicht die Regel, eher Spam. Wieso? Anhand des WordPress-Systems anbei der Versuch zu erklären, wo der „gelöschte“ Kommentar denn nun steckt?

WordPress zeigt dem Kommentierenden nicht an, dass zB Akismet – ein Spamschutz von WordPress – Euren Kommentar als Spam erkannt hat. Vermeintlich erkannt hat, muss man sagen. Warum auch immer Eure URL – die manche im Kommentarformular als Homepage mitangeben – in der sog. „Blacklist“ auf dem Akismet-Zentralserver irgendwann einmal gelandet ist, gleicht Akismet bei jedem Kommentareintrag die URL-Liste mit Eurer URL ab und wenn ein Treffer zurückgemeldet wird, deklariert Akismet den Kommentar als Spam. Oder ein anderer Spamfilter hat zugeschlagen, der gegenüber Akismet auf andere Mechanismen zurückgreift, Spam auszusortieren.

Jetzt kommt es darauf an: Entweder schiebt der Spamfilter den Kommentar in die Moderationsschleife und WordPress zeigt dann dem User mit einer Meldung bei den Metadaten zu diesem Kommentar an, dass der Kommentar noch freigeschaltet werden muss.

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Oder? Wenn der Kommentar nicht den Status „Moderation“ verpasst bekommt – das hängt vom Plugin ab, zB Akismet vergibt keine Moderations-Ohrenmärckchen – sieht der Kommentierende seinen Beitrag ohne Weiteres. Als wäre nix passiert. Tückisch! Im Hintergrund hat Akismet nämlich (oder ein anderes Plugin) unsichtbar zugeschlagen und Euren Kommentar in den internen „Spamordner“ geschoben, den Ihr eben nicht einsehen könnt. Nur der Admin. Da schlummert Euer Beitrag, solange der Admin nix macht. Besucht Ihr dann nach einiger Zeit das Blog wieder, seht Ihr den Kommentar bereits nicht mehr. WordPress weiß nicht, dass Ihr derjenige seid, der den Kommentar vorhin verfasst hat. Spätestens wenn sich der Admin einloggt, checkt er auch seinen Spamfolder und klickt auf „delete all“. Euer Beitrag ist damit endgültig weg! Wenn der Admin ordentlicher ist, kennt er die Schwäche von Akismet und sucht nach False Positives und fischt den Beitrag manuell heraus. Gerettet. Euer Beitrag ist wieder da!

In der Praxis? Das da oben ist gelebte Praxis. Manche Blogautoren checken ihren Spamordner vor dem Löschen genauer, manche nicht. So wie beim Umgang mit dem Postkorb. Ist nicht anders. Und selbst wenn sie ihn checken, kann es aufgrund der Masse (können locker über 1000 Spameinträge sein) an bis dato aufgelaufenen Spam passieren, dass man den Beitrag beim Scrollen im Spamfolder schlichtweg übersieht. Akismet ist meistens die Ursache, für diese Probleme mit den „gelöschten“ Kommentaren. Denn, Akismet ist sehr beliebt, da es bei der Installation von WordPress mitgeliefert wird. Und zugleich einen fetten Nachteil hat: Akismet zeigt ab einer gewissen Menge von Spameinträgen nur einen Teil an. Ab ca. 200 (oder mehr?) sehe ich den Rest nicht mehr. Dann deleten manche Admin „halt so“, weil sie einfach keine Möglichkeit haben, alles zu checken. Viele wissen nicht einmal um dieses Manko von Akismet. Ich benutze aus diesem Grund das WP-Plugin CJD Spam Nuke, das es mir erlaubt, alle Spameinträge zu sichten. Vorteil: Gerade bei großen Spammengen erlaubt die Gruppierungsfunktion von CJD Spam Nuke ein schnelles Scrollen. Gruppieren heißt: Sämtliche Spameinträge, die die gleiche URL enthalten, werden zu einem Zeileneintrag zusammengefasst. 1000 Spameinträge werden oftmals zu 100 Zeilen zusammengedampft. Akismet hat sowas nicht. Aber auch mit CJD Spam Nuke kann es mir passieren, dass mir ein echter Beitrag durch die Finger schlüpft und ich den Kill-all Button anklicke.

Und mit jedem weiteren Spamplugin und Blogsystem kommen weitere Erklärungsalternativen hinzu, warum Euer Kommentar erscheint, dann aber auf einmal weg ist.

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Das ist meistens keine Zensur des Bloggers, sondern es liegt schlichtweg an den Spamfluten allgemein und den daraus resultierenden False Positives, die man nicht herausfischt.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.